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Landtag: Abriss oder Umbau? Landtagsneubau in Hannover nimmt weitere Hürde
Hannover Themen Landtag: Abriss oder Umbau? Landtagsneubau in Hannover nimmt weitere Hürde
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17:52 18.06.2010
Ob und wann der neue Landtag gebaut wird, steht wegen der Proteste gegen das 45-Millionen-Euro-Projekt noch nicht fest. Ein Baubeginn für einen neuen Plenarsaal in Hannover wird auf alle Fälle nicht mehr in diesem Jahr erwartet. Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

Der umstrittene Landtagsneubau in Hannover hat eine weitere Hürde genommen: Die Vergabekammer des Landes wies den Einspruch der Gewinner eines bereits 2002 durchgeführten Architektenwettbewerbs ab. Das teilte die Kammer am Freitag in Lüneburg mit. Der marode Plenarsaal von 1962 soll durch einen Neubau ersetzt werden. Gegner halten dies in Zeiten knapper Kassen für verzichtbar.

 Bereits 2002 waren Planungen für einen Neubau des Landtags angelaufen, die später fallengelassen wurden. Das damals ausgewählte Architektenbüro Koch/Panse hatte das aktuelle Verfahren angefochten und einen Nachprüfungsantrag gestellt. Dafür sah die Vergabekammer aber keine Grundlage.

 Das Büro Koch/Panse hatte als Gewinner des ersten Wettbewerbs auf einen Planungsauftrag gepocht. Obwohl das Projekt zunächst nicht weiterverfolgt worden sei, habe es für einen neuen Wettbewerb keine Grundlage gegeben. Die Vergabekammer jedoch befand, dass den Architekten habe klar sein müssen, dass das Bauprojekt in seiner ursprünglichen Form gestoppt worden sei.

Während es 2002 nur um einen Umbau ging, habe der Wettbewerb 2009 die Möglichkeit der Erweiterung oder eines Neubaus beinhaltet. Das Büro habe die Möglichkeit ungenutzt gelassen, sich mit einem erweiterten Entwurf an dem neuen Wettbewerb zu beteiligen.

 Ob und wann der neue Landtag gebaut wird, steht wegen der Proteste gegen das 45-Millionen-Euro-Projekt noch nicht fest. Ein Baubeginn für einen neuen Plenarsaal in Hannover wird auf alle Fälle nicht mehr in diesem Jahr erwartet. Landtagspräsident Hermann Dinkla(CDU) will das Projekt einer externen Machbarkeitsstudie unterziehen. Fachleute sollen in den nächsten Monaten sicherstellen, dass der Neubau nicht teurer wird als vorgesehen.

Bei dem zweiten Wettbewerb 2009 landete der Entwurf des Kölner Architekten Eun Young Yi auf dem ersten Platz. Das staatliche Baumanagement bescheinigte dem Entwurf inzwischen die Machbarkeit.

Seit längerem protestiert eine Bürgerinitiative gegen den Neubau, obwohl sich die Mehrheit des Parlaments dafür ausgesprochen hatte. Außerdem wurde ein Volksbegehren gegen den Abriss beantragt. Auch hat die Witwe des Landtagsarchitekten von 1962, Eva Oesterlen, angekündigt, gegen einen Abriss klagen zu wollen. Vor allem Denkmalschützer stellen sich gegen einen Abriss des Plenarsaals aus den Nachkriegsjahren.

dpa

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