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Hannover Hannover: Ein Tag im März
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09:00 28.02.2018

Hannover: Ein Tag im März

Am 1. März 2000 berichtete die HAZ über das neue Verkehrsleitsystem Move, das vor allem Staus im Messeverkehr verhindern sollte und bei der gerade zu Ende gegangenen Computermesse Cebit seine Feuertaufe erlebte. "Wunder konnte es nicht vollbringen, aber wir sind weitgehend zufrieden", notierten die Einsatzleiter. Move steht für "Mobilität und Verantwortung", worunter man damals vor allem verstand, Stillstand auf den Straßen zu vermeiden. "Die Autos standen seltener und kürzer auf dem Messeschnellweg", erklärte Betriebsleiter Erhard Klein. 120 Millionen Euro hatte die Technik gekostet, bestehend aus einem zentralen Leitstand und elektronisch steuerbarer Beschilderung. Hintergrund für die Investition war die Weltausstellung Expo im selben Jahr, für die man angesichts der zuvor gehandelten Besucherprognosen einen Verkehrskollaps befürchtete. Der große Ansturm blieb dann aus. Die Expo ist Geschichte, aber Move wurde ausgebaut und lebt in Form der Verkehrsmanagementzentrale weiter.

Quelle: Elsner

"Die Georgstraße lagert in Wülfel", titelte die HAZ am 1. März 1962. Autor Klaus Partzsch hatte sich die Pflasterarbeiten im Bereich des Opernplatzes betrachtet, die wegen des kalten Wetters nicht so flott vorankamen wie gedacht. "Die Pläne liegen seit langem in den Aktenschränken - ein hübsches Plattenpflaster bis an die Häuserfront in der Georgstraße, ein großen Grün-Dreieck mit schönen Bänken am Rathenauplatz, ein kleiner Plattenvorplatz um das Marschner-Denkmal zum Einfädeln der Fußgänger. Aber es zieht sich noch hin", notierte der Redakteur und ließ ein Foto schießen, das Bauarbeiter auf der Fläche und Passanten auf einem schmalen Gehstreifen zeigt. Die fehlenden Platten lagerten derweil beim Hersteller in Wülfel. Später im Frühjahr wurde dann alles fertig und die Georgstraße zur Flaniermeile, die sie heute noch ist.

Quelle: HAZ-Archiv

"Alte Männer und junge Mädchen standen auf Stühlen, klatschten, winkten, schwenkten lange Schals in Schwarz-Rot-Gold, die die Partei am Eingang für zehn Mark das Stück verkauft hatte", berichtete HAZ-Reporter Wolfgang Steinweg am 1. März 1983 aus der Eilenriedehalle. Dort hatte Bundeskanzler Helmut Kohl, der seit fünf Monaten nach einem konstruktiven Misstrauensvotum im Amt war, die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs eingeläutet. Perfekt geplant sei die Rede des Pfälzers gewesen, der oft ans Gefühl seiner Zuhörer apelliert habe. "Auch die vielleicht 50 oder 60 Punker und politischen Wirrköpfe, die fast eine Stunde lang mit unflätigem Gebrüll versuchten, Stimmung nach ihrer schlichten Denkart zu machen, die Stinkbomben warfen und sich die Seele aus dem Hals schrieen, ließen Helmut Kohl ungerührt", schrieb Steinweg. Fünf Tage später erreichte die CDU 48,8 Prozent, ihr bestes Wahlergebnis unter Kohl.

Quelle: HAZ-Archiv