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ZiSH Die Wahrheit über Mario
Hannover ZiSH Die Wahrheit über Mario
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22:02 16.09.2010
Latzhose, Schnurrbart und Mütze: Mario wahrt seinen Stil seit 25 Jahren. Quelle: Nintendo
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Wer ist Marios Vater ?

Der Japaner Shigeru Miyamoto hat Mario erfunden. Der Spieledesigner, der auch Nintendos Helden Donkey Kong und Link erfand, verstand sich mehr als Künstler denn als Informatiker. Er legte Wert auf abwechslungsreiche Grafik und richtige musikalische Untermalung. Dies machte „Super Mario Bros.“ zu einem neuartigen Spielerlebnis: Anders als bei Automatenspielen war die Handlung wichtiger als das Punktesammeln. Am 13. September 1985 erschien „Super Mario Bros.“ in Japan. Es verkaufte sich 40-Millionen-mal, verhalf dem Nintendo Entertainment System (NES) zum Durchbruch und beendete die große Krise der Videospielindustrie. Die wurde übrigens von einem anderen Helden der achtziger Jahre eingeleitet: E.T. – das Spiel zum Film gilt als das schlechteste Spiel aller Zeiten.

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Wo ist Marios Heimat?

Er kann nur zwei Sätze sagen: „Mamma mia“ und „It’s a me, Mario“. Trotz begrenzter Sprachkenntnisse und unamerikanischem Vornamen kommen der pummelige Klempner und sein Bruder Luigi aber gar nicht aus Italien, sondern sind im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufgewachsen. Die Geburt von Mario wird im Super-Nintendo-Spiel „Yoshi’s Island“ sehr detailliert gezeigt. Das Spiel ist trotzdem ohne Altersbeschränkung freigegeben, denn der Klapperstorch hat ihn gebracht – und auf dem Weg verloren.

Warum trägt Mario Bart und Mütze?

1985 waren Videospielkonsolen technisch noch sehr begrenzt: Das NES, auf dem Mario seinen ersten großen Auftritt hatte, konnte nur 16 Farben gleichzeitig darstellen, und die Spielfigur durfte nur 
18 mal zwölf Bildpunkte groß sein. Marios Bart und seine Mütze waren ein einfaches Mittel, ihm ein individuelles Aussehen zu verpassen. Seine charakteristische blaue Latzhose mit dem roten Hemd trägt Mario seit dem zweiten Teil von „Super Mario Bros.“ – seitdem verteidigt er sein Marken-Outfit gegen modische und technische Fortschritte. Zu Recht, findet Modedesignerin Catharina Rüß: „Die Hose ist ein Kontrast zum Pullover und so auch grob verpixelt leicht zu erkennen“, lobt sie Marios bodenständiges Arbeiteroutfit. Auch nach 25 Jahren könne Mario sein zeitloses Outfit vorzeigen. „Junge, modebewusste Männer tragen heute wieder Schnurrbärte, klobige dicke Arbeiterschuhe, Schirmmützen und grobe Arbeitskleidung“, sagt Rüß. Und auf Modeblogs finde man Frauen in Latzhosen. Viele Kleidungstrends kämen aus der Arbeiterkultur. „Das soll kernig, natürlich und cool wirken.“ So wie Mario eben.

Was macht Mario den lieben langen Tag?
Eigentlich immer das Gleiche: Der Klempner rettete 1985 die Prinzessin aus den Klauen des Bösewichts Bowser. Und genau das macht er auch in seinem neuesten Jump  ’n’ Run „Super Mario Galaxy 2“. Diese Konstante nahm Nintendo im Rollenspielableger „Mario und Luigi Superstar Saga“ (Gameboy Advance) selbst auf die Schippe: Dort kleben Mario und Luigi an der Prinzessin. Verlieren sie sie und verlässt die Prinzessin den Bildschirm, wird sie jedes Mal sofort von Bowser entführt. In der klassischen Jump-’n’-Run-Reihe hat Nintendo das Spielprinzip nur ein einziges Mal abgeändert: In „Super Mario Sunshine“ geht es nicht darum, die Prinzessin zu retten. Mario macht Urlaub auf der Insel Isla Delfino. Dort hat ein Mario-Doppelgänger die gesamte Insel verschmutzt. Mario muss sie nun mit der Wasserspritze „Dreckweg 08/17“ säubern. Die Geschichte kam nicht bei allen Mario-Fans gut an. „Da haben viele gesagt, das mache ich nicht mit“, sagt Medienwissenschaftler Mathias Mertens. Daraufhin besann sich Nintendo wohl wieder aufs Wesentliche. Der Mario-Jubiläumsfilm zum 25. Geburtstag endet mit den Worten: „Mario saves Peach. Forever.“

Auf was für Frauen steht Mario?

Dass Mario immer wieder die Prinzessin retten muss, ist bekannt. Doch es ist nicht immer dieselbe: In seinem ersten Auftritt als „Jumpman“ rettet er Pauline, auf dem GameBoy heißt die Angebetete Daisy, später ist es Prinzessin Peach alias Prinzessin Toadstool. Lange Zeit haben Marios Frauen nichts anderes gemacht, als Kuchenbacken und Sich-entführen-lassen. Erst mit „Mario Galaxy“ kam 2007 Rosalina in die Mario-Welt, die ihm mit Tipps half, das Universum zu retten.

Warum heißt Mario überhaupt Mario?

Nicht jedes Baby hat gleich einen Namen. So war es auch bei Mario. Als er 1981 im Spiel „Donkey Kong“ eine Frau retten und dazu über Hindernisse springen musste, wurde er ganz pragmatisch „Jumpman“ genannt. Seinen richtigen Namen bekam Mario 1983. Er soll nach Mario Segale, dem Vermieter des Hauses, in dem die US-Nintendo-Zentrale untergebracht war, benannt worden sein. Segale sah dem Klempner wohl sehr ähnlich. Andere meinen, der Name sei eine Hommage an die Pizzeria „Mario and Luigi’s“, die ganz in der Nähe der Firmenzentrale in Washington stand. Einen Nachnamen hat Mario übrigens auch: Mario. Vielleicht hätte man sich mit der Namensgebung für Mario Mario mehr Zeit lassen sollen.

Gibt es Mario auch im Fernsehen?

Ja, aber die „Super Mario Bros. Super Show“ war nicht so super, wie der Titel vermuten lässt. Die 52 trashigen Folgen, die zur Hälfte aus Sitcom- und Zeichentrickelementen bestanden, liefen Anfang der neunziger Jahre im Fernsehen. 1993 kam „Super Mario Bros.“ in die Kinos. Es war der erste Film zu einem Videospiel – und er war ein Flop. Dennis Hopper spielte Bösewicht King Koopa und sprach später vom „größten Fehler seiner Karriere“. John Leguizamo, der die Rolle von Luigi übernahm, schrieb in seiner Autobiographie, dass er und Hauptdarsteller Bob Hoskins sich nach der Arbeit regelmäßig betranken. Sie mochten den Film schon während des Drehs nicht.

Wer ist der schnellste Zocker?

„Super Mario Bros.“ war 1985 das größte und umfangreichste Spiel, das es gab. Acht Welten mit je vier Levels, die etwa zwölf Bildschirme umfassen, muss Mario überwinden, um zur Prinzessin zu gelangen. Wegen des ansteigenden Schwierigkeitsgrades kann es bis zum Ende lange dauern. Oder es dauert genau fünf Minuten. Andrew Gardikis hält den Weltrekord im „Speedrunning“. So schnell kann man „Super Mario Bros.“ jedoch nur mit Tricks durchspielen: Zum Beispiel mit den geheimen Warpzonen in Level 1-2 und 4-2 – und mit waghalsigen Sprüngen, perfektem Timing und ohne einen einzigen Fehler.

Die Brüder oder die Schwestern – 
wer war zuerst da?

Von Marios Erfolg wollten auch andere profitieren. Daher brachte eine deutsche Firma ein Jump-’n’-Run-Spiel heraus, das sehr deutlich von Marios Abenteuer inspiriert war: „The Great Giana Sisters“, das unter anderem für C64 und Amiga erschien. Die Umgebung, die Welten, die Gegner und die Power-Ups unterschieden sich nur wenig von „Super Mario Bros.“. Nintendo klagte, das Spiel mit Marios unehelichen Schwestern wurde verboten. Mittlerweile gibt es allerdings eine Neuauflage – auf einer Nintendo-Konsole: „Giana Sisters DS“.

Kommt man bei Mario immer ans Ziel?

Offizielle Mario-Spiele zeichnen sich dadurch aus, dass sie zwar fordernd, aber trotzdem fair sind. Doch es geht auch anders: Die „Super Mario World“-Modifikation „Kaizo Mario“ (auch bekannt als „Asshole Mario“) zählt zu den schwierigsten Spielen, die es gibt. Das Prinzip entspricht zwar dem anderer Mario-Spiele, die Programmierer haben jedoch jeden Bildschirm der Level mit zahlreichen Fallen gespickt, sodass Durchschnittsspieler auch nach dem 100. virtuellen Ableben nicht einmal das erste Level geschafft haben dürften – wenn sie es solange aushalten. Für die meisten Spieler ist das erste Leben schon nach einer Sekunde weg. Denn dann kommen bereits fünf Raketen auf Mario zugeflogen.

Was war bei „Super Mario Bros. 2“ los?

Nach dem Erfolg von „Super Mario Bros.“ war klar, dass es eine Fortsetzung geben würde. Als der zweite Teil fertig war, glaubten die japanischen Entwickler jedoch, dass das Spiel zu schwierig für amerikanische und europäische Zocker sei. Anstelle der richtigen Fortsetzung wurde für diese Märkte einfach das Spiel „Doki Doki Panic“ umgeschrieben und die Mario-Charaktere eingefügt. Erst 1993 wurde der „echte“ zweite Teil unter dem Namen „Super Mario Bros.: The Lost Levels“ auch hier veröffentlicht. Und das Spiel ist echt schwierig. Aber wenigstens nicht so schlimm wie „Kaizo Mario“.

Wer sind eigentlich Wario und Waluigi?

Das sind die beiden bösen Antihelden, die Mario und Luigi das Leben schwer machen. Wario, der erstmals 1992 als Marios Widersacher im Gameboy-Spiel „Super Mario Land 2: 6 Golden Coins“ auftauchte, entstand durch ein Wortspiel. Das japanische Adjektiv für böse heißt warui. Und warui + Mario = Wario.

Wer spricht Marios limitierten Text?

Charles Martinet ist Marios Stimme. Der US-Schauspieler war zufällig zum Vorsprechen für Nintendo gekommen. Dort hieß es: „Du bist ein italienischer Klempner aus Brooklyn, du sprichst mit Kindern“, erinnert sich Martinet in einem „Spiegel“-Interview. Später erfuhr er, dass das Castingteam, als er zur Tür raus war, bei Nintendo anrief und sagte: „Wir haben Mario!“ Martinet, der auch Luigi seine Stimme lieh, spielte danach in Filmen wie „The Game“ und „Nine Months“ und hatte Gastauftritte in der Arztserie „Emergency Room“. „Aber Mario mag ich am liebsten“, sagt er noch heute.

Welches ist das berühmteste Level?

Ohne Frage: Level 1-1 aus „Super Mario Bros.“ „Dieses erste Level ist im kulturellen Gedächtnis eingebrannt. Das kennen viele auswendig“, sagt Medienwissenschaftler Mathias Mertens. 17 Gegner muss Mario in Level 1-1 bekämpfen, kann gegen 13 Fragezeichen springen, muss drei Abgründe überwinden und kann drei Pilze oder eine Feuerblume sowie einen Stern als Hilfsmittel entdecken. Dazu kann er einen Abstecher in eine Röhre machen, und ein Extraleben finden. Am Ende geht es acht Stufen hinauf, Zielsprung an die Fahnenstange – geschafft! Als Belohnung gibt’s für Mario ein Feuerwerk. Aber nur, wenn die Levelspielzeit eine Eins, Drei oder Sechs zeigt. Entsprechend knallt es am Himmel ein-, drei- oder sechsmal.

Woher stammt denn die Mario-Musik?

Die hat sich Koji Kondo ausgedacht. Der japanische Komponist war selbst begeisterter Arcade-Spieler, bewarb sich Anfang der 1980er bei Nintendo und bekam den Job sofort. Mit „Dadada dada da“ beginnt das Mario-Thema, das bis heute in jedem Spiel auftaucht. Für „GamePro“-Redakteur Henry Ernst hat es große Bedeutung: „Es unterstreicht die gewisse Unschuld Marios, in dessen Welt alles poppig und bunt ist.“ Damals seien die meisten Spiele düster, actiongeladen und brutal gewesen. Der Hintergrund in den Levels war schwarz. Bei Mario hingegen gab es einen blauen Himmel voller Schäfchenwolken. Er tötete nicht, sondern hopste auf Schildkröten. „Die Musik war beschwingt und half bei der Identifikation mit Mario und seiner Welt“, sagt Ernst. Und sie macht gute Laune – bis heute.

Gibt es Fehler im Spiel?

Selbst Marios Welt ist nicht makellos: „Einen Fehler gibt es, und der wurde zum ,Riesenhype‘“ , sagt „GamePro“-Redakteur Henry Ernst. In „Super Mario Bros.“ gibt es die sogenannte „Minus-Welt“ in Level 1-2. Dort kann man mit ein paar Tricks durch eine Wand laufen: Ein Stück nach links gehen, ducken und in einem bestimmten Winkel abspringen. Man landet in einem Spielabschnitt namens „-1“ – einer Unterwasserwelt, die kein Ende hat. „Das ist ein Programmierfehler“, sagt Ernst. „Da biegt das Programm an einer Stelle falsch ab.“ Aber genau das macht Mario so sympathisch: Es ist gut zu wissen, dass selbst der beste Klempner der Welt nicht ohne Fehler ist.

Ist Mario immer der Gute?

Mario ist meistens super, aber nicht immer. Nachdem er im Spiel „Donkey Kong“ Pauline gerettet und den Affen eingesperrt hat, wechselt er im Nachfolger „Donkey Kong jr.“ die Seite. Nun macht sich Donkey Kongs Sohn auf den Weg, seinen Vater zu befreien – Mario ist der Gegner. Während sich der Affe von Liane zu Liane hangelt, hetzt der böse Mario wilde Tiere auf ihn. Am Schluss ist Mario k. o. und Vater Kong befreit. Das ist aber nicht ihr letztes Aufeinandertreffen: Bei „Super Mario Kart“ sehen sie sich auf der Rennstrecke wieder. Und der kleine Kong rächt sich noch mal, indem er Mario Bananenschalen vor das GoKart legt.

Mögen sich Mario und Sonic eigentlich?

Bis in die neunziger Jahre waren sie Erzfeinde: Mario als Maskottchen von Nintendo, Sonic als Vorzeigeheld von Konkurrent Sega. Und auch wenn Sonic, der blaue, schnelle Igel, cooler zu sein scheint als der dicke Mann mit Popelbremse, lief es für Sega geschäftlich immer schlechter. 2001 kündigte die Firma an, keine Konsolen mehr herzustellen. Seitdem ist Sonic auch auf Nintendos Konsolen zu Hause. Mittlerweile treten sie sogar gemeinsam auf der Wii und dem DS bei den Olympischen Spielen an. Aber Sonic ist alt geworden: An guten Tagen schlägt Mario ihn im 100-Meter-Lauf.

Wollen seit Mario alle Klempner werden?

Genau genommen ist Mario gar kein Klempner, sondern ein „Anlagenmechaniker Sanitär Heizung Klima“, wie der Beruf seit 2003 korrekt heißt. „Der eigentliche Klempner verarbeitet Metall auf Dächern und Fassaden“, erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Trotz Marios unermüdlichem Einsatz habe sich die Zahl der Auszubildenden in beiden Berufsbildern in den vergangenen zehn Jahren halbiert. „Das lag aber nicht an Mario“, versichert Ebisch. „Wir sind dennoch optimistisch, ob mit oder ohne ihn.“ Da erneuerbare Energien und Klimaschutzmaßnahmen anspruchsvolle Technik benötigen, sei der Job zukunftssicher. Angefangen hat Mario übrigens als Schreiner. Im ersten Spiel „Donkey Kong“, wo er noch Jumpman heißt, rennt er mit einem Hammer durchs Spiel. Weil er später in der Kanalisation Schildkröten jagen muss, wurde er zum Klempner – auch wenn er nie wirklich klempnerte.

Hat Mario das Zeug zum Star?

Ende der neunziger Jahre soll der kleine Klempner in den USA berühmter gewesen sein als Mickey Maus. Medienwissenschaftler Mathias Mertens spricht sogar von einer „Generation Mario“. Da konnte die Maus nicht mithalten: „Mickey Maus war keine Figur für eine neue Generation, die gab es ja schon bei den Großeltern.“ 2005 bekam Mario sogar auf dem Hollywood Walk of Fame einen Stern. Wenn er im PC-Spiel einen Stern bekommt, wird er unbesiegbar. Dieser machte ihn unsterblich.

Warum sammelt Mario Pilze und Blumen?

Springt Mario gegen Kästchen und Fragezeichen, bekommt er keine Beule, sondern kann „Magic Mushrooms“ sammeln. Ob Pilz, Feuerblume oder Schildkröte: „Vieles entstammt der japanischen Folklore“, sagt Medienexperte Mathias Mertens. So seien die „Koopas“ an japanische Waldgeister angelehnt. Bei den Pilzen hielt sich lange das Gerücht, Mario-Erfinder Miyamoto habe sie von „Alice im Wunderland“ kopiert. Dort schrumpft und wächst Alice durch die Pilze. Und weil Alice im Westen bekannt war, drang Marios Pilzappetit in Verbindung mit Alice „in unser westliches Bewusstsein ein“, glaubt Mertens. Nintendo habe dies noch verstärkt: Bei „Super Mario N64“ läuft Mario durch Spiegel, wie es auch Alice tat. Ganz schön wunderlich.

Woher kommen all die anderen Namen?

Yoshi klingt zumindest noch japanisch – aber Mario-Widersacher Bowser, Prinzessin Peach oder Dauervertröster Toad? Über sie ist nicht viel bekannt. Bowser soll eine Erfindung der Übersetzer von Nintendo of America sein. In Japan ist Bowser als König Koopa bekannt. In „Super Mario World“ hat Bowser sogar sieben Kinder: Ludwig van, Iggy, Roy, Lemmy, Larry, Morton und Wendy O. Zumindest hier erschließt sich die Namensgebung, wenn man die Nachnamen Beethoven, Pop, Orbidson, Kilmister, King, Downey Jr. und Williams hinzufügt. Die Frisuren der Bowser-Sprösslinge sollen übrigens Ähnlichkeiten mit denen des Entwicklerteams haben.

Wie brachte Nintendo die Spiele an den Mann?

„Es gab Anzeigen in Zeitungen und TV-Spots, vor allem zu den Konsolen“, sagt Medienwissenschaftler Mathias Mertens. Ganz raffiniert gingen die Nintendo-Marketing-Strategen beim Spiel „Super Mario Bros. 3“ vor. Im Kinofilm „The Wizard“ (in DeutschlandJoy Stick Heroes“) nehmen der 13-jährige Corey, sein autistischer Bruder Jimmy und die 13-jährige Haley, die sie auf dem Weg nach Los Angeles treffen, an einem Videospielwettbewerb teil. Im Finale wird „Super Mario Bros. 3“ gespielt. Die Kinobesucher außerhalb Japans sehen hier zum ersten Mal das neue Mario-Spiel. Und das Spiel verkaufte sich anschließend mehr als 17 Millionen Mal und wurde das erfolgreichste Spiel aller Zeiten, das nicht zusammen mit einer Konsole verkauft wurde.

Welche Bedeutung hat das erste Spiel?

„Super Mario Bros.“ von 1985 war das außergewöhnlichste Spiel seiner Zeit“, sagt Henry Ernst, stellvertretender Chefredakteur des Videospielmagazins „GamePro“. Es sei die Initialzündung für das Jump-and-Run-Genre gewesen und habe viele Spieledesigner beeinflusst. „Es war perfekt ausbalanciert“, sagt Medienexperte Mertens. „Zudem war es ziemlich schwierig, eine echte Herausforderung mit Frustpotenzial, das man fünf Minuten oder Tage spielen konnte. Aber es war gleichzeitig ein schnell zugängliches Spiel. Man verstand, warum etwas nicht klappte, und lernte, Mario immer besser zu beherrschen.“

Von Jan Henrik Flecke und Manuel Becker