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Hannover Generalleutnant a. D.: Joachim Wundrak wird OB-Kandidat der AfD
Hannover

Oberbürgermeister-Wahl in Hannover: AfD benennt Joachim Wundrak als Kandidaten

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11:55 12.08.2019
Joachim Wundrak (hinter der damaligen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen) im Dezember 2014 in Wunstorf. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Die AfD hat überraschend einen neuen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 27. Oktober in Hannover benannt. Joachim Wundrak, bis September vergangenen Jahres als Generalleutnant bei der Bundeswehr tätig, ist bei einem Parteistammtisch in Hannover benannt worden. Der Parteichef und Bundestagsabgeordnete Jörn König, den die AfD-Ratsfraktion zunächst ins Gespräch gebracht hatte, verzichtete auf die Kandidatur. Offiziell müsse Wundrak noch in der AfD-Aufstellungsversammlung am 6. August in Ricklingen von den Mitgliedern gewählt werden, teilte die AfD in Hannover mit.

Joachim Wundrak (64) war nach eigenen Angaben lange Anhänger der SPD. Nach deren „Linksrutsch“ trat er 2008 in die CDU ein, die er 2014 enttäuscht wieder verließ. Im Sommer 2017 wurde er Mitglied der AfD. Parteichef König, der nun zurücksteckt, sagte der HAZ: „Mit seiner ausgewiesenen Führungserfahrung ist er der beste Kandidat.“ Der Bundesverdienstkreuzträger hat in Leitungsposition unter anderem in Afghanistan, Bosnien und bei der Flutkatastrophe in Mosambik gedient. Außerdem kommandierte der zweifache Familienvater, der am Steinhuder Meer lebt, von 1998 bis 2000 das Transportfliegergeschwader in Wunstorf. Am dortigen Fliegerhorst wurde er im September 2018 in den Ruhestand verabschiedet.

OB-Kandidat Wundrak will mehr innere Sicherheit

„Wir wollen den Bürgern in Hannover eine ernsthafte Alternative anbieten“ sagte Wundrak der HAZ. Auch wenn die Chancen der AfD auf den Posten begrenzt seien: „Wenn man nicht kämpft, hat man schon verloren.“ Der Vorstand habe ihn vor zwei Wochen gefragt, ob er zu der Kandidatur bereit sei, er habe sich dann aus Überzeugung für die Ziele der AfD dafür entschieden. Seine politischen Schwerpunkte als Oberbürgermeisterkandidat sehe er in der „Wiederherstellung der inneren Sicherheit, der Beendigung der Verwahrlosung des öffentlichen Raumes, der Schaffung von erschwinglichem Wohnraum vor allem für Familien mit Kindern und einer seriösen Haushaltspolitik“.

„Wir freuen uns sehr, dass mit Joachim Wundrak eine herausragende Führungskraft für die AfD kandidiert“, sagte der stellvertretende Kreisvorsitzende Reinhard Hirche. „Seine Erfahrungen national im Verteidigungsministerium wie international bei Auslandseinsätzen, als auch in den höchsten Kommandostrukturen prädestinieren ihn für das Amt des Oberbürgermeisters.“

SPD: Wundrak ist unwählbar

SPD und Grüne sind über den neuen Konkurrenten entsetzt. „Man sollte sich von der Bundeswehr-Laufbahn von Wundrak nicht täuschen lassen: Wer für die AfD kandidiert, steht für einen rassistisch-völkischen Ungeist“, meint Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Für eine weltoffene Stadt wie Hannover sei Wundrak unwählbar. Der OB-Kandidat der Grünen, Belit Onay, ist fassungslos. „Die Kandidatur eines ehemaligen Drei-Sterne-Generals für eine Partei, die immer weiter nach rechts driftet, ist ein bitteres Zeichen für die Bundeswehr“, sagt er. Dabei gebe es viele Soldaten, die einen guten Job machen und einen klaren demokratischen Kompass besitzen. Die CDU gibt sich gelassen. Für sie ist Wundrak „nur ein weiterer Kandidat“, wie Hannovers CDU-Chef Maximilian Oppelt sagt.

Für die Oberbürgermeister-Wahl am 27. Oktober waren bisher elf Kandidaten benannt worden.

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