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Hannover Das waren die Tops und Flops auf dem Maschseefest 2019
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Das waren die Tops und Flops auf dem Maschseefest 2019 in Hannover

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22:40 18.08.2019
Das Maschseefest am Nordufer. Quelle: dpa
Hannover

Das Maschseefest 2019 endet am Sonntagabend. Was hat funktioniert? Und was kann in den nächsten Jahren noch besser werden? Von der Anreise über das Musikprogramm bis zu den Preisen – das waren die Tops und Flops.

Auch ohne Auto kommt man gut zum Fest – zum Beispiel mit dem Mobike. Quelle: Samantha Franson

Top 1: Bessere Anreisemöglichkeiten

Die Stadt Hannover, die Veranstalter und die Üstra haben investiert, um das Maschseefest auch ohne Auto erreichbar zu machen. Neben der neuen App Nunav, die freie Parkplätze anzeigt, dem Schützenplatz als Abstellmöglichkeit und der Sonderbuslinie 267 waren in diesem Jahr erstmals die Anbieter Mobike und Tier für Leihräder- und Roller am Start Vor allem der Scooter-Verkehr um den See zeigte, dass die türkisen Flitzer eine echte Alternative sind. Im kommenden Jahr soll die Anreise aus der Südstadt zum Ostufer weiter verbessert werden: Laut Hans Christian Nolte, Geschäftsführer der Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG), will man gemeinsam mit der Üstra eine Öffi-Anbindung zwischen Stadtbahn und Ostufer anbieten. Ob das die Parksituation in der Südstadt (siehe Flops) beruhigt, wird sich zeigen.

Am Nordufer wird es beim Feiern immer mal wieder laut – aber das Lärmschutzkonzept hat funktioniert. Quelle: Rainer Dröse

Top 2: Infrastruktur und Lärmschutzkonzept

Die HVG hat in den vergangenen Jahren viel Geld in feste Leitungen und Trafos für die Strom- und Wasseranbindung sowie die 15.000 Quadratmeter an Bodenplatten investiert. Lose Leitungen und Kabel auf dem Maschseefest sind Geschichte. Die gewachsene Infrastruktur hebt die Qualität und macht sich bezahlt. Beschwerden wegen Lärmbelästigung sind laut der Veranstalter gesunken; das Bürgertelefon hat in diesem Jahr sehr viel seltener geklingelt als in den Vorjahren. Die strengen Auflagen für Partys und Konzerte zum Wohl der Anwohner aus der Südstadt funktionieren, sie sind nötig und machen Sinn. Mit der Übernahme der Nordkurve durch die HVG wurde in diesem Jahr der letzte potenzielle Krachmacher ausgeschaltet.

Top 3: Strahlkraft über Hannover hinaus

Das britische Reisemagazin „World Travel“ hat für seine aktuelle Ausgabe ein Foto vom Maschseefest als Titelfoto gewählt. Das zeigt stellvertretend, wie weit das Fest über Hannovers Grenzen einen Namen hat und dass es neben der Kieler Woche zu den größten Freiluftveranstaltungen Norddeutschlands zählt. Davon profitiert die Stadt: Die Bekanntheit steigt, die Hotelauslastung ebenfalls. Ein Blick auf Instagram zeigt, wie viele internationale Beiträge über das Maschseefest die Besucher posten.

Lou Began wurde als einer der musikalischen Höhepunkte des Fests gehandelt – da ist noch Luft nach oben. Quelle: Irving Villegas

Flop 1: Das Kulturprogramm

So sehr sich das Fest auch mit seinem hochqualitativen Gastronomieangebot rühmt – beim Musikprogramm ist Luft nach oben. Das hat das 34. Seefest deutlich gezeigt. Geschmackssache hin oder her: Wenn ein 20 Jahre altes One-Hit-Wonder (Lou Bega), ein ESC-Teilnehmer (Michael Schulte) sowie etliche Coverbands die Live-Bühnen bestreiten, fragt man sich, wie es um Hannover als „Unesco City of Music“ und potenzielle Kulturhauptstadt wirklich steht. Hier könnte im nächsten Jahr mehr Mut gezeigt werden, wenn Musik nicht zum belanglosen Nebenprodukt auf dem Maschseefest werden soll.

Auch in diesem Jahr wurde beim Maschseefest wieder wild am Ufer geparkt. Quelle: Sascha Priesemann

Flop 2: Die Mit-dem-Auto-ans-Ufer-Mentalität

Die Möglichkeiten, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, Moia oder Leihanbietern für Fahrräder und E-Roller zum Fest zu kommen, waren in diesem Jahr besser denn je. Mit Blick auf die Parkplatzsituation in der westlichen Südstadt hat sich allerdings erneut gezeigt, dass viele Besucher meinen, so nah es geht, ihr Auto am Ufer abstellen zu müssen. Die Folgen: Die chronisch angespannte Parksituation im Stadtteil steigt während des Fests noch weiter an, und die Anwohner sind genervt. Es scheint, als ob die vom Bezirksrat und von OB-Kandidat Marc Hansmann (SPD) geforderten Teilsperrungen die einzige Lösung sind. Der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg sagte dazu: „Ich interpretiere das als Auftrag seitens der Politik an uns.“ Offene Fragen dazu sollten bis zum nächsten Jahr geklärt werden.

Wie weit kommt eine Familie mit 30 Euro auf dem Maschseefest ? Nicht weit: Das haben Stefan, Dilek und Dilara (6) Stadelmann für die HAZ getestet. Quelle: Samantha Franson

Flop 3: Der schwierige Spagat mit den Preisen

Schaut man in den Kommentarspalten auf Facebook und Co. werden häufig die Preise auf dem Fest als zu teuer kritisiert. Für die Beteiligten ist das ein Spagat: Der Veranstalter kümmert sich um die aufwendige Infrastruktur und verlangt dafür eine entsprechende Standmiete von den Gastronomen. Das wiederum schlägt sich in den Geldbörsen der Besucher nieder. Snacks unter 5 Euro gibt es eigentlich nur an der Foodmeile am Ostufer, anderswo gelten Restaurantpreise. Für Einkommenschwache und Familien ist jeder Besuch eine teure Angelegenheit, wenn man nicht nur die Speisekarten lesen, sondern auch probieren möchte. Die Veranstalter bezeichnen das Maschseefest als „Volksfest“. Damit auch künftig weiterhin alle teilhaben können, dürfen die Preise zumindest nicht weiter steigen.

Von Manuel Behrens

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