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Zoo Hannover Baby-Robbe verschluckt Nagel und stirbt
Hannover Aus der Stadt Zoo Hannover Baby-Robbe verschluckt Nagel und stirbt
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20:06 04.09.2012
Von Veronika Thomas
Archivaufnahme: Junge Robbe im Zoo Hannover.
Archivaufnahme: Junge Robbe im Zoo Hannover. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Die schlechten Nachrichten aus dem Zoo Hannover reißen nicht ab. Am Sonnabend ist das erst am 16. Juni geborene Nördliche Seebärenweibchen Giselle gestorben, nachdem es aufgrund eines verschluckten Nagels in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) operiert werden musste. Dort verendete das zehn Kilogramm schwere Jungtier noch in der Narkose. Die Tierschutzorganisation Peta wirft den Verantwortlichen des Zoos unterdessen einen fahrlässigen Umgang mit den Tieren vor.

Lynn und Alf heißen die beiden Neuzugänge bei den Kegelrobben im Zoo Hannover. Gemeinsam mit Ronda und Kate werden sie 2010 in die neue Kanada-Landschaft Yukon Bay umziehen.

„Wir wissen nicht, wie der Nagel in das Robbenbecken gelangt ist“, sagt Zoosprecherin Simone Hagenmeyer. „Unsere Taucher reinigen die Scheiben des Robbenbeckens einmal wöchentlich.“ Dabei werde auch das Becken regelmäßig auf Fremdkörper abgesucht. „Vielleicht lag der Nagel schon seit Wochen im Becken. Aber das ist reine Spekulation“, sagt Hagenmeyer. Theoretisch könnte der Nagel auch durch den Starkregen am Freitagabend vom Dach des Stallgebäudes in den Innenhof gefallen sein, in dem sich die Tiere frei bewegen können.

Nach Mitteilung des Zoos fanden Tierpfleger die junge Robbe bereits am Sonnabendmorgen apathisch in ihrem Innengehege. Nachdem eine Tierärztin mithilfe eines mobilen Röntgengeräts den zwei Zentimeter langen Fremdkörper im Magen entdeckt hatte, wurde Giselle in die TiHo gebracht. Dort starb das Tier noch während der Operation. Eine anschließende Untersuchung ergab, dass das Seebärbaby durch Flüssigkeit im Herzbeutel vermutlich geschwächt war und deshalb die Narkose nicht überstand. Weitere Untersuchungen sollen jetzt einen genauen Aufschluss über die Todesursache geben.

Die Organisation Peta fordert umgehend eine Untersuchung, um zu klären, ob der Nagel von Zoobesuchern ins Becken geworfen wurde, oder ob der Vorfall auf Baumängel im Robbenbecken zurückzuführen ist.

Erst Mitte Juli waren fünf Schimpansen des Zoos aus ihrem Außengehege ausgebüxt. Dabei wurde ein Kind von einem Tier angerempelt und verletzt. Das Urwaldhaus ist seitdem für Umbauarbeiten geschlossen, die Schimpansen dürfen ihr Innengehege vorerst nicht verlassen.