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Aus der Stadt Zwei Chinchillas tot nach TiHo-Behandlung: Wer zahlt jetzt die Behandlungskosten?
Hannover Aus der Stadt

Zwei Chinchillas tot nach TiHo-Behandlung: Wer zahlt jetzt die Behandlungskosten?

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13:56 09.10.2019
Um Chinchillas dreht sich die Klage der TiHo beim Amtsgericht Hannover (Symbolbild) Quelle: Frank Oheim (Archiv)
Hannover

Erkrankung oder gar Verlust der geliebten Vierbeiner ist für so manchen Tierhalter ein heftiger Schlag. Dem vorausgegangen ist oft eine medizinische Behandlung. Doch schwierig wird es, wenn die Halter die Behandlungskosten nach dem Tod des Tieres nicht zahlen wollen. „Es gibt viele Fälle, wo Besitzer nicht zahlen können“, erklärt die Sprecherin der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Suzanne Müller-Berger. „In den Fällen, wo sich Tierbesitzer weigern zu zahlen, geht die TiHo auch vor Gericht.“ Das seien etwa zehn bis fünfzehn Fälle im Jahr.

Klage erhob die tierärztliche Hochschule auch im Fall der Chinchillas Esra und Ephrata. Nach Auskunft des Amtsgerichts Hannover hatte die Halterin aus dem Saarland die TiHo als Spezialistin für die Behandlung von Chinchillas aufgesucht. Die zwei Nagetiere litten unter Zahnerkrankungen und anderen Beschwerden. Für die Behandlung der beiden Tiere fielen Kosten in Höhe von rund 600 Euro und weitere Laborkosten an. Doch die Halterin von Esra und Ephrata zahlte nur einen Teilbetrag und weigerte sich, den Restbetrag auszugleichen.

Chinchillas starben nicht an einer Überdosis

Die Frau aus dem Saarland berief sich vor Gericht auf Behandlungsfehler der TiHo. Doch ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten konnte das nicht bestätigen. Laut Gerichtssprecher Koray Freudenberg hat das Gutachten ergeben, dass der Tod der zwei Nager nicht auf eine falsche Dosierung des Betäubungsmittels zurückzuführen gewesen sei.

In vielen Fällen, in denen Kunden nicht zahlen wollten, beriefen sie sich auf Behandlungsfehler, so TiHo-Sprecherin Müller-Berger. „Denn was soll man sonst als Grund anführen, warum man nicht zahlen will?“ In den Kliniken läge jedoch neben dem Leistungsverzeichnis auch ein Papier über die Bedingungen für die Untersuchung und Behandlung von Tieren aus. Dort ist auch geregelt, dass die TiHo ein Entgelt für Leistungen und für die Betreuung und Verpflegung von Tierpatienten verlangen kann. Auf diese Regelungen werde auch bei Vertragsabschluss hingewiesen.

Ob Behandlungsfehler vorliegt, muss im Einzelfall geklärt werden

Ob ein Behandlungsfehler vorliegt oder nicht, richte sich jedoch nach den allgemeinen gesetzlichen Regelungen. Das müsse im Einzelfall gerichtlich geklärt werden, so Müller-Berger. Im Falle von Esra und Ephrata kann das aber noch etwas dauern. Weil die Beklagte am Dienstag vor dem Amtsgericht nicht erschien, erging ein Versäumnisurteil gegen sie. Wenn sie innerhalb von zwei Wochen nach Zusendung des Urteils Einspruch einlegt, wird das Verfahren aber fortgesetzt. Stellung dazu nehmen, wollte keine der Parteien. Die TiHo wies lediglich daraufhin, dass der Sachverhalt durch das Gericht bereits geklärt sei. Auch wenn der endgültige Ausgang des Verfahrens noch ungewiss ist, kann die tiermedizinische Hochschule trotzdem eine positive Bilanz ziehen: In zehn Jahren gäbe es etwa einen Fall, in dem wegen Behandlungsfehlern gegen die Hochschule selbst prozessiert werde.

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