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Unsichere Zeiten fürs Ihme-Zentrum Das Ihmezentrum als Campus der Uni Hannover
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08:24 11.04.2011
Von Juliane Kaune
Neue Ideen für das Ihme-Zentrum in Hannover: der Architekt Moritz Othmer. Quelle: Rainer Surrey

Die Leibniz Universität richtet in der ehemaligen Einkaufspassage des Ihmezentrums Hörsäle und Seminarräume ein. Auch die Uni-Sportinstitute und Vereine nutzen die leer stehenden Läden in der Lindener Großimmobilie – auf einigen Dachflächen kann sogar Fußball gespielt werden. Für die Volkshochschule heißt die neue Adresse ebenfalls Ihmezentrum, und auch die beiden Stadtteilbibliotheken verlagern ihren Sitz in den derzeit brachliegenden Komplex, gleich ganz vorne an den Küchengarten. Zumindest als Modell hat Moritz Othmer den „Ihme-Campus“ schon gebaut: In seiner Diplom-Arbeit hat der 27-jährige Absolvent der Uni-Architekturfakultät eine Vision für den Betonkoloss an der Ihme entworfen – eine „Bildungslandschaft“ soll dort entstehen.

Von der Realität wurden Othmers Pläne, die er jetzt im Architekturbüro Raumplan vorstellte, zwar bereits überholt. So ist für die VHS nach langem Hin und Her endlich ein neuer Standort am Hohen Ufer gefunden worden; die Büchereien sollen im Lindener Rathaus zusammengefasst werden. Und die Uni hat nach den Worten ihres Baudezernenten Horst Bauer „keinerlei Interesse“ am Ihmezentrum. Doch Othmer kommt es bei seinem Entwurf nicht so sehr darauf an, dass dieser umgesetzt wird. Er will vor allem eines: neue, kreative Ideen für eine Nutzung der Problemimmobilie ins Gespräch bringen.

Alle bisherigen Planungen gehen davon aus, dass die nach dem Stopp der Umbauarbeiten brachliegenden Flächen im Ihmezentrum genau wieder zu dem werden sollen, was dort zuvor bereits gescheitert war – ein großdimensioniertes Shoppingcenter. Der frühere Investor Carlyle hatte diese Pläne verfolgt. Auch die aktuelle Hauptgläubigerin, die Landesbank Berlin (LBB), hat einen Projektentwickler aus der Gewerbe- und Einzelhandelsbranche ins Boot geholt.

Der Lindener Othmer glaubt nicht, dass ein Einkaufsparadies im großen Stil im Ihmezentrum funktioniert. Auch Gerd Runge ist skeptisch: „Im Erdgeschoss soll nach bisherigem Stand eine Ladenzeile mit dem Charme einer Tiefgarage entstehen“, kritisiert der Architekt, der seit 30 Jahren neben dem Ihmezentrum wohnt und die Entwicklung gut kennt. Für ihn liegt der Konstruktionsfehler des Betonkolosses aus den siebziger Jahren darin, dass dieser sich auf der Straßenebene und in der ersten Etage massiv gegen den Stadtteil abschottet. „Die Hochhäuser sind nicht das Problem“, findet Runge. Er schlägt vor, den unteren Bereich des Gesamtkomplexes in Teilen aufzubrechen und Durchgänge zur Ihme zu ermöglichen – ohne bereits statische Berechnungen angestellt zu haben. In diesem Sinne müsse sich die Stadt stärker in die Planungen einschalten, sagt Runge. Ein Investor wolle stets möglichst viele Flächen vermieten, um sein Projekt rentabel zu gestalten.

Die LBB kommentiert die Ideen auf ihre Art: „Es ist positiv, wenn sich jemand Gedanken über die Zukunft des Ihmezentrums macht. Aber Pläne müssen auch realisier- und bezahlbar sein.“

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