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Aus der Stadt Hannover bekommt ein neues Bier – doch manchem Kenner kommt es bekannt vor
Hannover Aus der Stadt Hannover bekommt ein neues Bier – doch manchem Kenner kommt es bekannt vor
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14:30 03.04.2019
Craft Beer Kontor in der Schlägerstraße: „Mashsee“-Gründer Alexander Heroldbelebt die hannoversche Biermarke Wilkenburger wieder. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Ein Bier mit dem klangvollen Namen „Royal“, abgefüllt in blaue Flaschen und gebraut mit Champagnerhefe, eroberte ab 1997 Hannovers Clubszene, fast fünfzehn Jahre bevor jemand auf die Idee gekommen wäre, es Craft Bier zu nennen – und verschwand sieben Jahre später lautlos wieder. Die Erinnerung an etwas Besonderes ist vielen geblieben, vielleicht auch die an das „Black“ in der durchsichtigen und das „Lager“ in der grünen Flasche. Ab Freitag kommen alle drei Biere der Marke Wilkenburger wieder zurück, in braunen Flaschen zwar, aber mit verbesserten Rezepten.

Hannovers erster Biersommelier belebt alte Tradition

Dahinter steckt einer, der bereits vor sechs Jahren begann, die lokale Bierszene zu verändern: Alexander Herold war Hannovers erster Biersommelier. Gemeinsam mit Braumeister Kolja Gigla gründete er die Kreativbrauerei Mashsee, die Gigla seit Herolds Ausscheiden im Mai 2018 alleine führt. „Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen von der Weiterentwicklung der Marke“, sagt der Biersommelier, der seither an der Wiederbelebung von Wilkenburger feilt.

Ab Freitag kommen alle drei Biere der Marke Wilkenburger wieder zurück, in braunen Flaschen zwar, aber mit verbesserten Rezepten. Quelle: Franson

Damit verbindet er selbst seine ersten Erfahrungen mit ungewöhnlichen Bieren. „Ich war Ende der Neunzigerjahre vermutlich einer der Hauptkonsumenten“, scherzt er. Zu dieser Zeit war Wilkenburger eine Marke der Gilde Brauerei, die sie im Jahr 1992 mit der Wülfeler Brauerei übernommen hatte. Zu ihrer erfolgreichsten Zeit gegen 1976 stand in Wülfel immerhin die größte Genossenschaftsbrauerei Europas und verkaufte jährlich 350000 Hektoliter ihrer Marken Kanzlei und Wilkenburger.

Als Wilkenburger plötzlich zur coolen Marke wurde

Die Gilde Brauerei entwickelte ihr Konzept mit den drei ungewöhnlichen Bieren als Reaktion auf den beginnenden Trend, Flaschenbiere auch in der Gastronomie einzuführen. Das ging auf: Wilkenburger galt plötzlich als coole Marke. Deren Ende 2004 bedauerten viele. Gilde war vom internationalen Großkonzern InBev übernommen worden, der sich auf die Produktion großer, überregionaler Marken konzentrierte. Das lokale Wilkenburger mit gerade einmal 8000 Hektoliter pro Jahr hatte keine Chance.

Herold fragte bereits im folgenden Jahr vergeblich bei InBev an, ob er die Markenrechte an Wilkenburger kaufen könne. Damals war er noch Fan und weit davon entfernt, Bierprofi zu sein. Nachdem er sein Hobby zum Beruf gemacht hatte, fiel ihm sein ehemaliges Lieblingsbier wieder ein. Er stellte 2013 einen Antrag auf Übernahme der Rechte wegen Nichtbenutzung – und war plötzlich Inhaber der Marke Wilkenburger. Zunächst hatte die Entwicklung von Mashsee Vorrang. Doch seit September 2018 arbeitet Herold an der Neuerfindung der drei Kultubiere seiner Jugend.

Die Bierstile werden alte Fans leicht wiedererkennen

Eine mittelständische Brauerei, deren Braumeister Lust hatte, mit ihm Rezepte zu entwickeln, die seinen Ansprüchen als Biersommelier gerecht werden, und die Biere mit handwerklichem Anspruch zu brauen, fand er in der Eifel. „Ich hatte eine Vorstellung, wie das aussehen, schmecken und riechen soll“, sagt Herold. Besondere Biere, die auch für den Alltag taugen, seien sein Ziel gewesen. Welche, die nicht nur mit einem einheitlichen Preis von 1,69 Euro zwischen anspruchsvollem Craft Bier und massentauglichem Industriebier liegen.

Das „Royal“ mit der Champagnerhefe wird eine feine Kohlensäure enthalten. Das „Black“ wird für ein Schwarzbier mit Röstmalz eher leicht und süffig sein. Und das „Lager“ wird ähnlich schlank wie ein Pils sein, nur nicht so herb. Die Bierstile werden alte Fans also leicht wiedererkennen. Nur die Flaschenfarbe wird einheitlich sein. Herold setzt aus Qualitätsgründen auf Braunglas: „Licht lässt Bier schnell altern, dann geht Aroma verloren“, erklärt er. Zunächst will er insgesamt etwa 500 Hektoliter pro Jahr herstellen lassen und ausschließlich regional vermarkten. „Die Nachfrage ist bereits groß“, verrät er.

„Je breiter das Regal ist, desto mehr Aufmerksamkeit erregen wir für lokales Bier.“

Eine Konkurrenz zu Mashsee sieht Herold nicht. Es gebe ohnehin noch nicht genug Brauereien in Hannover: „Je breiter das Regal ist, desto mehr Aufmerksamkeit erregen wir für lokales Bier.“ Während der Bierabsatz in Deutschland generell zurückgehe, wachse die Nachfrage nach regionalen Erzeugnissen. „Die Menschen wollen wissen, wer hinter einem Produkt steckt“, sagt Herold. Zunächst sei er jetzt gespannt, wie sein neues Wilkenburger beim Konsumenten ankomme. Bei Erfolg sei dann alles möglich: „Bier ist einfach so ein schön lebendiges Produkt.“

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