Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wiederaufbau Schloss Herrenhausen Hannover bekommt sein Schloss zurück
Hannover Themen Wiederaufbau Schloss Herrenhausen Hannover bekommt sein Schloss zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 24.11.2007
Von Alexander Dahl
Anzeige

Die Volkswagen-Stiftung wird das klassizistische Bauwerk für rund 20 Millionen Euro errichten, wie das Stiftungskuratorium festlegte. Die Planungen beginnen bereits im kommenden Jahr; spätestens 2012 soll das Schloss fertig sein.

Nach den Bauplänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Laves werden die historischen Fassaden des Hauptgebäudes und der beiden Seitenflügel rekonstruiert, deren Originale zwischen 1819 und 1821 gestaltet wurden. Das Innere des etwa 5000 Quadratmeter großen Baus soll eher modern und schlicht sein, weil die Volkswagen-Stiftung dort „eine internationale und hochkarätige Begegnungsstätte für die Wissenschaft einrichten wird“, wie Wilhelm Krull, der Generalsekretär der Stiftung, erklärte.

Unter dem Schloss, im Bereich des heutigen Ehrenhofs, soll zudem ein unterirdischer Veranstaltungssaal für 250 Personen entstehen. In den Seitenflügeln werden einerseits der schriftliche Nachlass des Universalgenies Gottfried Wilhelm Leibniz – unter anderem rund 15.000 Briefe – ausgestellt und andererseits die welfische Kutschensammlung untergebracht, die sich derzeit im Historischen Museum am Hohen Ufer befindet. An den Tagen, an denen keine wissenschaftlichen Tagungen stattfinden, soll das Schloss auch zu kommerziellen Zwecken gemietet werden können.

Über den Wiederaufbau wird seit Jahrzehnten diskutiert. Hinter den Kulissen hatten seit dem Frühsommer die Landesregierung, die Stadt und die Volkswagen-Stiftung um eine Lösung gerungen. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sprach daher von einem „wirklich beglückenden Tag für Hannover und das Land“. Der Schlossneubau nach den Plänen von Laves biete die „größte Akzeptanz und die schnellste Realisierungsmöglichkeit“. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) reagierte euphorisch auf den Wiederaufbau. Dieser sei ein „großer Wurf für die Stadt“, mache sie zu einem großartigen Wissenschaftsstandort.

Die Stadt überlässt der Volkswagen-Stiftung das Schlossgrundstück für 99 Jahre zur kostenfreien Nutzung. Inhaber des Schlosses wird die Volkswagen-Stiftung sein, die zur Unterhaltung und Vermietung der Immobilie eine Betreibergesellschaft gründen wird. Krull deutete an, dass durch Vermietungen nicht nur die Bausumme wieder hereinkommt, sondern eine jährliche Rendite von bis zu vier Prozent erzielt wird. Die Baukosten entnimmt die Stiftung ihrem Kapitalstock. Dieser beträgt 2,4 Milliarden Euro.

Der Hauseigentümerverein Haus & Grund möchte zudem einen Freundeskreis Herrenhausen gründen. Ziel sei es, durch Spendengeld auch das Innere des Schlosses in Herrenhausen nach historischem Vorbild gestalten zu können, sagte Haus-&-Grund-Chef Rainer Beckmann.