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Boehringer: Streit um ein Tierlabor Boehringer darf bauen: Überwiegend positive Reaktionen
Hannover Themen Boehringer: Streit um ein Tierlabor Boehringer darf bauen: Überwiegend positive Reaktionen
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11:21 17.06.2010
In Kirchrode wird ein umstrittenes Tierimpfstoffzentrum gebaut. Quelle: Anika Spuhl
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Außerdem sei das Projekt wichtig für den gesamten Agrarstandort Niedersachsen, sagte Ministerpräsident Christian Wulff am Mittwoch der HAZ.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) bezeichnete die Ansiedlung auch als Anerkennung für die „herausragende Arbeit der Tierärztlichen Hochschule“. Die „offene Kommunikation“ von Boehringer habe zum positiven Ergebnis beigetragen, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK, Horst Schrage. Der Präsident der Tierärztlichen Hochschule, Gerhard Greif, meinte, Impfstoffe seien unverzichtbar für gesunde Tiere und dienten sowohl dem Tier- als auch dem Verbraucherschutz.

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Auch Stadtverwaltung und Lokalpolitiker reagierten erleichtert auf die Entscheidung. Rathaussprecher Dennis Dix sprach von einem „richtigen Schritt“. CDU-Fraktionschef Jens Seidel meinte, Hannover sei auf einem gutem Weg, im Bereich der Medizinforschung weiter voranzukommen, ähnlich äußerte sich FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Von einem „wichtigen Schritt für Hannover“ sprach die SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Kastning. Sie kann sich jedoch vorstellen, dass es zu weiteren Protesten kommt. „Wir müssen jetzt die Reaktionen abwarten“, sagte sie. Kastnings Hoffnung ist, dass der Betrieb wie geplant im Jahr 2012 aufgenommen werden kann. Michael Dette von den Grünen sprach von einer Bereicherung für die Stadt, kündigte aber an, weiterhin darauf zu achten, dass alle Auflagen eingehalten würden.

Lediglich die „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ kritisierte die Entscheidung. Die Genehmigung sei „ohne Rücksicht auf die Auswirkungen des geplanten Tierseuchenlabors und die Gefährdung der Bevölkerung erteilt worden“, sagte Sprecher Klaus Neudahm. Er kündigte Klagen an.

Die erteilte Genehmigung schreibt Spezialfilter vom Typ HEPA 14 für die Abluft vor. Der Abluftschornstein wurde sicherheitshalber auf 19 Meter Höhe festgelegt. Tierkadaver müssen in einem alkalischen Bad sterilisiert werden, auch Abwasser und Abfälle werden behandelt. Für alle Zugänge zu Labortrakt und Tierställen sind Schleusen vorgeschrieben.

Mathias Klein und Conrad von Meding