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Aus der Stadt Hannover feiert seine Vielfalt
Hannover Aus der Stadt Hannover feiert seine Vielfalt
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00:16 21.08.2018
Die Gruppe Umurage zeigte auf der Bühne am Trammplatz ruandische Tänze – und verbreitete gute Laune pur. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Es ist eine wilde Mischung: Das Fest der Kulturen auf dem Trammplatz und der städtische Tag der offenen Tür im Inneren des Rathauses. Draußen spielt Leo Keita aus Mali mit seiner Band entspannte Gitarrenmusik, im Bürgersaal können sich die Besucher über Grundstücksbewertung und Hausnummernvergabe informieren. Eine Brücke schlägt, wenn man so will, Joerma Biernath mit seinem Hannover-Gin. Mit selbst destillierten Geschmackssorten wie „Atlantic Crossing“ oder „British Connection“, meint der 51-Jährige, wolle er auch etwas gegen Verspannungen mit US-Präsidenten oder Brexit-Anhängern tun. Und dann ist auf seine 0,7-Liter-Flaschen, die zwischen 35 und 90 Euro kosten und in der Destille Weidendamm kreiert wurden, ja auch noch der „Spirit of Niedersachsen“ aufgedruckt. Mehr Multi-Kulti an einem Tag geht nicht.

Das Fest der Kulturen trifft auf den Tag der offenen Tür im Rathaus

Das Fest der Kulturen, das am Sonntag zwischen 12 und 20 Uhr fortgesetzt wird, richtet die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Pavillon zum achten Mal aus, die Stadtverwaltung hat sogar schon 14-mal eingeladen, um den Bürgern einen Einblick in die Goldenen Bücher der Stadt und die verschiedenen Säle zu gewähren. Ohne Scheu dürfen die Gäste auch auf den Rathausbalkon treten, wo 1992 die Pokalhelden von Hannover 96 standen oder 2010 Lena Meyer-Landrut nach dem Gewinn des Eurovision Song Contests der Menge zuwinkte.

Bannig bodenständig geht es unterhalb des Balkons zu, wo Reinigungsfachkraft Bertha Bloch und Hausmeister Heinrich Bloch auf humorige Weise versuchen, die Broschüre „Schutz vor Rückstau“ der Stadtentwässerung an Mann und Frau zu bringen. Dass Rückstau in der Dürre dieser Tage kein drängendes Problem ist, wissen die Comedians Susanne Nülle und Pedro Prüser – so ihre wirklichen Namen – natürlich auch. Aber Vorsorge hat noch nie geschadet, und außerdem kann man im Gespräch mit dem drolligen Pärchen lernen, dass ein roter Gummipümpel auch „Abflussrohrreinigungsgerät mit Saugglocke an Polyäthylenacrylhohlgriff“ genannt werden kann. Oder Prömpel. Oder Klorülpser.

Rettung im Großraumbus

Die Feuerwehr hievt Menschen ohne Höhenangst mit Korb an langer Leiter bis auf 30 Meter Höhe, der städtische Gesamtpersonalrat hat die Aktion in die Wege geleitet. In luftigen Gefilden kann man wunderbar beobachten, wie die vieltausendköpfige Besucherschar an Buden und Bühnen vorbeiflaniert. Im Großraum-Rettungswagen der Berufsfeuerwehr erzählt Feuerwehrmann Klaus Kern Wissenswertes über das außergewöhnliche, 800.000 Euro teure Gefährt. Auf dem Chassis eines Linienbusses aufgebaut, bietet das rollende Lazarett seit 2007 Platz für neun Leichtverletzte oder vier Liegen für Intensiv-Patienten. „Bei Bombenräumungen werden mit diesem Großraumfahrzeug auch Patienten aus Kliniken oder Altenheimen transportiert“, berichtet Kern.

Immer wieder beliebt bei Jung und Alt sind die Fahrradversteigerungen, die Frank Schaffert nun schon seit 20 Jahren launig moderiert. „Geben Sie bloß nicht zu viel Geld aus“, warnt er das Publikum in einer Tour. Bei einem etwas labil wirkenden BMX-Rad geht sein Wunsch in Erfüllung, das ersteht ein junger Mann für 12 Euro. Ein Hannover-Rad, 28 Zoll, schwarz mit acht Gängen, findet dagegen erst nach heftigem Bieter-Hin-und-Her einen neuen Besitzer. Für immerhin 116 Euro.

Und so geht es bei perfektem Sommerwetter hitzig weiter, mit Tanzgruppen und Bands aus aller Herren Länder, mit Spiel und Spaß für die Kinder und Schmackhaftem wie vietnamesischen Frühlingsrollen oder Mexican Street Food. Und auch für diejenigen, denen nicht nach Feiern zumute ist, ist gesorgt. Sie haben reichlich Gelegenheit, sich an Infoständen über die Arbeit von Parteien, Vereinen und Verbänden zu informieren sowie sich mit Bürgermeistern und Dezernenten über die Lage der Nation – oder vielleicht auch nur der Stadt Hannover – auszutauschen.

Von Michael Zgoll

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