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15:24 06.02.2015
Steuererklärung, Miete, Versicherungen - da steigt man schnell nicht mehr durch. Quelle: Foto: Ditfurth (Montage: Llorens)

Krankenkasse

Viele Studienanfänger bleiben auch nach dem Auszug erst mal noch über ihre Eltern mitversichert. Diese Form der Kranken- und Pflegeversicherung ist aber nur möglich, bis man 25 ist. Danach müssen auch Studenten sich selbst versichern – zum vergünstigten Studententarif von mindestens 80,41 Euro im Monat. Das gilt aber nicht für privat Versicherte.
Mit Vollendung des 30. Lebensjahrs oder nach dem 14. Fachsemester fallen auch Studenten aus dem Studententarif raus – es sei denn, sie haben Gründe für die Verzögerung. Von da an steigen auch die Versicherungskosten an.
Bei der Wahl der Krankenkasse für Studenten lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Manche bieten Zusatzleistungen wie beispielsweise Privatversicherungen für Auslandsreisen an.

Caroline Meyer

Steuererklärung

Wer Geld verdient, muss Steuern zahlen. Wie viel genau, hängt von der Höhe des Einkommens ab. Überhaupt wird erst alles versteuert, was über 8354 Euro im Jahr liegt.
Bei Arbeitnehmern wird die Lohnsteuer sofort vom Gehalt abgezogen. Selbstständige oder Gewerbetreibende müssen vierteljährlich eine Vorauszahlung entrichten. Weil sich aber immer etwas an den Rahmenbedingungen ändern kann, gibt es Steuererklärungen.
Darin legen die Steuerzahler all ihre Einnahmen dar. Das Finanzamt vergleicht die gezahlten Beträge mit der tatsächlichen Steuerschuld. Entweder muss dann nachgezahlt werden – oder es gibt Geld zurück. Auch Ausgaben für lange Arbeitswege oder Spenden an wohltätige Organisationen etwa können das zu versteuernde Einkommen mindern.
Wichtig für Studenten: Ausgaben für ein Zweitstudium oder Weiterbildungen können als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Für das Erststudium gilt das noch nicht. Diese Regelung wird aber zurzeit vom Bundesverfassungsgericht geprüft.

Niklas Kleinwächter

Erster Job

Mit dem ersten Job ändert sich nicht nur der Stand des Kontos. Auch in Sachen Versicherungsschutz müssen Berufseinsteiger aktiv werden. Für diese endet nämlich die Familienversicherung über die gesetzliche Krankenkasse. Auch zusätzliche Versicherungen wie eine private Haftplicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung werden plötzlich zum Thema. Gut beraten ist, wer bei seinen Eltern schaut, welche Versicherungen die für einen abgeschlossen haben und weiterlaufen lassen – obwohl sie vielleicht zu teuer oder nutzlos sind. Wer nach dem Studium den Traumjob noch nicht in Sicht hat, kann über Karriere- oder Kontaktmessen fündig werden.

  • Firmenkontaktmessen: Sie bieten eine gute Gelegenheit, sich über Praktika und Jobs zu informieren: Die nächsten Career Dates der Leibniz-Universität Hannover sind am 20. Mai 2015.
  • Karten und Nummern: Jeder Berufsanfänger sollte sich vor dem ersten Arbeitstag nicht nur seine Lohnsteuerkarte, sondern auch seine Sozialversicherungsnummer besorgen.

Caroline Meyer

Kindergeld

Wer in die erste eigene Wohnung zieht, bekommt häufig zum ersten Mal das Kindergeld von seinen Eltern ausgezahlt. Das haben vorher noch die Eltern verwaltet – schließlich kostet ein Kind ja auch was. Mit dem Auszug landen die 184 Euro dann jeden Monat auf dem eigenen Konto. So viel gibt es für das erste und zweite Kind. Ab dem dritten Kind ist der Betrag höher.

  • Mindestlaufzeit: Bis zum 18. Lebensjahr hat jeder Anspruch auf Kindergeld.
  • Höchstlaufzeit: Wer 18 ist und studiert oder eine Ausbildung macht, bekommt bis zum Abschluss Kindergeld. Danach entfällt es. Spätestens Schluss ist mit 25.
  • Auszeit: Während des Bundesfreiwilligendienstes und im freiwilligen sozialen Jahr gibt es weiter Kindergeld.

Sophie Leyh

Erste Wohnung

Die erste Wohnung muss nicht perfekt sein. Hauptsache, sie liegt im richtigen Stadtteil. Aber auf ein paar Dinge muss schon geachtet werden. „Viele junge Leute sind erstaunt, wenn zur Miete noch eine Betriebskostenabrechnung dazukommt“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Denn zur Kaltmiete kommen noch Nebenkosten: Wasserversorgung, Müllabfuhr, Kabelanschluss oder Stromkosten für den Hausflur. Auch Strom und Heizung dürfen bei der Kostenkalkulation nicht vergessen werden.
Ein weiterer Tipp vom Experten: „Jeder Mietvertrag hat unwirksame Klauseln.“ Streichen vorm Auszug etwa darf nicht pauschal vorgeschrieben werden. Außerdem empfiehlt der Mieterbund, unbedingt ein Übergabeprotokoll zu erstellen: Wer Zählerstände und Zustand der Wohnung dokumentiert, hat am Ende weniger Ärger.

Niklas Kleinwächter

Ummelden

Der Umzug ist geschafft. Jetzt wird entspannt. Zum Beispiel beim Warten im Einwohnermeldeamt. Wer in eine neue Wohnung zieht, muss sich nämlich innerhalb von einer Woche ummelden. Sonst kann ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro anfallen. Die Ummeldung ist gebührenfrei. Gebraucht wird dafür nur der Perso.
Gibt’s noch ein Zimmer in der elterlichen Wohnung, kann die als Erstwohnsitz angegeben werden, ohne dass eine Zweitwohnsitzsteuer anfällt. Viele Städte kämpfen darum, dass gerade Studenten ihren Erstwohnsitz am Studienort angeben: Denn für jeden Erstwohnsitz bekommt die Kommune mehr vom Steuerkuchen ab. Manchmal werden die Studenten deswegen mit Willkommensgeld oder Rabatten gelockt. Die „Hausmarke“, mit der die Studenten in Hannover Rabatt bekommen, gibt es unabhängig vom Wohnsitz.

Niklas Kleinwächter

WG-Mietvertrag

Für viele Studenten ist eine WG die ideale Lösung: Man kann Kosten durch mehrere Personen teilen und schnell Kontakte finden. Komplizierter wird es dafür beim Abschluss des Mietvertrags. Laut Ulrich Ropertz vom Mieterbund gibt es drei Modelle:

  • Ein Hauptmieter, mehrere Untermieter: Für den Vermieter ist das praktisch, weil er sich nur mit einem Bewohner beschäftigen muss. Auch der Hauptmieter steht ganz gut da. Für die Untermieter kann es aber ganz blöd kommen: Zieht der Hauptmieter aus, müssen im Zweifel alle mit raus.
  • Alle unterschreiben einen Vertrag: „Das ist eine böse Falle, in die viele tappen“, sagt Ropertz. Denn dann können auch nur alle zusammen wieder kündigen. Ein Ausweg ist ein spezieller WG-Mietvertrag, der die Bewohner zum individuellen Austausch der Mitbewohner berechtigt. Diese Variante ist allerdings bei Vermietern unbeliebt, weil sie sehr unübersichtlich ist.
  • Jedes Zimmer hat einen eigenen Mietvertrag: Diese Variante ist deshalb so schön, weil sie eindeutig ist. Laut Ropertz könne daraus aber eine „Zwangs-WG“ werden. Denn der Vermieter dürfe allein entscheiden, wer einzieht.

Niklas Kleinwächter

Minijob

Wer seinen Kontostand mit einem 
Minijob aufbessern will, kann im Monat bis zu 450 Euro verdienen – ohne, dass Geld für die Versicherung abgegeben werden muss. Dabei gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. 450 Euro geteilt durch 8,50 ergibt eine maximale Arbeitszeit von 52,9 Stunden pro Monat. Wird die Grenze überschritten, wird’s teuer: Bei 451 Euro werden schon rund 18 Euro abgezogen. Ein Ferienjob lohnt sich noch mehr. Denn wer nicht länger als drei Monate oder insgesamt 70 Tage im Jahr arbeitet, kann so viel verdienen wie er will – ohne Abgaben. Minijobber haben das Recht auf mindestens 24 bezahlte Urlaubstage im Jahr. Bei unregelmäßigen Einkünften ist das Einkommen bis zu einer Jahresgrenze von 5400 Euro versicherungsfrei.

Sina Sommerfeld

Hartz IV

Das Studium ist beendet und der neue Job fängt erst in vier Monaten an. Wenn BAföG nicht mehr gezahlt wird, kann es knapp mit dem Geld werden. Miete und Versicherung müssen in der Zwischenzeit ja schließlich trotzdem gezahlt werden. Eine Möglichkeit: Arbeitslosengeld II, sogenanntes Hartz IV, beantragen. Ehemalige Studenten können dann den Regelsatz von 399 Euro bekommen. Hinzu kommen die Kosten für Heizung und Unterkunft – wenn die nicht übertrieben hoch ausfallen. Wer in den letzten zwei Jahren schon zwölf Monate lang versicherungspflichtig, also nicht nur in einem Minijob, gearbeitet hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Man bekommt dann vorerst 60 Prozent des letzten Nettoentgelts ausgezahlt.

Laura Pape

BAföG

Gähnende Leere im Portmonnaie – das kennt man als Student nur zu gut. Im Studium wird man immerhin meistens nicht bezahlt. Um trotzdem über die Runden zu kommen, kann man BAföG beantragen. Das ist die Abkürzung für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“. Bedeutet: Der Staat gibt Geld zur Ausbildung dazu. Wie viel man bekommt, hängt davon ab, was man selbst und die Eltern verdienen. Der Höchstsatz beträgt 670 Euro. Beim Studentenwerk Hannover kann man den Antrag stellen – ein ziemlicher Papierberg. Wer da nicht sofort durchsteigt, kann unter www.studentenwerk-hannover.de ganz unbürokratisch einen Onlinetest machen. Der sagt einem, welche Formulare man braucht.

  • Es muss nur die Hälfte des BAföG zurückgezahlt werden – und das zinsfrei. Dazu hat man 20 Jahre Zeit.
  • Wer sein BAföG-Darlehen ohne Raten sofort zurückzahlt, bekommt noch mal bis zu 50 Prozent Rabatt.
  • Achtung: Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden. Am besten drei Monate vor Ende des Bewilligungszeitraums.
  • BAföG wird ab dem Monat des Antrags gezahlt. Wer seine Studienberechtigung schon im August hat, kann direkt Geld bekommen – auch, wenn das Studium erst später losgeht.
  • Wer sich nicht sicher ist, ob ihm BAföG zusteht, kann dies im Internet unter www.bafoeg-rechner.de/Rechner/ ausrechnen.

Sarah Seitz

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