Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Großbaustelle Kröpcke-Center Am Kröpcke ist der Rohbau fertig
Hannover Themen Großbaustelle Kröpcke-Center Am Kröpcke ist der Rohbau fertig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:59 01.12.2010
Von Conrad von Meding
Der Rohbau der Centererweiterung hat jetzt auch im vierten Obergeschoss eine gegossene Decke.
Der Rohbau der Centererweiterung hat jetzt auch im vierten Obergeschoss eine gegossene Decke. Quelle: Philipp von Ditfurth
Anzeige

Auf Hannovers größter Innenstadtbaustelle am Kröpcke-Center geht es in hohem Tempo voran. Der Rohbau der großen Gebäudespitze, die weit auf den Platz hinausragt, ist abgeschlossen, die oberste Geschossdecke ist fertiggegossen. Sogar die Fassade ist – für Passanten unsichtbar wegen der Gerüstfolien – in Teilen schon montiert, am Donnerstag beginnt der Aufbau des Bodens im Erdgeschoss.

„Wir sind ganz gut im Plan“, resümiert Bauleiter Gordon Kisser. Zwischenzeitlich hatte es Verzögerungen gegeben, die aber mittlerweile dank Doppelschichteinsätzen der Bauteams wieder wettgemacht wurden. Das Ziel, jeden Monat eine Etage des Neubaubereichs fertigzustellen, wurde erreicht.

Im Inneren könnte sich die Belegschaft des Modehauses Peek & Cloppenburg jetzt schon mal anschauen, wie ihr künftiger Arbeitsplatz aussehen wird – zumindest in den Umrissen. Riesige Verkaufsflächen breiten sich in dem Rohbau aus, nur wenige, schlanke Säulen stören das Auge. Peek & Cloppenburg will im modernisierten Kröpcke-Center seinen bundesweit zweitgrößten „Flagshipstore“ einrichten – nur in Dresden gibt es ein größeres P & C-Haus.

Doch bis es so weit ist, muss noch eine Menge Arbeit getan werden. Die Fensterfassungen sind in weiten Teilen schon montiert und auch die Randabdichtungen schon vorgenommen. Auf der Außenhaut des vergrößerten Gebäudes sind die Träger für die Fassadenplatten angebaut, am Mittwoch wurden die Trockenestrichplatten angeliefert, die von Donnerstag an auf dem Boden verlegt werden. Weil es beim Kröpcke-Center immer um deutlich mehr Baumaterial geht, als wenn etwa Einfamilienhäuser gebaut werden, ist auf der großen Brachfläche am Pferdeturm eigens eine Art Logistikzentrum eingerichtet worden. Dort warten Lastwagen mit Baumaterial darauf, „just in time“ Nachschub für die Riesenbaustelle zu bringen. Dort wird auch ein kleines Zwischenlager eingerichtet: Die Innenstadtbaustelle am Kröpcke bietet nicht genug Platz, um die riesigen Mengen Baumaterial langfristig zu lagern, die in den kommenden Wochen benötigt werden.

In den nächsten Tagen steht noch ein kompliziertes Sonderprojekt bevor. Die Klimaanlage muss im höchsten Geschoss des Turms in rund 50 Metern Höhe demontiert und im vierten Stock provisorisch wieder aufgebaut werden – und das alles bei laufenden Betrieb. „Bei Peek & Cloppenburg soll der Verkauf schließlich ungestört weitergehen“, sagt Bauleiter Kisser. Auch im Rohbau wird geheizt – allerdings mit Baustellentechnik. Drei Heizaggregate mit jeweils 104 Kilowatt Leistung liefern Wärme auf der Großbaustelle. Selbst das aber reicht noch nicht. Der Maschinenpark wird daher noch auf fünf Stück aufgestockt, die Gebäudegröße macht das nötig. Alle Fensteröffnungen im gesamten Rohbau sind mit Planen verhängt, damit die Wärme im Inneren nicht verpufft.

Zum Turm wird verhandelt: Offen ist derweil immer noch, ob das neue Kröpcke-Center wieder einen Turmaufbau erhält. Klar ist nur: Der alte, zerklüftete Turm wird fast gänzlich abgetragen, in den Kellergeschossen sollen daher voraussichtlich rund 8500 Tonnen Kies als „Ballastierung“ eingebracht werden, damit das leichter werdende Gebäude im Grundwasser nicht aufschwimmt. Noch verhandelt der Düsseldorfer Projektentwickler Holger Wohner mit möglichen Mietinteressenten für die Büroetagen im Kröpcke-Turm. Findet er keine, wäre der Wiederaufbau der oberen Geschosse unrentabel. Bis Mitte Dezember hält Wohner sich die Entscheidung noch offen.

Mehr zum Thema

Der Abriss am Kröpcke-Center in Hannovers Stadtmitte ist abgeschlossen, in wenigen Tagen startet auf der Großbaustelle der Hochbau. Dazu kommt ein Kran ungeahnten Ausmaßes in die Innenstadt. Die Geschäftsleute am Opernplatz fürchten heftige Einbußen.

Conrad von Meding 17.06.2010

Lastwagenkolonnen werden 8000 Tonnen Beton in Klötzen durch die Stadt kutschieren, Seismographen überwachen den Untergrund: Die größte City-Baustelle wächst heran.

Conrad von Meding 29.07.2010

Die Nachricht von den mehrmonatigen Verzögerungen bei den Arbeiten auf der Kröpcke-Baustelle haben die Kaufleute in der Innenstadt am Donnerstag mit Verärgerung und großem Bedauern zur Kenntnis genommen. „Wir können alle Beteiligten nur ermahnen, die Arbeiten schnell zu Ende zu bringen“, sagte Martin Prenzler von der Geschäftsführung der City-Gemeinschaft.

25.03.2010