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Aus der Stadt Politiker sind ratlos
Hannover Aus der Stadt Politiker sind ratlos
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17:27 22.01.2019
Noch ist unklar, wie es mit der Windkraft in der Region weiter geht. Quelle: dpa
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Hannover

Nach dem Stopp für den Ausbau der Windenergie durch die Deutsche Flugsicherung (DSF) herrscht in Politik und Verwaltung der Region offenbar Ratlosigkeit. Das wurde in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz am Dienstag deutlich. Auf Fragen der Kommunalpolitiker, wie jetzt die ehrgeizigen Klimaschutzziele der Region bis zum Jahr 2050 erreicht werden können, gab es keine klaren Antworten. Die Leiterin des Fachbereichs Umwelts, Sonja Papenfuß, sagte, die DFS habe das Recht auf ihrer Seite. Dezernentin Christine Karrasch werde sich bemühen, einen Weg zu finden, der sowohl für die Flugsicherheit als auch für die Region akzeptabel sei und die Energiwende in der Region voranbringe, erläuterte Papenfuß. Ein möglicher Kompromiss könnte die Verringerung der Höhe der geplanten Windräder sein.

CDU-Mann Christoph Loskant befürchtet, dass noch weitere für Windkraftanlagen vorgesehene Flächen in der Region wegfallen könnten. Grund dafür sei der unter Naturschutz stehende Rotmilan. Die Große Koalition in der Region habe aber bereits einen anderen Akzent gesetzt und setze verstärkt auf Sonnenenergie, erläuterte er.

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Die Debatte im Ausschuss schloss sich an die Vorstellung des erstmals vorgelegten Klimaschutzbericht der Region an. In dem Heft mit über 100 Seiten sind die ehrgeizigen Klimaschutzziele bis zum Jahr 2050 noch erwähnt.

Wie berichtet, hatte die DFS der Region in der vergangenen Woche klar gemacht, vorerst keine neuen Windkrafträder in einem Umkreis von 15 Kilometern um die Drehfunkfeuer bei Sarstedt (Landkreis Hildesheim) und Wenden bei Nienburg zu genehmigen. Die Flugsicherung befürchtet, dass die Funksignale dieser Anlagen durch Windräder gestört werden könnten. Die Funksignale helfen Piloten im Landeanflug beim Navigieren.

Von der Beschränkung sind in der Region Hannover neun Flächen in Neustadt sowie insgesamt acht Flächen in Laatzen, Sehnde, Springe und Pattensen betroffen. Eigentlich sollten in der Region bis zum Jahr 205o insgesamt 3250 Gigawattstunden durch Windenergie produziert werden, derzeit sind es knapp 600 Gigawattstuden. Auch die Klimaschutzagentur weiß nicht, wie die jetzt fehlende Windenergie kompensiert werden kann.

Von Mathias Klein

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