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Zoo Hannover Kritik an Wolfshaltung im Zoo Hannover
Hannover Aus der Stadt Zoo Hannover Kritik an Wolfshaltung im Zoo Hannover
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11:03 14.08.2010
Von Felix Harbart
Bei Rudelkämpfen am Mittwoch starb Timberwolf Pesto.
Bei Rudelkämpfen am Mittwoch starb Timberwolf Pesto. Quelle: dpa
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Noch für gut zwei Wochen soll die Wölfin Akira geschont werden. Wolfsrüde Papesto war am Mittwoch von den fünf Jungwölfen des Nachbarrudels getötet worden, als beide Gruppen versehentlich zueinander gelassen wurden.

Unterdessen gibt es Kritik an der Haltung der Wölfe in Yukon Bay. „Prinzipiell ist die gemeinsame Haltung von Geschwistern im geschlechtsreifen Alter unnatürlich“, sagt Wolfsforscherin Gesa Kluth vom Wildbiologischen Büro Lupus in der Lausitz. In Hannover aber werden, wie in anderen Zoos auch, fünf männliche Geschwistertiere gemeinsam in einem Gehege gehalten. Muttertier der Fünf ist die verletzte Akira. „Fünf Geschwister sind kein Rudel, sondern eine vom Menschen gemachte Gruppe“, sagt Kluth. Eigentlich müssten die Fünf mit Erreichen der Geschlechtsreife mit etwa zwei Jahren voneinander getrennt werden – oder eingeschläfert, sagt sie. „Das aber wollen die Zoos natürlich nicht, also halten sie sie gemeinsam.“ Auch auf die Gefahr hin, dass die Geschwister sich gegenseitig verletzen oder gar töten könnten.

In Yukon Bay teilen sich die beiden sogenannten Rudel drei Gehege. Das mittlere wird abwechselnd für eine der beiden Gruppen geöffnet. „Wenn beide Gruppen ein Territorium bewohnen, kann das gerade bei den jungen Tieren zu Stress und damit zu Konflikten führen“, sagt Wolfsforscherin Kluth. In freier Natur gingen sich verschiedene Wolfsrudel durch das Markieren ihrer Territorien aus dem Weg – hier aber beanspruchten beide Gruppen dasselbe Gehege. „Dass das Sprengstoff birgt, kann man sich vorstellen“, sagt Kluth. Vonseiten des Zoos hatte es zuletzt geheißen, die gemeinsame Haltung diene durch die verschiedenen Gerüche als Anregung.

Am Mittwoch hatte ein Tierpfleger bei der Bedienung der sogenannten Schieber einen Fehler gemacht. Mit ihrer Hilfe werden die Wolfsrudel für gewöhnlich voneinander getrennt. Durch die Unachtsamkeit aber gelangten beide Rudel zueinander, die fünf Jungwölfe stürzten sich auf Papesto und töteten ihn. „Es ist gut möglich, dass die Fünf den Leitwolf schon lange auf dem Kieker hatten“, sagt Kluth.