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Aus der Stadt Nach Absage von MHH: Neue Hoffnung für kranken Mustafa aus Hannover
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Zwei-Millionen-Euro-Spritze: Nach Absage von MHH neue Hoffnung für Mustafa aus Hannover

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20:03 21.11.2019
Von der MHH enttäuscht: Mutter Meryem (25) setzt jetzt alle Hoffnung auf eine andere deutsche Klinik für Sohn Mustafa (2). Quelle: Samantha Franson
Hannover

Hoffnung für den kleinen Mustafa aus Mittelfeld: Eine deutsche Klinik hat sich nach Angaben des Anwalts der Familie, Johannes Kaiser, grundsätzlich bereit erklärt, den an einer schweren Form der Muskelschwäche erkrankten Jungen mit dem in Deutschland bislang nicht zugelassenen Medikament Zolgensma zu behandeln. Bei einer medizinischen Untersuchung müsse nur noch geklärt werden, ob individuelle Risiken einer Behandlung des Jungen entgegenstünden, sagte Kaiser. So sei wichtig zu klären, wie stabil seine Leberwerte seien, denn das Medikament belaste die Leber schwer.

Keine Angaben zur behandelnden Klinik

Um welche Klinik es sich handelt, wollte Kaiser unter anderem unter Bezugnahme auf den derzeitigen Medienrummel um Zolgensma nicht sagen. Das zwei Millionen Euro teure Präparat gilt zurzeit als das teuerste Medikament der Welt und ist bislang nur in den USA zugelassen. Experten erwarten die Zulassung in Deutschland für 2020. Zahlreiche betroffene Familien aus Deutschland kämpfen zurzeit darum, dass ihre Kinder schon jetzt mit dem Medikament, einer neuartigen Gentherapie, behandelt werden. Allein Anwalt Kaiser vertritt nach eigenen Angaben Mandanten im „zweistelligen Bereich“, darunter einen Jungen aus Ludwigsburg, der Zolgensma nach einer weltweiten Facebook-Spendenkampagne mittlerweile verabreicht bekam. Mediziner scheuten vor allem das Haftungsrisiko, heißt es vonseiten der Kliniken – falls die Therapie misslinge, könnten sie verklagt werden.

Mutter von MHH enttäuscht

Die Medizinische Hochschule Hannover, die den kleinen Mustafa aus Hannover zuvor viele Monate mit dem Alternativ-Präparat Spinraza behandelte, hat die Gabe von Zolgensma vor wenigen Tagen abgelehnt. Grund ist nach Angaben von Kaiser unter anderem das Alter des Jungen. Mustafa wurde am 8. November 2019 zwei Jahre alt – erst vier Tage später, nachdem der Anwalt das Sozialgericht eingeschaltet hatte, bewilligte die AOK die Kostenübernahme. Zu spät, habe die MHH argumentiert und deshalb schon aus formalen Gründen abgelehnt, sagt Anwalt Kaiser.

Die Mutter Mustafas, Meryem H., bestätigt seine Angaben. Sie sei enttäuscht von der MHH, hoffe jetzt aber auf die neue Klinik. Bei der MHH äußert man sich unter Bezug auf die ärztliche Schweigepflicht zu dem konkreten Einzelfall nicht. Prinzipiell gelte aber: Mit Spinraza gebe es ein in Deutschland zugelassenes Medikament zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie, mit dem bereits Hunderte von Kindern wirksam behandelt würden. Dazu sei die Gentherapie Zolgensma auch in den USA nur für Kinder unter zwei Jahren zugelassen.

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