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Aus der Stadt So soll die Kleefelder Straße doch zur Fahrradstraße werden
Hannover Aus der Stadt

Zoo-Viertel: So soll die Kleefelder Straße doch zur Fahrradstraße werden

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17:42 24.09.2019
Die Kleefelder Straße ist zu eng für eine Fahrradstraße, aber ohne parkende Autos könnte es funktionieren, meint der Bezirksrat Mitte mehrheitlich. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Ein generelles Halteverbot aussprechen, die Straße nur für Anlieger freigeben oder teilweise umbauen – auf diese Weise soll die Kleefelder Straße in Hannovers Zoo-Viertel doch noch zur Fahrradstraße werden. Das erhofft sich zumindest der Bezirksrat Mitte und hat am Montagabend einem Antrag der Grünen mit knapper Mehrheit zugestimmt. „Wir brauchen eine echte Fahrradstraße“, sagte Grünen-Bezirksratsfrau Julia Stock.

Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit an einem eigenen Konzept, um die Verkehrssicherheit für Radler in der Straße zu erhöhen und „um eine rechtssichere Anordnung einer Fahrradstraße zu erreichen“, wie eine Stadtsprecherin auf Nachfrage der HAZ sagt. Der Antrag aus dem Bezirksrat werde in das Konzept einfließen.

Gerichtsurteil: Als Fahrradstraße ungeeignet

Im Juli hatte das Verwaltungsgericht entschieden, dass die Straße im Zoo-Viertel nicht länger als Fahrradstraße gelten dürfe. Die Kleefelder Straße erfülle die Voraussetzungen nicht, hieß es zur Begründung. Die Fahrbahn sei zu schmal, als dass Autos und Radler gefahrlos aneinander vorbeifahren könnten. Der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Autos und Fahrradfahrern könne nicht eingehalten werden. Vorausgegangen war die Klage des Anwohners Klaus-Peter Schmidt-Vogt, der auf der Straße nach eigenen Angaben bereits viele Beinaheunfälle beobachtet hatte. Das Gericht betonte zugleich, dass es womöglich zu einem anderen Urteil gekommen wäre, hätte ein generelles Parkverbot gegolten, sodass die Straße breiter gewesen wäre.

Bezirksrat wünscht sich Nachbesserungen

Solche Nachbesserungen wünscht sich nun der Bezirksrat. „Die Strecke ist eine wichtige Fahrradroute und wird auch von Schulkindern benutzt“, sagte Grünen-Bezirksratsfrau Stock in der Sitzung. Tatsächlich ist die Kleefelder Straße Teil des neuen Radschnellwegs von Hannover in Richtung Lehrte. Um die Straße zu verbreitern, sollen Autos nicht mehr entlang der Fahrbahn parken. Es würde dann ein Park- und Halteverbot gelten, Autos sollen nur noch auf privaten Grundstücken stehen. Zudem soll die Straße allein für Anlieger freigegeben werden, nicht mehr für den Durchgangsverkehr. Im Einmündungsbereich zur Clausewitzstraße soll die Straße so ausgebaut werden, wie es einer Fahrradstraße entspricht, also mit eigenen Spuren und Haltebereichen für Fahrradfahrer. Zudem soll die Kleefelder Straße eine Vorfahrtstraße werden.

Blockade auf der Kleefelder Straße

In die Schlagzeilen ist die Kleefelder Straße bereits im vergangenen Jahr geraten. Damals standen sich eine Radfahrerin und ein Lastwagen 40 Minuten gegenüber , weil keiner von beiden ausweichen wollte. Am Ende kam die Polizei und forderte die Radlerin auf, das Feld zu räumen. Die gegenseitige Blockade auf der schmalen Straße verursachte etliche Reaktionen in den sozialen Medien, zumeist Unverständnis. Der Vorfall zeigte aber auch die Unzulänglichkeiten von Fahrradstraßen.

Vielfach sind Hannovers Fahrradstraßen zugleich Durchgangsstrecken für den Autoverkehr. Zwar sollen Räder bevorrechtigt sein – Autos nur geduldet – aber in der Praxis verhält es sich oft umgekehrt, etwa auf der Langen Laube in der City. Hierfür fordern Vertreter des ADFC, nur noch Anliegerverkehr zuzulassen.

Kritik von CDU und FDP

CDU und FDP im Bezirksrat sind von den Änderungen nicht überzeugt. „Die Kleefelder Straße bleibt dennoch ungeeignet“, sagte FDP-Fraktionschef Rolf Schmidt. Die CDU kritisiert die Sperrung für den Durchgangsverkehr. „Das ist für Besucher von Anwohnern unfreundlich“, sagte Bezirksratsherr Joachim Albrecht.

Nach Informationen der HAZ geht das Konzept der Stadt in eine ähnliche Richtung wie der Antrag aus dem Bezirksrat. Es sieht ebenfalls vor, die Kleefelder Straße zur Anliegerstraße zur machen, ein Parkverbot auszusprechen, aber mehrere Parkplätze zu erhalten. Die Pläne sollen demnächst den politischen Gremien vorgelegt werden.

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Von Andreas Schinkel

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