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Aus der Stadt Angst vor Wölfen: Anträge auf Schutzzäune stauen sich bei Behörde
Hannover Aus der Stadt

Wolfsriss in Region Hannover: Anträge auf Wolfsschutzzäune stauen sich

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00:18 10.06.2019
Hat den Antrag auf einen Schutzzaun im Februar gestellt: Der Rinderhalter Alexander Roclawski aus Schneeren mit seinen Galloways. Quelle: Jesse Wiebe
Hannover

Das Umweltministerium in Hannover hat Tierhaltern Hilfe zum Schutz vor Wölfen versprochen, aber die Bearbeitung der Anträge dauert oft monatelang. Daher stehen zahlreiche Tierhalter ohne besonderen Schutz vor Wolfsrissen da. In dieser Woche waren zwei Kälber des Rinderhalters Alexander Roclawski aus Neustadt-Schneeren vermutlich von einem Wolf gerissen worden – der Mann hatte bereits im Februar Fördergeld für den speziellen Schutzzaun beantragt.

Wie Ministeriumssprecherin Sabine Schlemmer-Kaune auf Anfrage der HAZ mitteilte, komme es zu „zeitlichen Verzögerungen“ bei der Bearbeitung der Anträge. Seit Anfang des Jahres sind im zuständigen Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mehr als 300 Anträge eingegangen, zwei Drittel davon sind noch nicht genehmigt.

Land übernimmt 100 Prozent

Schlemmer-Kaune begründet die Verzögerung unter anderem damit, dass derzeit sehr viele Anträge eingereicht würden. Das liege daran, dass sich die Tierhalter auf die veränderten Bedingungen durch das Auftauchen des Wolfes einstellen würden. Ein weiterer Grund für die vielen Anträge sei die 100-prozentige Kostenübernahme des Landes für die Schutzzäune.

Im Wolfsbüro seien drei Mitarbeiter mit der Prüfung der Anträge betraut, diese müssten aber auch noch andere Aufgaben erledigen. Wie lange ein Antrag im Wolfsbüro liege, bis er genehmigt werde, sei schwer zu sagen, meint die Sprecherin. Nicht immer seien die Anträge vollständig, daher müssten zur Beurteilung weitere Informationen beim Antragsteller angefordert werden.

Schutzzaun leihweise vom Wolfsbüro

Lange Wartezeiten für Tierhalter gebe es auch in anderen Bundesländern, berichtet Schlemmer-Kaune. Auch dort häuften sich derzeit die Anträge, und die Bearbeitungszeiten dauerten länger.

Der Tierhalter aus Neustadt-Schneeren hat nach dem Riss der beiden Kälber leihweise vom Wolfsbüro einen Schutzzaun erhalten. Dieser soll die Wölfe vor weiteren Angriffen auf die Rinderherde abhalten, bis der Antrag auf einen eigenen Zaun genehmigt ist.

Rodewalder Wolfsrudel wahrscheinlich verantwortlich

Es sei wahrscheinlich, dass das Rodewalder Wolfsrudel für die jüngsten Risse verantwortlich sei, sagt die Ministeriumssprecherin. Gewissheit gebe es aber erst nach Auswertung der DNA-Proben. Das Rodewalder Rudel wird für zahlreiche Angriffe auf Tiere in diesem Bereich verantwortlich gemacht. Umweltminister Olaf Lies hatte den Abschuss des Leitwolfs genehmigt, das Tier lebt derzeit noch.

Mehr zum Thema:

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Von Mathias Klein

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