Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Großbaustelle Kröpcke-Center Neue Frist für Turm auf Kröpcke in Hannover
Hannover Themen Großbaustelle Kröpcke-Center Neue Frist für Turm auf Kröpcke in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:52 05.11.2010
Von Conrad von Meding
Ob das Kröpcke-Center in Hannover einen Turm bekommt, entscheidet sich erst Mitte November.
Ob das Kröpcke-Center einen Turm bekommt, entscheidet sich erst Mitte November. Quelle: Handout
Anzeige

Bis Mitte November soll jetzt noch gewartet werden, ob sich ein Mieter für die etlichen Tausend Quadratmeter Bürofläche in den geplanten Obergeschossen findet. Wenn nicht, soll das Kröpcke-Center statt seiner Turmetagen nur ein bis zwei zurückgesetzte Obergeschosse erhalten – und wäre dann kaum höher als Nachbarbauten wie das „Europa-Haus“. Die Frist für die Entscheidung hatte eigentlich im Oktober enden sollen. Dass sie verlängert wird, hält manch einer in der Branche für ein mögliches Signal dafür, dass der Dortmunder Projektentwickler Holger Wohner zumindest noch Verhandlungen mit Mietinteressenten führt.

Die Modernisierung der Siebziger-Jahre-Immobilie ist mit kalkulierten Gesamtkosten von rund 200 Millionen Euro derzeit die teuerste Baustelle im Stadtzentrum. Monat für Monat wächst die neue Gebäudespitze am Kröpcke um eine Etage. Für die Geschäftsetagen in den Sockelgeschossen steht Peek & Cloppenburg als Hauptmieter schon lange fest. Mit der Firma Eckerle ist, wie berichtet, auch endlich wieder ein großer Herrenausstatter für die Innenstadt gefunden, der gegenüber von Wormland einziehen wird. Kürzlich wurde zusätzlich eine weitere, aber kleine Fläche an den dänischen Schmuckfilialisten Pandora Jewelry vermittelt.

Dagegen gestaltet sich die Vermarktung der Büroetagen in den Turmgeschossen offenkundig schwierig. Den Bauantrag zur Erweiterung der oberen Etagen auf eine Höhe von bis zu 57,40 Meter hat Wohner kürzlich bei der Stadt eingereicht. Immerhin hat der Projektentwickler zugesagt, dass er den hässlichen Waschbetonturm nicht stehen lässt. Er soll fast vollständig abgetragen werden. In die Tiefgeschosse am Kröpcke muss daher Anfang 2011 eine sogenannte Ballastierung eingebracht werden – egal, ob der Turm später noch gebaut wird oder nicht. Derzeit planen die Ingenieure, 8500 Tonnen Kies durch ein Loch in der Ständehausstraße in die Kelleretagen zu kippen, damit das Kröpcke-Center im Grundwasserstrom nicht aufschwimmt, wenn der Turm abgetragen wird.

In Kürze soll rückwärtig am Platz der Weltausstellung der Rückbau der Fassade beginnen, hieß es am Freitag. Auch der große Brunnen auf dem Platz muss noch versetzt werden, damit die Arbeiten an diesem Teil des Kröpcke-Centers weitergeführt werden können. Um wie viele Millionen das Projekt ohne die Turmetagen billiger würde und wie deutlich sich die Fertigstellung zeitlich nach vorne verschiebt, darüber gab es am Freitag keine Angaben.