Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt So leben die ersten Studenten in der Gerhard-Uhlhorn-Kirche
Hannover Aus der Stadt

Wohnen für Studenten in Hannover: In der Gerhard-Uhlhorn-Kirche leben jetzt junge Menschen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 27.10.2019
Ein verhängtes Kreuz verweist auf die Vergangenheit des Wohnheims. Kim Zeidler wohnt gerne in der früheren Gerhard-Uhlhorn-Kirche. Quelle: Navid Bookani
Linden-Nord

Der Jesus am Kreuz hängt noch unter dem Dachstuhl. Doch das christliche Symbol ist mit weißen Tüchern verhängt. Denn seit Anfang Oktober leben 23 Studenten in der ehemaligen Gerhard-Uhlhorn-Kirche am Ihmeufer. Vier weitere Bewohner ziehen bis Ende des Monats ein. Die Projektentwickler Dirk Felsmann und Gert Meinhof haben die ehemalige Kirche zu einem Wohnprojekt für junge Leute umgestaltet. Dass der Bau von 1963 bis vor wenigen Jahren eine sakrale Funktion hatte, zeigt sich bis in viele Details.

Küche als Treffpunkt – mit Kirchenbänken

Karolina Sacher und Zuyin Liew (von rechts) schätzen die Gemeinschaftsküchen im Wohnprojekt. Quelle: Navid Bookani

So dienen in den beiden Gemeinschaftsküchen alte Kirchenbänke mit blauen Polstern jetzt als Sitzgelegenheit. Inklusive der Ablage für die Gebetbücher und Haken zum Aufhängen von Handtaschen und Hüten. In der großen Küche im Erdgeschoß stehen die Bänke an zwei lange Tischen. „Es ist cool, dass wir hier mit so vielen Menschen zusammensitzen können“, lobt Bewohner Niklas Gronau.

Dass die Architekten die zentrale Küche am Eingang platziert haben, bewährt sich. „Wenn ich mir etwas zu essen mache, setzt sich meist schnell jemand dazu“, berichtet Fotografie-Studentin Kim Christin Zeidler. Besonders abends hat sich die Gemeinschaftsküche zum beliebten Treffpunkt entwickelt. „Wir spielen, kochen öfter zusammen oder bestellen uns etwas“, berichtet Niklas Gronau. Der 19-Jährige macht eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton und ist direkt aus dem Elternhaus in das Wohnheim gezogen. „Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich abends nach der Arbeit in meinem Zimmer am Computer zocke.“ Das erscheint nun gar nicht mehr attraktiv.

Wohnen unter Mosaikfenstern

Niklas Gronau steht im ersten Stock der Uhlhorn-Kirche, wo Dacharchitektur und Mosaikfenster besonders gut zu sehen sind. Quelle: Navid Bookani

Die jungen Bewohner schätzen die besondere Architektur der früheren Kirche. Wenn die Sonne durch die Mosaikfenster im Dach scheint, zeichnen sich bunte Lichtflecken auf den Boden ab. „Das ist einfach sehr schön“, schwärmt Kim Christin Zeidler. Erst langsam begreife sie, dass dies nun tatsächlich ihr neues Zuhause ist. In einem ehemals sakralen Raum zu leben sei etwas sehr Besonderes, betont auch Journalistik-Studentin Karolina Sacher. „Ich spüre das jeden Tag, wenn ich das Haus wieder betrete. Ich fühle mich hier sehr wohl.“

Der Altar im Erdgeschoss ist mit weiß bemaltem Holz ummantelt, also ähnlich verborgen wie das Kreuz. Ein Kompromiss, den die Projektentwickler vorschlugen. Der Denkmalschutz wollte auch im Inneren des Baudenkmals möglichst viel erhalten. Die Landeskirche dagegen entfernt sakrale Gegenstände meist aus entwidmeten Kirchen. „Wir haben die unmittelbare Wirkung verändert, damit religiöse Gefühle nicht verletzt werden“, erklärt Felsmann.

Mittelding zwischen eigener Wohnung und WG

Im Erdgeschoss sind kunstvolle Schmucktüren erhalten geblieben. Quelle: Navid Bookani

Als besonders empfinden die Studenten und jungen Berufstätigen auch die nagelneue Einrichtung mit Induktionsherd und Geschirrspüler. Eine Reinigungskraft säubert die Gemeinschaftsflächen. „Das alles ist ein superkrasser Luxus. Wir versuchen deshalb alle, darauf zu achten, dass es sauber bleibt“, berichtet die 23-jährige Zeidler. Die kleinen Zimmer liegen bei 390 Euro Warmmiete, die wenigen größeren bei 440 bis 580 Euro. Daneben gibt es noch eine Einliegerwohnung mit Einbauküche.

Zuyin Liew ist gerade erst aus Sachsen-Anhalt hergezogen und studiert Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz-Uni. „Ich habe gefühlt 20 Wohngemeinschaften besichtigt“, erzählt die 19-Jährige. Das Wohnprojekt, in dem viele Menschen leben, sich aber jeder auch in sein eigenes Zimmer zurückziehen kann, erscheint ihr ideal. „Es ist ein gutes Mittelding zwischen eigener Wohnung und WG.“

Lesen Sie auch:

Die Gerhard-Uhlhorn-Kirche wird zum Wohnhaus

Studenten warten bis zu ein Jahr auf Wohnheimplatz

50.000 Studenten: Hannover wird immer mehr zur Uni-Stadt

Von Bärbel Hilbig

Auch die zweite Auflage der Riesen-Discoparty Glitterbox im Hannover Congress Centrum (HCC) ist ein großer Erfolg. 3300 Besucher sind zum Tanzen in den Kuppelsaal gekommen, viele reisen aus ganz Deutschland an.

27.10.2019
Region Neustädter Hof- und Stadtkirche Neue Orgel macht Kirche zum Hochschulstandort

Die Neustädter Hof- und Stadtkirche hat ihre neue Orgel mit einem Festkonzert eingeweiht. Das Instrument gehört der Musikhochschule, die das Gotteshaus nun zu einer „Hybridkirche“ macht.

27.10.2019

Silbermond, Joko und Klaas, Reiner Calmund – viele Stars sind für die „Live-Show bei dir zuhause“ von Pro 7 nach Hellendorf gekommen. Doch im Zentrum der Show haben die Wedemark und die Wedemärker gestanden. Siegreich und um 70.000 Euro reicher ist das Team Blau nach Hause gegangen.

27.10.2019