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ZiSH Alternative Energie
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11:46 07.10.2014
Quelle: Handout
Hannover

Dafür, dass Tobias Meyer in den nächsten 45 Tagen 20 000 Euro 
 zusammenbekommen will, wirkt er ziemlich entspannt. Lässig sitzt er in seinem WG-Zimmer, die Wände sind voll mit Fotos legendärer Fußballstadien. Zusammen mit seinem Mitbewohner Dirk Zimmermann startet Tobias morgen sein Crowdfundingprojekt für den Energydrink „5gegen2“ auf der Internetseite „Startnext“. Über sechs Wochen müssen der 21-jährige Tobias und der 22 Jahre alte Dirk dann abwarten – und auf die Hilfe von Unterstützern für ihr Start-up-Unternehmen hoffen. Läuft alles nach Plan, wollen die beiden Studenten etwas zum Erhalt der Fußballkultur beitragen – mit einem Energydrink.

„5gegen2“, ein beliebtes Aufwärmspiel beim Fußballtraining, will ein Zeichen gegen Kommerzfußball setzen. „Wir wollen lieber für statt gegen etwas kämpfen“, sagt Tobias. Konkret geht es den beiden um RB Leipzig. Offiziell steht RB für „Rasenballsport“ – doch jedem Fußballfan ist klar, dass es sich dabei eigentlich um den österreichischen Energydrink-Hersteller Red Bull handelt, der schon länger Extremsportarten, Motorsport und Weltraumsprünge sponsert. 100 Millionen Euro hat das Unternehmen in die Hand genommen, um das Team aus der Ober– in die Bundesliga zu katapultieren.

So soll „5gegen2“ nicht nur den Konsumenten wachhalten, sondern auch wachrütteln. Mit Demonstrationen und anderen Protestaktionen versuchen 
Fangruppen auf das Problem aufmerksam zu machen. „Es gab ziemlich viel Kritik, die teilweise unter die Gürtellinie ging. Wir dachten uns, dass Protest auch anders gehen kann.“ „5gegen2“ soll ein kreativer Protest sein, mit dem die Studenten Gutes tun wollen. Der Gewinn aus dem Projekt soll an Fanprojekte und Amateurvereine gespendet werden. Denn vielen kleinen Klubs fehlt es vor allem im Jugendbereich an Trikots, Toren oder einem Mannschaftsbus.

Zwar gibt es mit TSG Hoffenheim (SAP) oder VFL Wolfsburg (VW) schon länger Werksvereine mit großzügigen Sponsoren. Doch für viele Fußballfans hat der rasante Aufstieg von RB Leipzig seit der Gründung 2009 nicht mehr viel mit Sport zu tun, wenn der Erfolg mit viel Geld einfach käuflich ist: „Im Ausland werden die Klubs schon länger von Milliardären geführt. Da werden Trikot- und Vereinsfarben und sogar Namen gewechselt, weil das besser zum Unternehmen passt. Das ist eine Entwicklung, die wir in Deutschland nicht wollen“, sagt Tobias. Neben der Macht des Eigentümers kritisieren sie, dass Vereinsmitgliedern kein Mitbestimmungsrecht haben.

Doch bis die ersten Spenden an Vereine überwiesen werden können, wartet auf Tobias und Dirk noch sehr viel Arbeit. Erst gestern wurde die endgültige Rezeptur für das Getränk beim Hersteller in Hamburg festgelegt. Eine Kalkulation, wie viel „5gegen2“ im Verkauf kosten soll, steht erst grob: Während bekanntere Energydrink-Hersteller für eine Dose zwischen 1,50 und 1,75 Euro verlangen, möchten Tobias und Dirk ihr Produkt günstiger vertreiben. Es soll in der Herstellung 50 Cent kosten. 20 bis 25 Cent wollen die Studenten spenden. Inklusive der Vertriebskosten in Kneipen und an Kiosken soll der Preis so noch unter dem renommierter Hersteller liegen. Immerhin steht das Design der Glasflasche dank eines befreundeten Grafikers: Mit dem weißen Schriftzug „5gegen2“ auf knallig rotem Hintergrund soll die Flasche im Kioskregal auffallen. Auch in anderen Bereichen bekommen die Jungs Hilfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. „Wir werden von einem Notar und einem Markenanwalt unterstützt, damit wir auch rechtlich auf der sicheren Seite sind“, sagt Tobias. Ungefähr 5000 Euro Eigenkapital haben die beiden in das gewagte Projekt gesteckt.

Sollte das Crowdfunding erfolgreich sein, muss erst noch ein funktionierender Vertrieb aufgebaut werden. Schließlich soll „5gegen2“ neben einem Internetversand auch an Kiosken und Kneipen in Stadionnähe verkauft werden – wenn es nach den beiden geht, deutschlandweit.

Die Eintragung als Unternehmensgesellschaft, auch bekannt als Mini-GmbH, haben sie hinter sich. Auch die Markenrechte sind gesichert. Sollte durch die Aktion nicht genug Geld zusammenkommen, ist nicht nur „5gegen2“ am Ende, sondern auch eine Menge ihres Ersparten. Ein Risiko, das bei Start-up-Gründungen üblich ist, sagt Guido Langemann, Gründungsexperte bei der Industrie und Handelskammer Hannover. „Die Idee von ‚5gegen2’ ist hervorragend. Mit dem richtigen Marketing über das Internet ist das Crowdfunding in einem hochemotionalen Bereich wie Fußball sicher möglich“, sagt Langemann. „Das Problem sehe ich bei der langfristigen Etablierung – der Reiz der Idee könnte bei den Konsumenten bald nachlassen.“

Der Hannoveraner Patrick Leonhardt stand vor vier Jahren vor einem ähnlichem Problem. Mit seiner Freundin Anna gründete der heute 37-Jährige „BUM“-Bier und die Wachmacher-Limo „bumarana“. Hinter „BUM“-Bier steckt die Idee eines Flyers in Flaschenform: Das Etikett auf der Rückseite der Flasche dient als Werbefläche für Bands aus der Region, die nach Patricks Meinung mehr Aufmerksamkeit verdienen. Leben kann er von seinem Unternehmen nicht, vor allem seit er Vater ist. „Wenn es nur ums Geld ginge, hätten wir das Projekt schon beerdigen müssen“, erzählt er. Aber immer wenn er gerade freihat, fährt er los, um Kisten an Privathaushalte, Kioske, Klubs und Supermärkte auszuliefern. Für größere Bestellungen musste anfangs ein Bulli angeschafft werden. Zusammen mit der ersten Abfüllung ergab das ungefähr 15 000 bis 20 000 Euro, die Patrick und Anna vor Start auslegen mussten. Dabei blieb es auch. Reich werden die Unternehmer mit ihrem ungewöhnlichen Start-up nicht. Das war auch nie ihr Ziel.

Ähnlich wie Tobias und Dirk kämpfen sie für den guten Zweck. Die beiden sind zuversichtlich, dass „5gegen2“ funktionieren kann. Kurz nachdem das Projekt auf einer Internetseite und einer eigenen Facebook-Seite vorgestellt wurde, bekamen die beiden Unterstützung von einigen Medien. Nach einem Interview mit dem Fußballkulturmagazin „11Freunde“ verzehnfachte sich die Zahl der Facebookfans von 200 auf 2000, mittlerweile haben sie über 5000 Fans. Ob die in ein paar Wochen Energydrinks statt Bier vor dem Stadion trinken, bleibt abzuwarten.

Carina Carlini und Martin Wiens

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