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Wiederaufbau Schloss Herrenhausen Neuer Freundeskreis will Schloss-Aufbau unterstützen
Hannover Themen Wiederaufbau Schloss Herrenhausen Neuer Freundeskreis will Schloss-Aufbau unterstützen
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08:34 11.12.2007
Von Conrad von Meding
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Bei großen Anlässen dürfen große Worte nicht fehlen. „Wir haben immer an den Schlossaufbau geglaubt – wie Helmut Kohl mit der Wiedervereinigung“, sagte der frisch gewählte Vorsitzende des „Freundeskreis Schloss Herrenhausen“, Rainer Beckmann (66), CDU-Landtagsabgeordneter und Chef der Eigentümergemeinschaft Haus&Grund. Nicht nur ideell, sondern vor allem auch materiell wolle der Freundeskreis die Rekonstruktion der Welfen-Sommerresidenz im Großen Garten begleiten. Es geht darum, zusätzlich zur historischen Fassade, die die Volkswagenstiftung vor den modernen Wissenschaftsbau setzt, auch im Inneren möglichst viel an die Zeit der Welfen erinnern zu lassen. Beckmann rechnet mit „mindestens 1000 Mitgliedern“, will aber auch mit Events auf das Anliegen aufmerksam machen und Geld sammeln. Im Gespräch seien etwa eine musikalische Aufführung des Freundeskreis-Gründungsmitglieds und Kirchenmusikers Prof. Andor Izsák (63) im Großen Garten, eine barocke Reitveranstaltung oder auch eine große Stadttombola, sagte Beckmann nach der Gründungsversammlung des Vereins.

Die Liste der Gründungsmitglieder umfasst „fast die gesamte Stadtgesellschaft“, wie Beckmann sagt: von Unipräsident Prof. Erich Barke (60) über 96-Chef Martin Kind (63), Landtagspräsident Heinrich Gansäuer (63), Wirtschaftsminister Walter Hirche (66), Sparda-Bankdirektor Klaus Woyna (63) bis zum Kleingärtnerpräsident Karl-Heinz Rädecker (70). Heinrich Prinz von Hannover (46) ist natürlich dabei und die Bundestagsabgeordnete Rita Pawelski (59), die dem Vorstand als Stellvertreterin angehört. In dem sind zunächst nur die wichtigsten Posten besetzt. Im Februar oder März soll zur ersten Mitgliederversammlung geladen werden, „und dann sollen möglichst viele Mitglieder die Möglichkeit haben, als Beisitzer zu kandidieren“, sagte Beckmann gestern. Die Volkswagenstiftung investiert, wie berichtet, 20 Millionen Euro in das geplante Wissenschaftszentrum. „Wir sind sehr dankbar für dieses Geschenk an Hannover“, sagt Beckmann. Er hat inzwischen mit Generalsekretär Wilhelm Krull gesprochen und das weitere Vorgehen vereinbart. Demnach sammelt der Verein Geld und Informationen über den Verbleib historischer Gegenstände aus dem Schloss, die Stiftung treibt ihre Raumplanung voran, in Kürze soll es dann weitere Gespräche geben. Beckmann zufolge gibt es schon zahlreiche Anfragen von Bürgern und Organisationen wie dem Heimatbund, die Mitglied im Freundeskreis werden wollen. „Jetzt können sie beitreten“, sagt der frisch gewählte Vorsitzende.

Informationen zum Verein unter Telefon (05 11) 30 03 01 60.

Wer hat Bauteile vom Schloss?

Nach den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs ist nicht viel geblieben von der einstigen Sommerresidenz der Welfen im Großen Garten. Allein die große Freitreppe stand noch weitgehend, der Rest lag in Trümmern. Experten rechnen allerdings damit, dass viele Hannoveraner sich in der Nachkriegszeit einzelne Bauteile aus den Ruinen geborgen haben – etwa die Sandstein-Balluster von den Handläufen der Freitreppe oder kleine Ornamente von der Fassade. Angeblich schmücken einige historische Bauteile private Gärten in Hannover. Der Freundeskreis und die HAZ bitten dringend um Rückgabe der Teile. Die Freitreppe etwa – offiziell erhalten ist nur der Mittelbau – soll am Originalstandort wieder errichtet werden, jedes historische Teil macht die Rekonstruktion „echter“. Wer etwas über den Verbleib von Schlossteilen weiß, kann sich beim Freundeskreis melden, Hinweise werden gerne auch vertraulich behandelt.

Alexander Dahl 24.11.2007
Simon Benne 03.03.2007
Conrad von Meding 13.02.2007