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17:51 15.12.2014
Von Sonja Fröhlich
Am Dienstag wurden die Gewinner des zwölften HAZ-Schreibwettbewerbs ausgezeichnet. 500 Schüler hatten Beiträge eingereicht. Gefeiert wurde im Anzeiger-Hochhaus.
Am Dienstag wurden die Gewinner des zwölften HAZ-Schreibwettbewerbs ausgezeichnet. 500 Schüler hatten Beiträge eingereicht. Gefeiert wurde im Anzeiger-Hochhaus. Quelle: Kleinschmidt
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 Es ist schon etwas Besonderes, wenn eine richtige Schauspielerin den Text liest, den man selbst geschrieben hat. Wenn Ayana Goldstein, Absolventin der Hochschule für Musik, Theater und Medien, die Texte mit ihrer klaren, melodischen Stimme vorträgt, werden diese zu Erzählungen, die sich in Kopf und Herz einpflanzen. Oder wie Luis Nickel von der Grundschule Bissendorf raunt, nachdem er seine Zeilen aus dem Mund der Schauspielerin gehört hat: „Also, das ist ganz überwältigend.“

Urkunden, Applaus, Blitzlicht und ganz viel Aufregung: Gut 500 Schüler hatten ihre Texte bei der zwölften Ausgabe des HAZ-Schreibwettbewerbs eingereicht. 13 von ihnen wurden am Dienstag im Anzeiger-Hochhaus ausgezeichnet.

Luis Nickel war am Dienstag einer der 13 Schüler, der beim HAZ-Schreibwettbewerb ausgezeichnet worden ist. Dafür wurde die Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses zu einer Gala für die jungen Literaten – mit Urkunden, Applaus, Blitzlicht und ganz viel Aufregung. Gut 500 Schüler hatten ihre Texte bei der zwölften Ausgabe des Wettbewerbs eingereicht, erstmals trug mit Goldstein eine Schauspielerin einzelne Passagen der prämierten Werke vor.

Hannah Suppa, neue stellvertretende Chefredakteurin der HAZ, und Moderator Jan Sedelies verteilten unter den Gewinnern auch insgesamt 1000 Euro Preisgeld. „Ich habe schon früher, als ich noch in unserer Jugendredaktion ZiSH war, den Wettbewerb begleitet“, erzählte die 30-jährige Suppa. „Deshalb freue ich mich besonders darüber, dass so viele mitgemacht haben.“ In diesem Jahr standen wieder drei Themen zur Auswahl: „Unbekannte Welt“, „Yolo – du lebst nur einmal“ und „Verspielt“. Die meisten Schüler hatten sich für die ersten beiden Themen entschieden.

„Schwierig war’s“, verriet der Jury-Vorsitzende, HAZ-Redakteur Karsten Röhrbein, über die Arbeit der zehnköpfigen Jury. „Wir haben zwei Stunden lang argumentiert, diskutiert, mit uns gerungen – und schließlich abgestimmt.“ Im Grunde seien alle Teilnehmer Gewinner. Er lobte vor allem den Mut, sich in andere Rollen hineinzuversetzen. „Wenn man eure Texte liest, ist man hinterher ein ganzes Stück schlauer. Ihr zeigt einen anderen Blick auf die Welt – das ist es, was Literatur ausmacht.“

Die Jury bestand neben Mitgliedern der Jugendredaktion ZiSH aus den Deutschlehrern Christian Grün und Julian Mende, der HAZ-Literaturexpertin Martina Sulner, Sabine Schormann von der VGH-Stiftung und Udo von Alten vom Friedrich-Bödecker-Kreis. „Die Qualität war diesmal ausgesprochen gut – es hat ziemlich viel Spaß gemacht“, sagte von Alten. Er hoffe, dass die engagierten Teilnehmer auch beim Schreiben bleiben. Auch Schormann appellierte an Schüler: „Wir brauchen gute Schreiber!“

Der zehnjährige Jesper Elias Junker hatte bereits zum zweiten Mal teilgenommen – im vergangenen Jahr reichte sein Gedicht für den zweiten Platz. Diesmal konnte er den Wettbewerb mit seinem Gedicht „Abenteuer im Zoo“ in der Kategorie dritte und vierte Klasse für sich entscheiden. „Ich dachte: Probierste halt noch mal – das macht ja auch Spaß.“ Isa Johanna Begemann holte den Preis in der Kategorie 7. bis 9. Klasse. Die 14-Jährige hatte über einen Jungen geschrieben, der auf einer Klippe steht und ins Wasser springen soll. Herausgekommen sei ein „mitreißender, einfühlsamer innerer Monolog“, lobte die Jury. Die 14-Jährige erklärte: „Ich habe mir einfach vorgestellt, wie es mir gehen würde.“ Ähnlich erklärte sich auch Grundschüler Luis Nickel, der unter dem Thema „Yolo – du lebst nur einmal“ den zweiten Platz erreichte, seinen Erfolg. „Man muss sagen können: „Ich fühle es.“

Das sind die Gewinner

Klasse 3 und 4

1. Platz: Jesper Elias Junker (10), Wilhelm-Busch-Grundschule Hannover

"Im Elefantenhaus in einer Rinne
saß eine dicke, schwarze Spinne.
Über ihr und nicht grad leise
zog eine Fliege ihre Kreise." [Weiterlesen]

2: Platz: Luis Nickel (10), Grundschule Bissendorf

"Rrring, Rrring. Die Schulglocke klingelte. Es war Pausenende. Alle Schüler rannten in die Klassenräume. Sie lachten und machten Späße. Nur einer war der Freude entzogen: Yolo. Er war klein, nicht sehr stark und schwach in der Schule. Das einzige, was er konnte, war das schnelle Laufen. Yolo hatte dunkles bis ins schwarz übergehendes Haar. Seine Augen waren schmal und flink, sein Gesicht war lang gezogen. Er war neu an der Schule. Keiner mochte Yolo." [Weiterlesen]

3. Platz: Tabea Schwichtenberg (10), Theodor-Heuss-Schule Empelde

"Der ist aber schön, staunte Luisa. Von ihrer Tante hatte sie zum zehnten Geburtstag einen Ring bekommen. Er bestand aus vielen kleinen Perlen. Es war ein ganz besonderer Ring. Ihre Tante hatte nämlich gesagt: „Wenn du dir einmal Schnee wünschst, so trage den Ring und murmele ihm deinen Wunsch zu. Und er wird bald in Erfüllung gehen.“ Eigentlich glaubte Luisa ja nicht mehr an so einen Hokuspokus." [Weiterlesen]

3. Platz: Lennart Pape (9), Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg

"Wir waren im Jahre 2513. Auf unserer Erde herrschte grausamer Krieg. Die Menschen hassten sich untereinander. Lybit war ein Kind, das mitten im Krieg lebte. Sie kämpfte für Frieden auf Erden.Ein Jahr später. Die Lage des Krieges wurde immer ernster. Lybit hatte Angst, dass sie jede Sekunde ermordet werden würde." [Weiterlesen]

Klasse 5 und 6

1. Platz: Lilli Amft (10), KGS Wennigsen

"„Warte doch mal, Henri!“, schreie ich und stolpere über einen Stein. Mann, diese Jungsspiele sind echt zum Kotzen! Man muss ständig in Piraten- oder Wikingerkleidung rumlaufen und muss so tun, als ob man in einer anderen Zeit ist, und man darf nicht den Rasen berühren, weil das ANGEBLICH Wasser oder Lava wäre. Voll krank!." [Weiterlesen]

2: Platz: Jule Merx (12), IGS Hannover-Linden

"Es passierte wieder. Mitten im Unterricht! Ohne Vorwarnung! Diesmal hat es zwanzig Minuten gedauert, bis ich wieder bei mir war. Neuer Rekord! Aufgewacht bin ich dann bei der Schulkrankenschwester. Irgendwie war es diesmal anders. Sonst, wenn ich „abtauche“, wie mein Vater gerne sagt, ist es mir bekannt. Ich tauche in meine Welt ein. Die Welt mit dem Bonbonladen an der Ecke, wo es Bonbons gibt, die fliegen können oder solche, die nie kleiner werden." [Weiterlesen]

3. Platz: Lisa Marie Bittermann (12), Johannes-Kepler-Gymnasium Garbsen

„Kaori, aufwachen!“, rief ihre Mutter. „Du kommst zu spät zur Schule!“ „Nein, ich will nicht aufwachen, ich habe gerade einen so schönen Traum, in einer wunderbaren sauberen Welt!“, knurrte Kaori und kuschelte sich fester in ihre Decke. In ihrem Traum ist sie gerade auf dem Mars, in der legendären Wasserstadt Aqua, und diese ist es so traumhaft schön." [Weiterlesen]

Klasse 7 bis 9

1. Platz: Isa Johanna Begemann (14), Schillerschule Hannover

"„Komm schon, Melle. Spring! Oder traust du dich etwa nicht?“ Wir standen auf einem hohen, zerklüfteten Felsen, von dem man eine fantastische Aussicht auf das tiefblaue, schäumende Meer unter uns hatte. Möwen zogen am Himmel ihre Kreise, und die Abendsonne tauchte unsere Gesichter in rot-goldenes Licht." [Weiterlesen]

2: Platz: Kornelia Krüger (14), Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover

"Ein grau gepflasterter Hof vor einem grauen Gebäude. Nichts Lebendiges weit und breit. Nur die Alten. Sie sitzen auf hässlichen grauen Bänken. Rollatoren und Rollstühle sind ihre einzigen Gefährten. Alle schweigen sich an. Nur hin und wieder tauschen Einige ein paar Worte aus, wie es denn so ginge, wie schön das Wetter heute wieder sei." [Weiterlesen]

3. Platz: Johanna Losacker (14), Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover

"Gassenjungen fanden sich viele zusammen, unten am Kai. Doch der Blick des alten Seebären, der mit einem Trinkbecher in der Linken in einem schmutzigen Winkel einer Hafenkneipe hockte, war nicht zum ersten Mal auf einen einzelnen, mageren Burschen fixiert. Er saß mit angezogenen Knien auf einem Haufen von Tauen über ein Blatt Papier gebeugt, mit dem er irgendetwas anstellte. Für die trüben Augen des betagten Seemannes sah es ganz so aus, als zeichnete der Junge." [Weiterlesen]

Klasse 10 bis 13

1. Platz: Vicky Galert (17), Wilhelm-Raabe-Schule Hannover

"Draußen ist es noch ganz warm, die Tulpen sind in ein zartes Rosa gefärbt, und die Vögel singen ihre schönsten Melodien. Die Tonleiter hinauf und herunter, manchmal laut und manchmal leise. Theo weiß, welcher Vogel da gerade singt, sie an ihrer Stimme zu erkennen hat er von seinem Vater gelernt." [Weiterlesen]

2: Platz: Annika Mareike Neitzel (15), Gymnasium Lehrte

"Der kleine Ben war anders. Sonderbar. Das merkten auch die anderen Kinder. Anfangs versuchten sie noch, Kontakt mit ihm aufzunehmen, durch ein Lächeln oder eine nett gemeinte Geste. Doch Ben konnte ihre Annäherungsversuche nicht einordnen. Vielmehr beängstigten sie ihn. So zog sich Ben von den anderen zurück. Nur manchmal, wenn Ben sich stark genug fühlte, versuchte er, Kontakt mit ihm aufzunehmen." [Weiterlesen]

3. Platz: Kristin Bönicke (16), Bismarckschule Hannover 

"Ein bisschen nervös war sie schon irgendwie. Dabei war das Ganze doch lediglich ein ganz unverfängliches Abendessen. Bei Kerzenschein.Er öffnete die Tür. „Schön, dass du gekommen bist.“ Er lächelte schüchtern, deutete etwas unbeholfen an, dass sie hereinkommen solle und begleitete sie in die Küche der kleinen, aber durchaus stilvoll eingerichteten Wohnung." [Weiterlesen]

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