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ZiSH Und ich bin wieder allein, allein ...
Hannover ZiSH Und ich bin wieder allein, allein ...
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19:45 15.08.2013
"Lass uns Freunde bleiben!": Floskeln wie in Hollywood-Filmen hört niemand gern. Quelle: Herzog

Der Floskelfan

Wir müssen reden“ Das Ende ihrer Beziehung ist der Anfang ihres Floskeldramas. Mit einem traurigen Blick will sie ihrem zukünftigen Ex klarmachen, dass alles nur an ihr selbst liegt.

Nach einem Jahr Beziehung fällt ihr jetzt ein, dass sie doch noch nicht bereit ist für etwas Festes. Er wartet auf eine offene und ehrliche Erklärung, doch sie guckt ihm nur tief in die Augen und sagt: „Es tut mir leid, aber meine Zukunft geht jetzt einfach vor.“ Und sie hat noch mehr Hollywood-Floskeln auf Lager. Als wäre es tröstend, stellt die Phrasendrescherin fest: „Du bist einfach zu gut für mich, ich habe dich nicht verdient!“ Will sie jetzt auch noch getröstet werden?

Vielleicht sieht sie sich selbst als tragische Heldin ihrer Lieblingsschnulze – und glaubt sogar, ihm mit ihren leeren Sätzen einen Gefallen zu tun. Dabei findet er es im Moment weniger aufbauend, dass auch „andere Mütter schöne Töchter“ haben. Trotz des tragischen Endes ihrer Beziehung möchte sie ihn angeblich nicht verlieren. „Lass uns aber bitte Freunde bleiben!“

Natascha Holstein

Das Arschloch

Single“ steht da in seinem Profil bei 
Facebook. Aber Moment, er ist doch mit ihr zusammen! Ruhig bleiben – wahrscheinlich nur ein Fehler. Sie greift zu ihrem Handy und ruft ihn an – er drückt sie weg. Wenig später erhält sie eine Whats-App-Nachricht: „Es ist aus, Baby!“ Mehr nicht. Eine SMS wäre ja auch zu teuer gewesen. Beziehungen beendet das Arschloch auf dem schnellen und unsensiblen Weg. Große Gefühle sind ihm eher lästig.

Immerhin vier Wochen schwebte sie auf rosa Wolken, und er stärkte sein Ego mit der neuen Errungenschaft. Dass er beim gemeinsamen Shoppen bereits anderen Mädels hinterherschaute, fiel ihr nicht auf. Beziehungen führt das Arschloch nach Lust und Laune. Hat er eine vermeintlich bessere Eroberung in Aussicht, ist er weg.

Eine erneute Kontaktaufnahme zu seiner Ex meidet er. Keine Woche nach der Trennung ist sein Facebook-Status dann auch wieder „in einer Beziehung“. Sich ohne Aussicht auf etwas Neues trennen würde das Arschloch jedoch nie – so ganz allein ist ja auch uncool.

Alina Herter

Die Einfühlsame

Tage vorher probt sie das Schlussmachen vor dem Spiegel. Wie könnte er reagieren? Was mache ich, wenn er wütend wird oder weint? Die Einfühlsame hat sich gut vorbereitet. Mit Taschentüchern ausgestattet macht sie sich auf den Weg zum Café. Der Tisch ist schon reserviert. Auch wenn er ihr in letzter Zeit lästig war, soll es heute so erträglich wie möglich sein.

Sie hält seine Hand und blickt ihn mitleidig an: „Wir passen einfach nicht mehr zusammen. Es ist vorbei.“ Anschließend folgt eine lange Erklärung, die sie mit Spickzetteln vorbereitet hat: Der unterschiedliche Lebensrhythmus, seit sie studiert und er seine Ausbildung macht, seine ständigen Arbeitssorgen – eine Belastung. Das trifft ihn. „Ich weiß genau, wie du dich fühlst.“ Die Einfühlsame holt ein Taschentuch raus und wischt ihm die Träne aus dem Gesicht. Dass er dabei genervt das Gesicht verzieht, übersieht sie. „Möchtest du darüber reden?“ Er schweigt. Sie legt ihm ein Zettel auf den Tisch. „Du kannst jederzeit anrufen.“ Völlig verwirrt blickt ihr Ex-Freund auf den Zettel. „Nummer gegen Kummer“ steht darauf.

Sina Sommerfeld

Der Aussitzer

Outfit und Make-up müssen perfekt sein, wenn sie ihn besucht. Bei ihr knistert es, wenn sie nur an ihn denkt. Das Einzige, was bei ihm noch knistert, ist die Chipstüte. Er hat völlig vergessen, dass sie noch vorbeikommt. In seiner Jogginghose sitzt der Aussitzer auf der Couch.
Die Beziehung ist ihm eher lästig geworden, als dass sie ihm etwas bedeuten würde. Sich zu bemühen ist ihm noch viel lästiger geworden. Aber Schluss machen? Nö. Das ist ihm zu anstrengend. Lieber nutzt er die Vorteile der noch vorhandenen Beziehung aus: Sex, Geborgenheit oder ihre Kochkünste.

Wenn er darauf aber keine Lust hat, macht er mit seinen Kumpels die Nacht zum Tag. Neue Flirts müssen her, die sind schließlich viel interessanter als „seine Alte“. Wenn er sie nur genug provoziert, wird sie die Trennung schon für ihn übernehmen. Ein (schlechtes) Gewissen hat der Aussitzer nicht. Auch nicht, wenn er sie losschickt, um neue Chips zu kaufen. Sie kann ja Schluss machen. Wenn sie unbedingt will.

Kerstin Ligendza

Die Zweifelnde

Puh – gleich wird er hier sein. Die Unentschlossene sitzt auf dem Sofa und wirft einen letzten Blick auf ihre Pro-und-Kontra-Liste. „Schatz, worüber wolltest du denn mit mir reden?“, fragt er. „Ach, schon gut, es war nicht so wichtig.“ Schluss machen kann sie schließlich immer.

Die Unentschlossene denkt oft darüber nach, sich zu trennen. Diesen Plan in die Tat umzusetzen ist aber nicht so ihr Ding. Von Freunden lässt sie sich oft Ratschläge geben – zu einer eigenen Meinung führen die etlichen Gespräche jedoch nie. Wer weiß, ob es wirklich die richtige Entscheidung wäre, sich jetzt zu trennen. Das Einzige, was ihr wirklich hilft, ist die Liste. Pro: Er ist nett. Kontra: Manchmal ist er viel zu anhänglich. Doch was wiegt schwerer? Die Unentschlossene zückt ihr Handy und tippt: „Schatz, ich muss doch mit dir reden. Morgen 15 Uhr bei mir.“ Abgeschickt. Einen Freund zu haben, der einem ständig am Rockzipfel hängt? Das geht gar nicht. Ein zu krasser Kontrapunkt. Diesmal zieht sie es durch. Vielleicht.

Kerstin Ligendza

Das Phantom

Irgendwann wird er schon von selbst merken, dass ich nichts mehr von ihm will.“ Sie glaubt ernsthaft, dass sich die Dinge – und ihre Beziehung – von selbst lösen. Ihr Freund wird schon eins und eins zusammenzählen können. Also weicht sie ihm einfach aus und macht sich unsichtbar – wie ein Phantom. Gemeinsame Freunde haben auch nichts von ihr gehört. Weder auf Partys noch in der Stadt wurde sie gesehen – und das seit Wochen.

Nach und nach verzichtet sie dann auch darauf, auf die Nachrichten ihres Freundes zu antworten. Auf WhatsApp und Facebook war das Phantom das letzte Mal vor drei Wochen online. Für den Partner ist es so, als hätte sich seine Freundin langsam in Luft aufgelöst. Mit diesem hartnäckigen Unsichtbarsein schafft sie es sogar, bei ihrer eigenen Trennung nicht anwesend zu sein. Als der Freund schließlich verzweifelt versucht, seine „vielleicht noch“- Freundin zur Rede zu stellen, tönt aus dem Hörer nur ein blechernes „Diese Rufnummer ist nicht vergeben“.

Luisa Meyer

Der Feigling

Nur sie, sie, sie. Die ganze Zeit redet seine Freundin nur von sich selbst. Und wenn er es doch mal schafft, sie zu unterbrechen, gähnt sie gelangweilt. Das nervt ihn gewaltig. Aber so weit zu gehen und ihr zu sagen was ihn stört – dazu hat der Feigling nicht genug Mumm. Er sitzt lieber still neben ihr, nickt und lächelt.

Glücklich ist er in der Beziehung schon lange nicht mehr. Und sie? Er weiß es nicht. Über die wichtigen Dinge reden die beiden nicht. Eigentlich ist es auch egal, denn für ihn ist es vorbei. Sie weiß es nur noch nicht. Den Schlussstrich zu ziehen ist für ihn eine Herausforderung. Er, der böse Schlussmacher? Lieber nicht. Was, wenn sie anfängt zu weinen? Das könnte er nicht mit ansehen. Und was sollen bloß die anderen von ihm denken? Er will ja nicht als Arschloch dastehen.

Doch es muss sein. Den Mut für ein persönliches Gespräch bringt er aber nicht auf. Also schickt er einen Freund vor. Der weiß bestimmt, was er sagen muss. Und wenn es ganz schlecht läuft, dann bekommt er auch das Veilchen verpasst. Man weiß ja nie.

Lina Fieker

Die Heulsuse

Es ist aus, es tut mir so leid.“ Um bis hierhin zu kommen, hat er drei Taschentuchpackungen gebraucht. Die Trennung tut ihm ganz offensichtlich mehr weh als ihr. Und das zeigt er mit seinem Verhalten auch. Sie ist diejenige, die ihn trösten muss. Verzweifelt versucht sie, ihn zu verstehen.

„Was soll ich denn nur ohne dich machen?“, schnieft er immer wieder. „Aber so ist es einfach besser. Es tut mir so leid! Kriege ich vielleicht noch ein Taschentuch?“

Langsam wird ihr klar, dass er nur auf Mitleid spielt. Es ist seine Masche, um nicht angeschrien zu werden. Und sie funktioniert sehr gut. Statt ihm Vorwürfe zu machen, umarmt seine neue Ex ihn und hält ihm die Hand. Am Ende ist sie froh, ihn aus der Wohnung schieben zu können. Erleichtert schließt sie die Tür und wählt die Nummer ihrer besten Freundin – jetzt ist sie es, die heult.

Anne-Sophie Lucas

Die Impulsive

Ach, weißt du was, ich glaube, das mit uns klappt nicht mehr!“ Dann ist Schluss. Ohne jede Vorwarnung. Die Impulsive plant eine Trennung nicht. Sie passiert einfach. Damit kann sie ihren Partner schnell überrumpeln.

Diesmal ist es ein leerer Milchkarton, der sie an seine Unzuverlässigkeit erinnert. Er sollte doch einkaufen. Plötzlich sieht sie nur noch seine Fehler. Mitten im Streit merkt sie, dass sie die Beziehung nicht weiterführen will. Und das muss sie ihm dann auch sofort sagen. Bedenkzeit braucht sie nicht – sie handelt immer so impulsiv. Seine tränenreiche Bitte, der Beziehung eine Chance zu geben, bringt nichts. Sie hat sich entschieden. Wenn es nicht so läuft, wie sie das will, läuft es eben gar nicht. So stürmisch wie die Romanze endete, stürzt sie sich in eine neue. Bis zum nächsten leeren Milchkarton.

Anne-Sophie Lucas

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