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Aus der Stadt Schocknachrichten per WhatsApp verängstigen Schüler
Hannover Aus der Stadt Schocknachrichten per WhatsApp verängstigen Schüler
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17:53 12.02.2019
Experten raten, die Nachrichten im Zusammenhang mit Kettenbriefen einfach zu löschen. Quelle: Symbolbild/M
Hannover

Die Sprachnachricht ging am ersten Tag der Zeugnisferien per WhatsApp auf dem Handy der elfjährigen Anna (Name geändert ) ein: „Wenn Du diesen Kettenbrief nicht mindestens an 20 Kontakte weiterleitest, wirst du mich heute Nacht um Punkt 24 Uhr in Deinem Zimmer finden“, sagte eine Computerstimme. Anschließend beschreibt die Stimme, auf welche grausame Weise die Empfänger der Nachricht und ihre Eltern umgebracht werden sollen. Die Elfjährige, die in der Region wohnt und im hannoverschen Stadtteil Mittelfeld eine Schule besucht, spielte die Nachricht sofort ihrer Mutter vor. Die informierte die Polizei und die Schulleitung.

„Sie schläft seitdem nur noch bei Licht, weil sie sonst Angst hat“

Es war nicht die erste Nachricht dieser Art, die die Schülerin über den Messengerdienst von einer ihr unbekannten Nummer erhalten hatte. „Am 10. Januar hat sie die erste, schriftliche Nachricht erhalten, zwei Tage später die nächste“, sagt die Mutter der HAZ. „Wenn du deine Mama liebst, dann schick dies an 20 Leute. Ein Mädchen hat das ignoriert und ihre Mama ist in 365 Tagen gestorben“, hieß es in dem Text. Seitdem hat die Schülerin intensiv mit ihren Eltern über den Vorfall gesprochen und den Absender der Nachrichten blockiert. Dennoch hat der digitale Kettenbrief Spuren bei der Elfjährigen hinterlassen. „Sie schläft seitdem nur noch bei Licht, weil sie sonst Angst hat“, sagt die Mutter.

Das Profilbild des Absenders der Nachricht: Bei Kindern hinterlassen Kettenbriefe dieser Art Spuren. Quelle: privat

Die Polizei ist in den meisten Fällen machtlos

Die Polizeidirektion Hannover kann statistisch die Zahl der Schocknachrichten per Kettenbrief nicht herausfiltern. „Wir halten das unter dem allgemeinen Straftatbestand der Bedrohung fest“, sagt Behördensprecher Thorsten Schiewe. Im Fall der Elfjährigen wollte die Beamtin in der örtlichen Dienststelle den Fall zunächst gar nicht zu den Akten nehmen, weil keine konkrete Bedrohung gegen eine bestimmte Person ausgesprochen worden sei. „Erst als ich die Polizisten darauf hingewiesen habe, dass in der Sprachnachricht tatsächlich der Vorname meiner Tochter erwähnt wird, hat sie unser Anliegen aufgenommen“, sagt die Mutter. Bei der Landesschulbehörde Niedersachsen beschäftigt man sich ebenfalls nicht mit diesem Internet-Phänomen, das bereits seit geraumer Zeit existiert. „Uns liegen keine Erkenntnisse zu diesen Kettenbriefen vor“, sagt Behördensprecherin Bianca Schöneich.

Diese und ähnliche Nachrichten sind Teil der Kettenbriefe, die Schülerinnen und Schüler in der Region verunsichern. Quelle: privat

An der Internationalen Schule in Hannover spielt das Thema digitale Sicherheit für Schüler bereits in den unteren Klassen eine große Rolle. „Wir informieren unsere Schülerinnen und Schüler bereits im Kindergarten über die Gefahren im Internet und das zieht sich dann durch die Schulzeit durch“, sagt Stephan Handwerker, der Geschäftsführer der Schule. Aufklärung sei auf diesem Gebiet die wichtigste Voraussetzung, um den Gefahren der digitalen Welt zu entgehen. „Und weil auch die Eltern nicht vollständig kontrollieren können, was ihre Kinder mit dem Handy machen, bieten wir für sie sogenannte digitale Wellness-Kurse an“, sagt Handwerker. An einem Abend erfahren die Erziehungsberechtigten in der Schule, auf was sie achten müssen, wenn ihre Kinder mit dem Smartphone oder dem Computer im Internet surfen.

Das raten Experten bei dem Erhalt von Schockanrufen

Obwohl die Sprachnachrichten, die bei sogenannten digitalen Kettenbriefen auf den Handys der Schülerinnen und Schüler landen, für Eltern nicht gruselig sind, lösen sie bei Kindern zum Teil große Ängste aus. Experten raten Erziehungsberechtigten dazu, diese Ängste der Kinder nach dem Erhalt eines Kettenbriefes ernst zu nehmen. Die Sorgen der Betroffenen sind „ganz real und oft auch sehr mächtig. Nicht immer ist es einfach, diese irrationalen Ängste mit vernünftigen Argumenten zu entkräften“, heißt es auf der Internetseite klicksafe.de, die Eltern mit Tipps und Verhaltensregeln beim sogenannten Schocknachrichten versorgt.

Die Eltern sollten, auch das regen die Experten auf der Seite an, gemeinsam mit ihren Kindern die gruseligen Nachrichten durchgehen und diese löschen. „Machen Sie Ihrem Kind immer wieder klar, dass nichts Schlimmes passiert, wenn man einen Kettenbrief nicht weiterschickt. Wenn Sie Ihr Kind begleiten, wird es im Laufe der Zeit die Sicherheit gewinnen, dass die in Kettenbriefen angedrohten Gefahren nicht real sind“, heißt es auf der Internetseite weiter.

WhatsApp-Kettenbriefe auch in anderen Teilen Niedersachsens aufgetaucht

Verstörende Kettenbriefe tauchen derzeit nicht nur in Hannover auf. Im Emsland ist bei WhatsApp eine Warnung vor angeblichen Giftbriefen im Umlauf. In der 84 Sekunden langen Sprachnachricht warnt eine Frauenstimme vor Briefen, in denen sich ein mit Gift getränktes Papier befindet.

Von Tobias Morchner

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