Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Großbaustelle Kröpcke-Center Kröpcke-Center in Hannover wird ohne Turm gebaut
Hannover Themen Großbaustelle Kröpcke-Center Kröpcke-Center in Hannover wird ohne Turm gebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:58 07.12.2010
Von Conrad von Meding
Das Kröpcke-Center wird ohne Turm gebaut.
Das Kröpcke-Center wird ohne Turm gebaut. Quelle: Philipp von Ditfurth
Anzeige

Für die geplanten oberen Turmetagen mit rund 15.000 Quadratmetern Bürofläche habe sich kein Mieter gefunden. Auf den Zeitplan der größten Innenstadtbaustelle habe das aber kaum Auswirkungen. Im Frühjahr wird der bisherige, zerklüftete Turm abgerissen. Im Herbst zieht das Modehaus Peek & Cloppenburg zunächst in den neuen Gebäudeteil ein, der als Rohbau schon jetzt wie ein Schiffsbug in den Kröpcke ragt. Danach wird der rückwärtige Teil umgebaut, voraussichtlich 2012 soll alles fertig sein.

Oberbürgermeister Stephan Weil sieht im Verzicht auf die Turmgeschosse keine Beeinträchtigung. Die Stadt habe zwar den ursprünglichen Planungen mit einem modernisierten Turm zugestimmt, „aber auch mit den jetzt beschlossenen Veränderungen wird das neue Kröpcke-Center zu einer deutlichen städtebaulichen Verbesserung auf einem zentralen Platz in Hannover führen“, sagte Weil am Dienstag.

Offen ist noch, was oberhalb der bereits gegossenen fünften Geschossdecke passiert. Stadtbaurat Uwe Bodemann hatte kürzlich im Bauausschuss angekündigt, dass im Falle des Turmverzichts ein „architektonisch sinnvoller Abschluss“ etwa in Form zurückgesetzter Staffelgeschosse gefunden werde. Weil sagte gestern, dass der Investor diesem Vorhaben zwar im Grunde nachkommen werde – möglicherweise aber nicht in allzu ausgeprägter Form: „Ob das, was gebaut wird, alle Wünsche von Stadtplanern erfüllt, das weiß ich nicht“, orakelte der Oberbürgermeister. In jedem Fall aber werde das, was entsteht, „gegenüber dem derzeitigen Zustand eine große Verbesserung“ sein.

Immerhin entfällt durch den Turmverzicht ein potenzieller Großkonflikt: Anlieger wie der Inhaber der holländischen Kakaostube hatten angekündigt, Beeinträchtigungen, etwa durch den riesigen Turm, nicht hinnehmen zu wollen. Eine Klage gegen den Turmbau, der eine deutliche Erweiterung bedeutet hätte, hätte durchaus Chancen auf Erfolg haben und das Projekt verzögern können. Dazu wird es nun aber wohl nicht mehr kommen.

Auch bei den Innenstadtkaufleuten war man gestern nicht unzufrieden mit der Entscheidung. „Wir hätten mit dem Turm zwar leben können“, sagte Dirk Aigner, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft: „In letzter Zeit haben wir aber bei unseren Mitgliedern vermehrt Stimmen gehört, die den Turm für verzichtbar hielten.“

Der Zeitplan sieht jetzt vor, dass zum Jahresbeginn mit dem Abbruch einer Gebäudekante am Platz der Weltausstellung begonnen wird. Im März wird dort ein dritter Großkran aufgebaut, mit dessen Hilfe der Turm demontiert wird. Dazu müssen als Gegengewicht 8500 Tonnen Ballast in den Boden gebracht werden, der Kies wird in Lastwagenkolonnen in die City gebracht. Zugleich will die Stadt ab Sommer die Flächen am Kröpcke herrichten. Die Pläne dafür werden am nächsten Montag vorgestellt.