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Die Fernschreiberinnen Abschied vom Abenteuer
Hannover ZiSH Die Fernschreiberinnen Abschied vom Abenteuer
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11:18 16.05.2012
Alte Orte neu entdeckt: Ariane auf der Strandpromenade in Melbournes Stadtteil St. Kilda.
Alte Orte neu entdeckt: Ariane auf der Strandpromenade in Melbournes Stadtteil St. Kilda. Quelle: Schellenberg/Struckmeier
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Australien

Nach drei Nächten im Hostel unterschreiben wir den Mietvertrag für ein geräumiges Zimmer im Szeneviertel South Yarra. Unser Vermieter ist ein exzentrischer Friseur, der seinen Stadtteil wie kein anderer kennt – und anpreist. Dass wir nur drei Wochen bleiben möchten, ist kein Problem. Mal mit, mal ohne Fahrkarte erkunde ich mit dem liebsten Fortbewegungsmittel der Melburnians - der Tram - die Stadt. Da die alten Automaten in der Tram nur Münzgeld schlucken und Kontrolleure nur selten gesichtet werden, scheint sich ein Großteil der Bevölkerung keine Fahrtkarte zu kaufen. Ich passe mich an.

Nach der Zeit im einsamen Outback macht das Leben in einer geschäftigen Großstadt mit Cafés und Bars wieder Spaß. Mittwochabends trainiert Ariane mit einem Fußballteam, Sonntagvormittags gehen wir zusammen zum Yoga. Mit Freunden aus Hannover sehen wir uns ein Spiel der Australian Football League an. Beim „Footy“ kämpfen bis zu 36 Spieler in sehr kurzen Hosen und geringelten Stutzen um einen dem amerikanischen Football sehr ähnlichen Ball. Aggressiv wie Rugby und taktischwie Fußball ist die australische Variante eine tolle Sportart für ein großes Stadion. Auch wenn die Australier sich mit Fangesängen eher zurückhalten, macht es unglaublich Spaß die einzelnen Spieler nach einem guten Zug anzufeuern – oder nach einem Ballverlust anzuschreien. Gefällt dem Stadionbesucher die sportliche Darbietung nicht oder verletzt sich ein Gegner im Gefecht, wird das mit einem lautstarken „Suffer!“ („Leide!“) kommentiert. Nächstes Wochenende wollen wir ein Pferderennen besuchen. Dort geht es ruhiger zu.
Auch wenn die Großstädter ihr Gemeinschaftsgefühl mit Vorliebe beim Ausüben verrückter Sportarten wie „Footy“ zum Ausdruck bringen, gibt es andere Orte in Melbourne, die die Vielfalt der Melburnians zeigen. Da ist die deutsche Würstchenbude auf dem Queen Victoria Market oder das chinesische Restaurant im Vorort, wo niemand seine Flusskrebse auf Englisch bestellen würde. Während in unserem Stadtviertel gut situierte Städter in teuren Autoss zum Einkaufen fahren, stehen ein paar Kilometer weiter nördlich die ersten Plattenbauten. In Melbourne stößt die feine englische Art auf asiatische Küche, irische Pubs und deutsche Bäckereien. Ich könnte mir gut vorstellen, für ein Auslandssemester wiederzukommen.
Noch zehn Tage, dann sitzen wir im Flugzeug.Wir müssen das Auto verkaufen, Freunde verabschieden und eine Liste von Dingen abhaken, die man nur in Australien machen kann. Unter anderem wollen wir das nachtaktive Possum in unserem Garten fotografieren. Bis das geschafft ist, bleiben wir gerne.

Alisa

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