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ZiSH Auf ein Wort, 2014!
Hannover ZiSH Auf ein Wort, 2014!
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13:39 30.12.2014
Helene Fischer, Ice Bucket Challenge, supergeil: 2014 war viel los. Quelle: Stefan Hoch

#aftersex: Gerötete Gesichter oder die „Zigarette danach“: Unter dem Hashtagaftersex“ luden im April viele Insta-
gram-User Fotos hoch, die sie direkt nach dem Liebesspiel gemacht haben. Der Trend ist schnell wieder abgeklungen. Ein Großteil der User ist wohl doch der Meinung, dass das eigene Sexleben nur zwei Personen etwas angeht.

Birkenstock: Der Schuh mit dem orthopädischen Fußbett wurde nie so gehypt wie in dieser Saison. Die flache Korksohle mit doppelten Riemen latschte von den Laufstegen der Topmodels in unseren Schuhschrank. Gesundheitstreter in klassischem Schwarz oder bunt gemustert: Es lief (sich) gut dieses Jahr.

Conchita Wurst: Die Gewinnerin des diesjährigen Eurovision Songcontest hat lange, dunkelbraune Haare, trägt ein enges goldenes Kleid – und einen Bart. 290 Punkte vergaben die Zuschauer an den österreichischen Travestiekünstler Thomas Neuwirth, wie Conchita Wurst bürgerlich heißt. Und setzten damit ein Zeichen für Toleranz.

Demos: Hogesa und Pegida: 2014 war das Jahr der Demonstrationen mit kryptischen Namen und einfältigem Anlass. Das führte die Internetseite no-nazi.net mit dem Test „Welche Demo passt zu mir?“ ad absurdum. Der ermittelt anhand des Anfangsbuchstabens des Vor- und Nachnamens die passende Demo für jeden – zum Beispiel „Suffköppe gegen Verschwörungstheoretiker“.

Energydrink „5gegen2“: Der Energydrink „5gegen2“ soll seine Konsumenten wachrütteln. Tobias Meyer und Dirk Zimmermann wollen mit ihrem Getränk gegen die Kommerzialisierung im Fussball – konkret gegen den Fussballverein RB Leipzig – protestieren und den Amateurfussball unterstützen. In einem erfolgreichen Crowdfunding-Projekt sammelten sie 28 000 Euro für die Produktion des Energydrinks ein. Ab März 2015 wird es „5gegen2“ also in Hannovers Läden geben.

Fischer-Phänomen: Andrea Berg? Och nö! Florian Silbereisen? Pfui! Aber Helene? Na gerne doch! Die Schlagersängerin brachte 2013 ihr Album „Farbenspiel“ heraus. Und plötzlich wurde auf jeder Party „Atemlos“ mitgegrölt. Und das nicht nur von Zuschauern des ZDF- „Fernsehgartens“. Ob Schlager plötzlich generell trendy wird oder nur, wenn eine hübsche Blondine im goldenen Glitzerkleidchen ihn singt, wird sich 2015 zeigen.

#gauchogate: „So geh’n die Gauchos, die Gauchos, die geh’n so“, singen fünf deutsche Nationalspieler bei der WM-Siegesfeier am Brandenburger Tor. Dabei laufen sie tief gebückt und machen sich so über die argentinische Nationalmannschaft lustig. Gegen die hatten sie zuvor das WM-Finale gewonnen. Der alberne Tanz wurde auch schon bei der EM 2008 aufgeführt – mit Spaniern statt Gauchos. Daraus ist aber kein #spaniergate geworden. Vielleicht, weil Twitter damals noch nicht so verbreitet war.

„Happy“: Mit dem 24-stündigen Musikvideo zu seinem Song „Happy“, in dem auch Stars wie Jamie Fox und Jimmy Kimmel mittanzen, animierte Sänger Pharrell Williams zahlreiche Menschen dazu, selbst Tanzvideos auf Youtube zu stellen. Lachen ist eben ansteckend – auch im Netz.

Ice Bucket Challenge: Bei der Ice Bucket Challenge muss sich der Herausgeforderte einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf kippen. Der Hintergrund, dass die Challenge eine Spendenaktion für Betroffene der Nervenkrankheit ALS ist, wurde schnell weggespült. Die meisten Akteure kippten sich den Eimer einfach so über den Kopf – warum auch immer.

Julia Engelmann: Das Video der blonden jungen Frau, das in einem Hörsaal am Mikrofon steht, überflutet plötzlich die Facebook-Timelines. Poetry-Slammerin Julia Engelmann erzählt in ihrem „One Day/Reckoning Text“, dass man doch endlich mal rausgehen und spannende Geschichten erleben solle. Das teilten so viele bei Facebook, dass das Video mit dieser marginalen Botschaft über 7 000 000 Klicks zählt. Dabei hätte man die fünf Minuten, die das Video dauert, auch nutzen können, um Geschichten zu erleben. Oder um seine Freundesliste auszusortieren.

Klaas und Joko: Sie lassen sich Salzlösung in Donutform in die Stirn spritzen und räumen dafür Preise ab. In den Shows des Moderatoren-Duos Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt treffen trashige Interviews auf schwachsinnige Mutproben. Und obwohl man sich regelmäßig für die beiden fremdschämt, ist ihr Quatsch trotzdem unterhaltsam – auch, wenn man manchmal nicht hinschauen kann.

Läuft bei dir: „Läuft bei dir“ ist das Jugendwort des Jahres. Es bedeutet so viel wie „du hast es drauf“, wird aber häufig 
auch ironisch benutzt. Was läuft bei dir gerade so richtig oder gar nicht gut? Schreibe es auf und reiche die Geschichte beim HAZ-Schreibwettbewerb ein.
Mutter gefunden: Neun Staffeln lang suchte Ted Mosby nach der Mutter seiner Kinder. Fans von „How I Met Your Mother“ spekulierten wild, wer die Auserwählte sein könnte. Und dazu hatten sie viel Zeit: Weil die Serie so gut lief, wurde eine Staffel nach der anderen produziert. Die große Spannung wurde mit dem im März ausgestrahlten Staffelfinale bitter enttäuscht. Nachdem die Geschichte so lange aufgebauscht wurde, konnte es aber auch kaum anders kommen.

#notjustsad: Unter dem Hashtag #notjustsad schreiben an Depression erkrankte Menschen über ihr Gefühlsleben und erklären, wie sie mit ihrem Leiden umgehen. Psychische Krankheiten sollen kein Tabuthema mehr sein – die Betroffenen wollen das ändern, indem sie auf Twitter und in Blogs darüber berichten.

Oscar-Selfie: Scheinbar ganz spontan schnappte sich Moderatorin Ellen DeGeneres bei der Oscarverleihung am 2. März ein Samsung-Smartphone und schoss ein Selfie mit vielen Stars darauf. Was später erst herauskam: Das Foto war kein Zufall, sondern eine geplante Produktplatzierung. Der koreanische Konzern Samsung ließ sich die versteckte Werbung insgesamt 21 Millionen Dollar kosten. Hinter den Kulissen knipste DeGeneres lieber mit ihrem iPhone.

Praktikumsgeneration: Im Praktikum kann man sich ausprobieren und wertvolle Kontakte knüpfen. Deswegen sind Praktika begehrt – trotz des oftmals geringen Lohns. Ab 2015 sollen freiwillige Praktika, die länger als sechs Wochen dauern, mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde entlohnt werden. Weil das für viele Firmen hohe zusätzliche Kosten sind, könnte es viele Praktika geben, die auf sechs Wochen beschränkt sind – oder wesentlich weniger.

Quizduell: Eine App mal eben so ins Fernsehen zu holen, ist gar nicht so einfach. Das merkte die ARD mit der Show „Quizduell“. Dort sollten vier Studiokandidaten gegen die Zuschauer zu Hause antreten. Der große Andrang sorgte aber für eine Serverüberlastung, sodass „Team Deutschland“ nicht mitspielen konnte. Am 2. Februar kommt die zweite Staffel. Hoffentlich können dann auch wirklich alle mitmachen.

Robin Williams: Sein Name ist der weltweit meistgegoogelte Suchbegriff 2014. Der preisgekrönte US-Schauspieler Robin Williams nahm sich am 11. August das Leben. Schon zu Lebzeiten waren seine Suchterkrankungen und Depressionen bekannt. Unter dem Hashtag #ohcaptainmycaptain verabschiedeten sich unzählige Nutzer sozialer Netzwerke von ihrem Idol.

Supergeil: Cookies: Geil! Sushi: Sehr geil! Dorsch: Supergeil! Im Video zu „Supergeil“ sprechsingt sich Friedrich Lichtenstein durch den Haushalt fremder Leute und findet einfach alles supergeil. Vor allem Artikel der Supermarktkette Edeka. Während bei herkömmlicher Werbung im Fernsehen gerne weiter gezappt wird, kommt der „Supergeil“-Clip auf 13 Millionen Klicks bei Youtube. Eine sehr, sehr schlaue Marketingidee.

Twerking: War 2013 das Jahr des überdrehten Flashmob-Tanzes „Harlem Shake“, ist 2014 das Jahr des Hinterns: Miley Cyrus machte den Anfang – und schüttelte mit lasziven Powackeln beim Twerking auch die letzten Reste ihres Teenie-Images ab. Der Hip-Hop-Tanz findet auch in den sozialen Netzwerken viele Nachahmer: Unter dem Hashtag #belfie, eine Anspielung auf das Selfie, gibt es auf Instagram schon über 85 000 Hinternfotos.

Unterhaltung, gute: Satire, Parodie und schwarzen Humor gab es im „Neo Magazin“ mit Jan Böhmermann. Trotz niedriger Einschaltquote sammeln die Youtube-Videos „Eine Hymne auf die 90er“ oder die „TV-Total“-Parodie „Blamielen oder Kassielen“ fleißig Klicks. Zur Belohnung geht’s für Böhmermann 2015 ins ZDF-Hauptprogramm.

Vegan-Boom: Bis vor ein paar Jahren lag vegane Ernährungsweise bei vielen außerhalb des Tellerrands. Doch 2014 interessierten sich immer mehr Menschen für Essen ohne tierische Bestandteile. Auch in Hannover macht sich der Wandel bemerkbar. Neben dem Hiller, das schon seit 2012 vegane Küche anbietet, lässt es sich auch bei Carrots & Coffee, bei Loving Hut oder im Centrum Linden wunderbar vegan futtern. Seit ein paar Wochen kann man sich veganes Essen sogar bringen lassen: Seit Ende November gibt es den Chay Express, Hannovers ersten veganen Bringdienst.

Wetten dass ...?: Markus Lanz sollte „Wetten, dass...?“ retten – und nachdem klar war, dass er dazu nicht imstande war, der Sendung wenigstens einen glimpflichen Abschied bescheren. Nach 33 Jahren und 215 Folgen endete am 13.12.2014 die Ära der großen Klatsch-und-Tatsch-Show. In der letzten Ausgabe musste sich Elton von einem Hund Leberwurst aus dem Gesicht lecken lassen. Die älteren Herren fanden es lustig – und zeigten wieder mal, dass die Show eh längst aus der Zeit gefallen war.

X-Wing: Vor wenigen Wochen sorgte der gerade mal 88 Sekunden lange Teaser zu „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ für maximale Aufregung unter Fans. Am 17. Dezember 2015 kommt der Film in die Kinos. Mit Han Solo, Luke Skywalker, dem Millennium Falcon und hoffentlich ohne Jar Jar Binks.

Youtube-Boom: Simon Unge steht stellvertretend für das Erwachsenwerden von Youtube. Unter dem Hashtag „Freiheit“ sagte er sich im Dezember vom Youtube-Netzwerk Mediakraft los – und gab damit gleichzeitig seinen Gaming-Kanal „ungespielt“ und seinen Lifestyle-Kanal „ungefilmt“ auf. Diese brachten ihm ungefähr 30 Millionen Klicks im Monat. Dass hinter den häufig amateurhaft gedrehten Youtube-Videos knallhartes Business steht, ist spätestens seit diesem Vorfall klar.

Zwei Haken bei Whatsapp: Die beiden blauen Häkchen bei Whatsapp brachten Smartphone-Besitzer seit November in Aufruhr. Schließlich zeigten sie an, ob eine Nachricht schon gelesen wurde – und ließen so keinen Platz mehr für Ausreden, wenn man mal nicht geantwortet hat. Trotzdem waren die Proteste etwas überzogen: Eine Beziehung, die nur wegen der kleinen Häkchen bei Whatsapp zerbricht, wäre wohl auch ohne blaue Häkchen nicht lange gut gegangen.


Mitarbeit: Sarah Franke, Sarah Seitz, Theresa Kruse, Sina Sommerfeld, Sophie Leyh, Manuel Behrens, Martin Wiens, Maike Brülls

ZiSH ZiSH-Autoren und ihre Musik des Jahres - Ein Jahr in Liedern

2014 war ein Jahr der Krisen. Zum Glück nicht, was Musik angeht. 
Zehn ZiSH-Autoren lassen tief in Hits und Peinlichkeiten aus Plattenschrank und Playlist blicken.

19.12.2014
ZiSH HAZ-Schreibwettbewerb 2014/15 - Danke für viele spannende Texte!

Der Einsendeschluss für den 13. HAZ-Schreibwettbewerb ist verstrichen, die Bewerbungsphase abgeschlossen. Fast 500 Beiträge aus der gesamten Region erreichten die Redaktion. Nun berät eine Jury bestehend aus Lehrern, HAZ-Redakteuren und Literaturexperten über die Texte.

16.02.2015
ZiSH Cybermobbing - Bei Nachricht Angst

Jeder sechste Jugendliche wurde schon einmal im Internet gemobbt. Doch was kann man gegen Beleidigung bei Whatsapp tun?
Eine Möglichkeit bietet die Plattform Juuuport. Dort helfen junge Menschen Betroffenen. ZiSH hat einen Mitarbeiter begleitet.

16.12.2014