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Zoo Hannover Zoo erstattet Strafanzeige gegen Machens
Hannover Aus der Stadt Zoo Hannover Zoo erstattet Strafanzeige gegen Machens
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07:15 01.04.2011
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Aufnahme eigener Ermittlungen abgelehnt - der Zoo stellte jedoch Strafanzeige gegen den früheren Zoo-Chef Klaus-Michael Machens. Quelle: Uwe Dillenberg (Archiv)

Die Zoo Hannover GmbH hat am Donnerstagabend gegen ihren früheren Chef Klaus-Michael Machens Strafanzeige wegen Veruntreuung erstattet. Wenige Stunden zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Aufnahme eigener Ermittlungen abgelehnt. „Es gibt keine Anhaltspunkte für ein pflichtwidriges Verhalten“, hatte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Irene Silinger, am Mittag gesagt. Das habe eine Prüfung ergeben.

Rechtsanwalt Michael Fastabend, der die Zoo GmbH vertritt, reagierte erbost auf die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft. „Das habe ich noch nicht erlebt, dass Ermittlungen eingestellt werden, bevor sie richtig angefangen haben“, sagte er. Von der Staatsanwaltschaft sei noch nicht einmal Machens gehört oder zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Fastabend faxte die fünfseitige Strafanzeige am Donnerstagabend an die Staatsanwaltschaft.

Es geht um eine Rechtsschutzversicherung, die Machens für den Fall abgeschlossen hat, dass ihm als Zoo-Geschäftsführer gekündigt werden sollte. Vom Aufsichtsrat des Zoo wird Machens vorgeworfen, diese Versicherung über den Zoo finanziert zu haben, es sollen Kosten in Höhe von rund 10.000 Euro angefallen sein. Nach Angaben Fastabends wurde Machens vom Versicherungsmakler darauf hingewiesen, dass es sich um eine Privatversicherung handele. Wegen dieser Angelegenheit wurde Machens vor einer Woche auf Beschluss des Aufsichtsrates fristlos entlassen.

Aus dem Aufsichtsrat wurde am Donnerstag massive Kritik am Verhalten des früheren Zoochefs seit seiner Kündigung laut: „Seine Strategie ist es, seinen nachgeordneten Mitarbeitern im Zoo die Schuld in die Schuhe zu schieben“, heißt es. Unter anderem wolle er auch den jetzigen Zoo-Geschäftsführer und früheren kaufmännischen Direktor Frank Werner für den Versicherungsabschluss verantwortlich machen.

Der Anwalt von Machens, Peter Schrader, reagierte am Donnerstag enttäuscht auf die Strafanzeige des Zoos. „Die Staatsanwaltschaft kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht den Hauch eines Verdachts gibt“, sagte er. Machens sei ganz klar rehabilitiert worden. „Wir sind eigentlich bereit, uns an einen Tisch zu setzen, um eine einvernehmliche Lösung zu suchen.“ Jetzt sehe es aber so aus, als wenn er klagen müsse. Der Entwurf der Klage war in den vergangenen Tagen an die Aufsichtsratsmitglieder verschickt worden. Der Anwalt von Machens will gegen die fristlose Kündigung vorgehen und wegen Altersdiskriminierung Schadensersatz verlangen. Der Streit um den Chefposten im Zoo war entstanden, weil der Vertrag vom Machens, der im November 65 Jahre alt wird, nicht verlängert werden sollte. Schrader teilte am Donnerstag mit, dass Machens laut Arbeitsvertrag wegen einer „Kündigung ohne Grund“ ein Jahresgehalt als Abfindung zusteht. Machens hat rund 150.000 Euro pro Jahr verdient. CDU-Fraktionschef Eberhard Wicke befürchtet nun einen langjährigen Rechtsstreit: „Das kann richtig teuer werden.“

Mathias Klein

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