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Aus der Stadt Das ist die Heißzeit
Hannover Aus der Stadt Das ist die Heißzeit
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14:06 16.01.2019
In diesem Sommer war es meist im Wasser am schönsten. Quelle: (Archiv)
Hannover

Heißzeit. Das ist das Wort des Jahres, auserwählt von einer Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache. Und besser als mit diesem Begriff kann man das Wetter in der Region Hannover im vergangenen Jahr nicht beschreiben: In den Freibädern kam man an machen Tagen vor lauter Menschen gar nicht mehr ins Wasser, beim Maschseefest kamen die Wirte wegen der Getränkeumsätze nicht mehr aus dem Grinsen heraus und viele Hannoveraner konnten nachts schlecht schlafen. Insgesamt war es das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nach Angeben des Meteorologen vom Wetterdienst Q-Met, Dominik Jung, lag die Durchschnittstemperatur in Hannover bei 10,7 Grad, das sind fast 2 Grad unter dem langjährigen Mittel. Es fielen nur rund 60 Prozent Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert. Und die Sonne schien in Hannover 2018 insgesamt knapp 2000 Stunden, das sind ein Drittel mehr als im Schnitt.

Der heißeste Sommer: So einen Hitzesommer hatte es in Hannover noch nie gegeben, zumindest nicht, seitdem Wetterdaten aufgezeichnet werden. Die Meteorologen zählten für Hannover 74 Sommertage mit einer Höchststemperatur von über 25 Grad. Der bisherige Rekordsommer im Jahr 2003 hatte dagegen „nur“ 56 Sommertage. Die Werte werden seit 1936 aufgezeichnet. Und es gibt noch einem weiteren Rekord: Die durchschnittliche Temperatur dieses Sommers liegt bei 19,6 Grad, das sind drei Grad mehr als im langjährigen Mittel. Bisher gab es den wärmsten Sommer im Jahr 2003, mit 19,5 Grad. Der heißeste Tag des Jahres 2018 war der 7. August, mit 36,5 Grad. Viele genossen die Dauer-Hitzewelle, aber das Wetter brachte auch erhebliche Probleme. Ältere Menschen mussten immer wieder zum Trinken animiert werden und wer unter Kreislaufproblemen leidet, dem wird das Wetter zusätzliche Schwierigkeiten gebracht haben. Viele Pflanzen auf den Feldern der Landwirte konnten nicht richtig wachsen oder vertrockneten, in der Eilenriede dürften vor allem junge Bäume Schwierigkeiten haben, die lange Trockenphase zu überleben.

Das war das Hannover-Wetter 2018

Die wilde „Friederike: Nach einem eher ruhigen Jahresbeginn wurde es schnell turbulent: Am 18. Jnauar zog das Orkantief „Friederike“ über Hannover hinweg. Ein Sturm kurz nach dem Jahreswechsel hatte in Hannover nur wenig Spuren hinterlassen, „Friederike“ war eine andere Nummer: In den Mittagsstunden verzeichnete das Institut für Meteorologie und Klimakunde der Uni die schwersten Böen, mit einer Geschwindigkeit von 101 Stundenkilometern. Die Schäden waren enorm. Allein in Hannover musste die Feuerwehr mehr als 160-mal ausrücken. Wegen umgestürzter Bäume auf Bahnstrecken strandeten am Hauptbahnhof Hannover Hunderte Fahrgäste der Deutschen Bahn. Für Stunden hatte die Bahn den Fernverkehr komplett eingestellt. Die Stadt schloss Parks und Gärten, der Flughafen Hannover-Langenhagen strich Flüge. Autos wurden von umherfliegenden Dachziegeln und Ästen beschädigt. Viele Schulen schickten ihre Kinder früher nach Hause.

Der kurze Winter: Ende Februar wurde es knackig. Nach und nach ging die Temperatur in den Keller, bis die Temperatur am 28. Februar schließlich mit minus 11,3 Grad den Tiefpunkt des Jahres erreicht. Anschließend beginnt es ein bisschen zu schneien, und ein eisiger Wind fegt über die Region hinweg. Den Störchen, die zu dieser Zeit aus ihrem Winterquartier wieder zurückgekehrt waren, wie zum Beispiel nach Wülfel, wird das nicht so richtig gefallen haben.

Der heiße Spätherbst: Nachdem der Sommer nicht enden wollte und es sogar noch Mitte Oktober Tage mit Spitzenwerten von über 25 Grad gegeben hatte, kam die Heißzeit noch einmal zurück: Auch in der ersten Novemberhälfte wurde es für die Jahreszeit außergewöhnlich warm. Zum Beispiel erreichte die Temperatur am 12. November 19 Grad. Ein Wetter, bei dem der ein oder andere dann doch wieder den bereits für den Winter im Carport verstauten Grill wieder in Gang bringen wollte.

Die weiteren Aussichten: Vom Wetter des zurückliegenden Jahres lässt sich keinesfalls auf das Wetter des kommenden Jahres schließen. Zwar gebe es die Tendenz, dass sich beispielsweise nasse und feuchte Phasen immer wieder ausglichen, erläutert Meteorologe Dominik Jung. „Aber das Wetter des einen Jahres weiß nicht, wie das Wetter des anderen Jahres war“, sagt Jung. Für die Klimaforscher steht aber fest, dass es künftig mehr Heißzeiten in Hannover geben wird. Die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen in Hannover werde sich wegen des anhaltenden Klimawandels noch einmal verdoppeln, sagt die Physikerin und Klimaforscherin Friederike Otto aus Oxford. So richtig gute Aussichten sind das nicht.

Von Mathias Klein

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