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Boehringer: Streit um ein Tierlabor Letzte Chance für ein Veto
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15:00 23.07.2009

Im ersten Verfahren hatten 1300 Einwohner zu zahlreichen Punkten beinahe ausnahmslos kritische Einwände vorgebracht. Die meisten wurden abgelehnt, einige, das Vorhaben nicht gefährdende, sind in den Plänen berücksichtigt. Sie stehen jetzt von Mai an einen Monat zur Diskussion.

Die Unterlagen werden in der Bauverwaltung ausgelegt und sind im Internet einzusehen. Kritik ist per Post oder E-Mail möglich. Verwaltung und Politik beraten vorgelegte Bedenken erneut und entscheiden dann endgültig über die Unternehmensansiedlung an der TiHo. Gegen diesen letzten Beschluss des Rates haben Gegner bereits Klage vor dem Verwaltungsgericht angekündigt.

Die große Mehrheit des Rates hat diesem Verfahren - und damit dem Bau des umstrittenen Forschungszentrums - am Donnerstag erwartungsgemäß zugestimmt. SPD, CDU, Grüne und FDP bewerten die in Kirchrode geplante Ansiedlung als Chance für die Landeshauptstadt. Die Redner betonten, nach langer Beschäftigung mit dem Thema guten Gewissens für das Impfstoffzentrum zu sein.

Hannes Hellmann (CDU) erklärte, das Zentrum liege nicht, wie von der Bürgerinitiative behauptet, in einem Wohngebiet, sondern in verträglicher Entfernung. „Von Anwohnern, die näher als 500 Meter dran leben, gibt es nur einen einzigen Einwand.“ Für Sozialdemokrat Michael Klie gilt: „Das Gewerbeaufsichtsamt ist unser Gutachter.“ Die Mehrheit des Rats lehnte daher die Forderung von WfH-Ratsherr Jens Böning ab, ein unabhängiges Sicherheitsgutachten einzuholen. Es sollte auch eine „Auslagerung des Stalles“ prüfen. Die SPD nennt diesen Ort der Tierversuche hingegen „Hochsicherheitstrakt“.

Böning sowie die zwei linken Gruppen lehnen den Boehringer-Bau in Kirchrode ab. „Ställe gehören nicht ins Wohngebiet“, sagte Frank Nikoleit (Hannoversche Linke). Oliver Förste (Die Linke) verwies darauf, dass Boehringer im Vietnamkrieg das hochgiftige Agent Orange hergestellt habe.