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Boehringer: Streit um ein Tierlabor „Projekt ist machbar"
Hannover Themen Boehringer: Streit um ein Tierlabor „Projekt ist machbar"
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18:58 13.05.2009
Von Juliane Kaune

„Ich halte das Vorhaben am Standort Kirchrode grundsätzlich für machbar“, sagte Uwe Licht-Klagge, Abteilungsleiter im Gewerbeaufsichtsamt Hannover. Geplante Genversuche konzentrierten sich auf die Gefahrenklasse 2, bei der mit Mikroorganismen gearbeitet werde, die dem Menschen nicht gefährlich werden könnten. Vorrangiges Ziel sei es, an Impfstoffen gegen weit verbreitete Erreger für Durchfall- oder Erkältungskrankheiten beim Tier zu forschen.

Forschungsprojekte in dieser Sicherheitsstufe liefen auch an der Tierärztlichen oder der Medizinischen Hochschule Hannover. Nur in Ausnahmefällen solle die von Boehringer geplante Anlage für Erreger mit der höheren Sicherheitsklasse 3 genutzt werden, betont Licht-Klagge. Um zu verhindern, dass die Keime nach außen dringen, würden Sicherheitsschleusen eingerichtet. Zudem werde das Biomaterial sterilisiert, bevor es das Gebäude verlässt.

Boehringer will die Körper der toten Versuchstiere in hochalkalischer Lauge auflösen. Noch sei unklar, wo diese entsorgt werden solle, sagt Licht-Klagge. Alternativen seien Biogasanlagen, wie es sie in Mecklenburg-Vorpommern gebe, oder Verbrennungsöfen, die etwa in Nordrhein-Westfalen betrieben würden. Sicher ist, dass Boehringer für die Haltung von bis zu 1000 Schweinen keine Sondererlaubnis braucht: Erst ab 1500 Tieren ist eine Genehmigung als Masttierbetrieb erforderlich.

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