Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
City 2020: Pläne für Hannover Entwürfe zu City 2020 kommen in der Politik gut an
Hannover Themen City 2020: Pläne für Hannover Entwürfe zu City 2020 kommen in der Politik gut an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:43 07.06.2010
Neustart am Hohen Ufer: Im Planerwettstreit Hannover City 2020 hat die Jury den Beitrag des hannoverschen Architekturbüros Kellner Schleich Wunderling (KSW) gegen internationale Konkurrenz mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Das Konzept sieht eine vollständige Neuorganisation der Flächen zwischen Leineufer und der Straße Leibnizufer vor. Quelle: Handout
Anzeige

Die City-2020-Entwürfe kommen in der Politik gut an Bei den Hoffnungen, wie schnell und mit welchen Schwerpunkten sie Realität werden könnten, gibt es aber deutliche Nuancen.
SPD-Baupolitiker Thomas Hermann hofft, dass „innerhalb des gesetzten Zeitraums bis 2020 zumindest am Hohen Ufer die Entwürfe umgesetzt werden“. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hingegen fürchtet, dass genau dieses Areal „der teuerste Brocken“ sei, um den es „die meisten Diskussionen“ geben werde. Und CDU-Baupolitiker Dieter Küßner warnt davor, „den Menschen zu viele Hoffnungen zu machen“, dass in den nächsten 30 bis 40 Jahren viel umgesetzt werde. Der Wettbewerb sei wie der Versuch, „große Sprünge mit leerem Beutel“ zu machen, spielte er auf Hannovers Finanzlage an – lobte aber zugleich das Ergebnis.

Grünen-Baupolitiker Michael Dette betont, dass es „in den Entwürfen nicht nur einfach um neue Gebäude“ gehe. Vielmehr werde „aufgezeigt, wie Teile der Innenstadt zugunsten aller Altersgruppen verbessert und die Aufenthaltsqualität sowie die Nutzungsvielfalt erhöht werden“ könne. Auch SPD-Politiker Hermann zeigte sich hochzufrieden mit dem Ergebnis. Das Stadtplanungsprojekt war eine Idee der rot-grünen Rathausmehrheit, die langfristige Planungsgrundlagen für Hannovers Stadtentwicklung schaffen wollte. Selbst FDP-Mann Engelke zollte dem Projekt Lob: „Alle Entwürfe sind hochwertig, daraus können Meilensteine für die Zukunft Hannovers erwachsen.“

Wenn die Politiker wählen dürften, würde Küßner mit dem Klagesmarkt anfangen: „Da sieht es aus wie im Hinterhof.“ Engelke hingegen würde mit dem Köbelinger Markt beginnen: „Der Bereich fristet bislang ein Stiefmütterchendasein mitten in der Stadt.“ Fast alle betonen, es sei gut, rund ums Hohe Ufer Kombinationsmöglichkeiten bei den Entwürfen zu haben – etwa die stilisierte Leineinsel der zweitplatzierten Planungsgemeinschaft Mola/Winkelmüller mit Sinai/Faust/Schroll/Schwarz ins Programm aufzunehmen oder die Freitreppe des Marstallentwurfs in die Pläne des Siegerbüros Kellner Schleich Wunderling zu integrieren. Baudezernent Uwe Bodemann hat angekündigt, alle Siegerentwürfe in einen Entwicklungsplan einzuarbeiten, der bis Herbst vorliegen wird. Gestern Abend wurden die Entwürfe zudem erstmals öffentlich gezeigt und bis nach Redaktionsschluss diskutiert.

Conrad von Meding