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Aus der Stadt Über Rot gefahren, Polizisten attackiert: Strafe für 31-Jährigen
Hannover Aus der Stadt Über Rot gefahren, Polizisten attackiert: Strafe für 31-Jährigen
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00:16 08.08.2018
Mehrere rote Ampeln hat der Mann überfahren. (Themenbild) Quelle: dpa
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Hannover

Ein 31-Jähriger, der vor einem halben Jahr im Zuge einer halsbrecherischen Fahrt mehrere rote Ampeln in Herrenhausen überfuhr, Fußgänger sowie andere Autofahrer in Gefahr brachte und schließlich auch noch Polizisten attackierte, hat jetzt von Staatsanwaltschaft und Amtsgericht Hannover einen Strafbefehl über 7000 Euro plus einen einjährigen Entzug der Fahrerlaubnis kassiert. Zu einer ersten Verhandlung am Volgersweg war Francis N. noch erschienen, einen zweiten Termin aber schwänzte er. So wurde der in Herrenhausen lebende Mann wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zur Zahlung von 140 Tagessätzen à 50 Euro verdonnert.

Einer der unmittelbar betroffenen Verkehrsteilnehmer, der an jenem 4. Februar nur mit knapper Müh und Not einen Unfall mit dem VW up von N. vermeiden konnte, war ein Hochschulprofessor. Er war an in Herrenhausen vom Westschnellweg abgefahren und wollte bei grünem Ampellicht nach rechts in die Herrenhäuser Straße Richtung Großer Garten abbiegen, als von links – also vom Herrenhäuser Markt – der Wagen von N. angebraust kam und ihn zu einer Vollbremsung zwang. Daraufhin heftete sich der Professor an die Fersen des VW und wurde Zeuge, wie dieser noch mehrere rote Ampeln auf der Herrenhäuser Straße überfuhr. Fußgänger, die die Fahrbahn überqueren wollten, mussten zurückweichen, andere Autofahrer außerplanmäßig stoppen.

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Stöpsel im Ohr

Als die Polizei den Schwarzen mit deutschen Pass anhielt, rastete dieser aus, beschimpfte die Beamten als Nazis und Rassisten. Einen Polizisten, der ihn festhalten wollte, attackierte der 31-Jährige mit einem Kopfstoß, allerdings konnte der Beamte ausweichen. Was den als Techniker tätigen Mann zu der waghalsigen Fahrt bewog, ist unklar; Alkohol oder andere Drogen sollen nicht im Spiel gewesen sein. Allerdings legte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag einige sonderbare Verhaltensweisen an den Tag. So zog er auf dem Gerichtsflur die Aufmerksamkeit anderer Wartender auf sich, weil er mehrmals in eine Trillerpfeife blies. Während der Verhandlung bei Richter Simon Schnelle klagte N., es sei zu laut im Saal, und steckte sich Stöpsel in die Ohren. Wenig später wiederum bemängelte er, nichts verstehen zu können.

Ob der Rowdy die 7000 Euro Strafe klaglos zahlen wird, ist offen. Sollte er Einspruch einlegen, muss ein neuer Verhandlungstermin anberaumt werden. Und wenn N. dann tatsächlich erscheint, kann man ihm erneut den Prozess machen.

Von Michael Zgoll

05.08.2018
08.08.2018
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