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Aus der Stadt Warmer Winter: In Herrenhausen blühen Blumen – und die Gärtner zupfen Unkraut
Hannover Aus der Stadt

Wetter in Hannover: Warmer Winter, blühende Pflanzen: Kommt jetzt eine Mücken- und Mäuseplage?

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19:42 15.01.2020
Dieses Siebenbürger Leberblümchen (Hepatica transsylvanica) blüht derzeit im Herrenhäuser Berggarten. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Was für ein Unterschied: Rekordverdächtige 13,7 Grad Höchsttemperatur hat das Institut für Meteorologie und Klimakunde der Uni Hannover am Mittwoch in Herrenhausen gemessen. Mitten im Winter. Die bisherige durchschnittliche Temperatur im Januar liegt bei 6,2 Grad. In einem der beiden Hauptwintermonate. Das sind 4,2 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Zum Vergleich: Im Januar 2010 lag die durchschnittliche Temperatur bei minus 2,5 Grad. Am 3. Januar meldete die HAZ einen Schneerekord für die Landeshauptstadt: 23 Zentimeter. So viel Schnee hatte es in Hannover seit 25 Jahren nicht mehr gegeben.

In Hannover ist es derzeit wärmer als sonst im Februar. In den Herrenhäuser Gärten müssen die Gärtner schon Unkraut zupfen, Mäuse finden überall etwas zu fressen.

Und heute: „Wir müssen im Berggarten Unkraut zupfen“, berichtet der Chef der Herrenhäuser Gärten, Ronald Clark. Das sei schon ziemlich ungewöhnlich. Zwischen den Stiefmütterchen und den Stauden, überall sprössen derzeit Franzosenkraut und Springkraut. „Das würde bei Temperaturen um null Grad nicht passieren.

Wetter ist für die Rosen gefährlich

Ungewöhnlich sei auch, dass Blumen anfangen zu blühen. „Schneeglöckchen schon im Januar“, nennt Clark als Beispiel. Die Gärtner hätten gerade erst einige empfindlichere Stauden vom sonst üblichen Winterschutz befreit. „Damit die nicht zu schnell blühen“, erläutert er. In den Gärten fingen auch die Rosen an zu treiben. „Das kann gefährlich werden, falls jetzt doch noch Frost kommt“, berichtet der Chef der Herrenhäuser Gärten.

Aber der ist derzeit nicht in Sicht, sagt Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Qmet. Zwar kann es am Wochenende im Süden Deutschlands schneien, aber der Winter wird vorerst nicht bis in den Norden durchdringen, meint der Wetterexperte. Schon jetzt ist dieser Winter der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und er könnte sogar noch der wärmste werden, wenn die sehr milden Prognosen für den Februar stimmen.

Für Mücken ist das Wetter im Frühjahr besonders wichtig

Für manche Insekten, wie zum Beispiel Mücken sind die derzeitigen Temperaturen eher egal. Zwar leide die Mückenbrut unter feucht-warmen Wintern eher, weil sie dann häufiger von Pilzen befallen werde, berichtet Milan Fanck vom Naturschutzbund BUND. Wichtiger als der Winter sei aber das Wetter im Frühjahr, sagen die Experten. Ist es dann feucht und warm, wird es ein Sommer mit besonders vielen Mücken.

Ganz anders dagegen wirkt sich das derzeitige Wetter auf die Mauspopulation aus. Wie schon im ebenfalls milden Winter 2018/2019 geht es den Mäusen derzeit sehr gut. „die finden jetzt genug zu fressen“, sagt Wildtierexperte der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho), Oliver Keuling. Wenn es richtig kalt sei oder Schnee liege, dann kämen die Mäuse nicht mehr aus ihren Bauten und fänden auch keine Nahrung. Das Regulativ sei weggefallen. „Deshalb können sich die Mäuse jetzt gut vermehren.“

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Von Mathias Klein

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