Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
ZiSH Ab auf die Wiese!
Hannover ZiSH Ab auf die Wiese!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:22 19.05.2015
Geheimtipps: Gibt es auch beim Hurricane zu entdecken.
Geheimtipps: Gibt es auch beim Hurricane zu entdecken. Quelle: dpa
Anzeige

Zur Herrlichkeit und Mühlenweg: Die Straßennamen passen zum 17 Kilometer von Lüneburg entfernten Örtchen Luhmühlen, wo das Flüsschen Luhe durch die Felder rauscht. Nicht einmal 5000 Menschen wohnen dort.

Vom 5. bis 8. August wird es in der Idylle etwas lauter – und voller: Zum ersten Mal steigt dann das Musikfestival „A Summer’s Tale“ auf einem Gelände am Ortsrand. „Wir rechnen mit 5000 bis 7000 Besuchern“, sagt Sina Klimach vom Hamburger Konzertveranstalter FKP Scorpio. Im Gegensatz zum etwa 60 Kilometer westlich gelegenen „Hurricane“-Gelände in Scheeßel, wo Mitte Juni rund 73 000 Festivalbesucher kampieren werden, um Placebo, Marteria oder Alt-J zu sehen, ist „A Summer’s Tale“ beschaulich. Doch auch große Konzertveranstalter wie die „Hurricane“-Macher von FKP Scorpio setzen jetzt auf die Nische: Obwohl immer weniger Menschen CDs kaufen, wollen immer mehr ihre Lieblingsbands live erleben. Fast zwei Drittel des Umsatzes werden im Musikbereich mittlerweile mit Festivals und Konzerten erwirtschaftet. Noch vor zehn Jahren hat der Tonträgerverkauf die Hälfte des Umsatzes ausgemacht, Konzerte die andere. Wenn die Mischung stimmt, sind Festivals im Vorfeld schnell ausverkauft – so wie die „N-Joy Starshow“ und das „NDR-2 Plaza Festival“ in Hannover.

Aber immer mehr Besuchern ist das gemütliche Drumherum wichtiger als Riesenfeierei. Das zeigt der Erfolg von kleinen, feinen Festivals wie dem „Appletree Garden“ in Diepholz oder dem „Immergut“ an der Mecklenburgischen Seenplatte. Auch bei „A Summer’s Tale“ sind Fluss, Wiese und Wald die heimlichen Headliner. Auf einer Lichtung wird Singer-Songwriter William Fitzsimmons die passende Musik zur heimeligen Knisteratmosphäre spielen. Auch die Neunzigerjahre-Britpophelden Belle and Sebastian und die Berliner Folkband Mighty Oaks („Brother“) kommen an die Luhe – ein Line-up für Pop-Auskenner.

Dazwischen lesen Heinz Strunk und Jochen Distelmeyer auf der Literaturbühne, am Waldrand entsteht ein Festival-Atelier, und am Fluss werden Yogakurse angeboten. Bierhelmträger dürften – anders als bei den großen Festivals – die Ausnahme sein. Gut kuratiertes Programm schätzen auch die Besucher des „Fuchsbau“-Festivals, das Mitte August auf dem alten Ziegeleigelände Zytanien bei Lehrte veranstaltet wird. Dort gibt es Poetry-Slam, Streetart und Diskussionsrunden. „Die Zielgruppe für Festivals differenziert sich mehr und mehr“, sagt FKP-Scorpio-Mitarbeiterin Klimach. „Zum Teil sind die Besucher den großen Rockfestivals entwachsen oder legen mehr Wert auf Ruhe, gutes Essen und Nachhaltigkeit.“ „A Summer’s Tale“ ist eines der kleinsten von 21 Festivals, die FKP Scorpio organisiert.

Im benachbarten Lüneburg wird noch kleiner geplant: Dort findet am 5. und 
6. Juni zum zwölften Mal das „Lunatic“-Festival statt, organisiert von Studenten. Dass ein großes Unternehmen direkt nebenan ein Festival aufzieht, sieht man gelassen: „Wir ziehen ein ganz anderes Publikum an“, sagt Julia Hasenbank vom Orga-Team. „Wir haben den Studi-Charakter“ – dazu gehören eben auch harte Beats wie von Headliner Genetikk. Das passt dann sowieso nicht zur knistrigen Kuschelstimmung bei „A Summer’s Tale“.

Manuel Behrens

Stars im Ring: Hurricane

Zwischen Hamburg, Bremen und Hannover geht vom 19. bis 21. Juni das „Hurricane“ im Eichenring bei Scheeßel in die 19. Runde – mit gewohnt fettem Line-up. Nicht nur Abiturienten versacken gerne auf dem Campingplatz, aber frühes Aufstehen lohnt sich. Nachmittags gibt es schon viele Geheimtipps zu entdecken.

Karsten Röhrbein/Ansgar Nehls

Anzahl Dixiklos: 800 plus 850 wassergespülte Toiletten
Bekanntester Act: Placebo
Geheimtipp: The Cat Empire
Drumherum: Im Tausch-dich-satt-Zelt können ungeliebte Lebensmittel den Besitzer wechseln.
Entfernung zum nächsten Supermarkt: etwa 3 Kilometer
Maximale Zeltanzahl: 73 000
Besonders geeignet für: festivalerprobte Bändchen-Sammler
Eintritt: 149 Euro inklusive 10 Euro Müllpfand

Auf der Heide: Because we Are Friends

Feinste elektronische Musik auf Wiesen und Wäldern der Lüneburger Heide: Das gibt’s auf dem „Because We Are Friends“-Festival. Und zwar auf drei liebevoll geschmückten In- und Outdoorbühnen, vom 22. bis zum 25. Mai im Eventpark Luhmühlen, Westergellerser Heide.

Paulina Sophie Westing

Anzahl Dixiklos: Keine – es gibt fest installierte Toiletten.
Bekanntester Act: 
Oliver Huntemann
Geheimtipp: Pauli Pocket
Drumherum: vegane und vegetarische Essensstände, Kurzfilmvorführungen und Graffitikunst
Entfernung zum nächsten Supermarkt: etwa 6 Kilometer
Maximale Zeltanzahl: etwa 1500
Besonders geeignet für: kunstbegeisterte Luxus–Camper
Eintritt: 55 Euro plus 10 Euro Müllpfand

Am Meer: Deichbrand

Das Nordlicht unter den Festivals: Vom 16. bis zum 19. Juli spielen unter anderem Kraftklub, die Beatsteaks und Fettes Brot zwischen Strand und plattem Land. Ort des Geschehens ist der Seeflughafen Nordholz bei Cuxhaven, das vierseitige Line-up reicht von Rock bis Hip-Hop.

Sophie Leyh

Anzahl Dixiklos: 350
Bekanntester Act: Deichkind
Geheimtipp: Dotan
Drumherum: Am Strand kann man nicht nur baden, sondern auch Beachvolleyball spielen, dazu gibt’s Poetry-Slam und einen Helikopterflug über das Festivalgelände.
Entfernung zum nächsten Supermarkt: Keine – es gibt einen Supermarkt auf dem Gelände.
Maximale Zeltanzahl: 40 000
Besonders geeignet für: Wasserratten mit breitem Musikgeschmack
Eintritt: 112 Euro

Für die ganze Familie: Müssen Alle Mit

Hinter dem Bahnhof versteckt liegt die Wiese des Bürgerparks Stade. Hier werden am 11. Juli eine Bühne und Stände aufgebaut – für das „Müssen alle mit“-Festival. Das Hamburger Indielabel Tapete Records (früher beim „BootBooHook“-Festival in Hannover im Boot) präsentiert sieben Bands.

Sophie Leyh

Anzahl Dixiklos: 15
Bekanntester Act: Nada Surf
Geheimtipp: Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi
Drumherum: Satiriker Friedemann Weise moderiert
Entfernung zum nächsten Supermarkt: Der wird für den einen Tag nicht gebraucht: Es gibt viele verschiedene Essens- und 
Getränkestände.
Maximale Zeltanzahl: 0
Besonders geeignet für: Liebhaber von bequemen Mini-Festivals
Eintritt: 39,15 Euro

Vor der Haustür: Castivals

Rapper Casper mag Festivals. So sehr, dass er dieses Jahr sein eigenes macht: das „Castival“. Zusammen mit befreundeten Künstlern tourt er durch einige Städte in Deutschland. Zu seinem Auftritt am 5. Juni auf der Expo-Plaza Hannover bringt er nicht nur die fünf Jungs von Kraftklub mit, sondern auch die Berliner Hip-Hop-Formation KIZ.

Maike Brülls

Anzahl Dixiklos: 200
Bekanntester Act: Casper
Geheimtipp: Kraftklub
Drumherum: Stände mit Bier, süßem und herzhaftem Essen und Merchandise
Entfernung zum nächsten Supermarkt: etwa 4 Kilometer
Maximale Zeltanzahl: 0
Besonders geeignet für: Freunde von deutschem Hip-Hop mit klugen Texten
Eintritt: 41 Euro

Manche mögen’s dunkel: M’era Luna

Die Flugzeuge fliegen nicht, denn am 8. und 9. August findet das „M’era Luna“-Festival auf dem Flughafen Hildesheim-Drispenstedt statt. Hier tanzt die schwarze Szene auf dem größten 
Gothic-Festival Deutschlands zu Industrial, Mittelalter-Rock und Metal.

Anna Yola Darmstädter

Anzahl Dixiklos: 120 mit Spülung und 300 Dixis
Bekanntester Act: Nightwish
Geheimtipp: Nachtgeschrei
Drumherum: Mittelaltermarkt, 
Gothic-Modenschau und Einkaufsstände für Vampirzähne und Korsetts
Entfernung zum nächsten Supermarkt: direkt auf dem Festivalgelände
Maximale Zeltanzahl: 25 000
Besonders geeignet für: Mittelalterfans, Metaler und alle, denen die schwere Kutte auch im Sommer nicht zu warm ist.
Eintritt: 89 Euro inklusive 5 Euro Müllpfand

Rock im Stall: Heimatzoo

Beim „Heimatzoo“-Festival in Grindau bei Schwarmstedt spielen die Bands am 7. und 8. August in einer Scheune direkt neben Stallungen, in denen früher Kühe und Schweine gelebt haben. Es treten vor allem Indierock- und Ska-Punkbands aus Niedersachsen auf. Bier und Bratwurst werden in Hirsch, der festivaleigenen Währung, bezahlt; 1 Hirsch sind 50 Cent.

Nora Tschepe-Wiesinger

Anzahl Dixiklos: 8
Bekanntester Act: Wisecräcker
Geheimtipp: James & Black
Drumherum: Abends wird im Innenhof ein großes Lagerfeuer gemacht und morgens gibt’s auf dem Zeltplatz Kaffee und Brötchen.
Entfernung zum nächsten Supermarkt: etwa 4 Kilometer
Maximale Zeltanzahl: 150
Besonders geeignet für: alle, die es entspannt mögen
Eintritt: 15 Euro für beide Tage

Schlickrutschen: Watt En Schlick

Zwischen Watt und Wiesen gibt es drei Tage lang Hip-Hop, Brass und Indiepop. So treten beim „Watt En Schlick“–Fest vom 31. Juli bis zum 
2. August am Strand beim Kurhaus Dangast in Varel unter anderem Bilderbuch, Wanda und Malky auf.

Paulina Sophie Westing

Anzahl Dixiklos: 30
Bekanntester Act: Patrice
Geheimtipp: Möwe
Drumherum: Meisterschaft im Schlickrutschen
Entfernung zum nächsten Supermarkt: 200 Meter
Maximale Zeltanzahl: Es gibt 3 Campingplätze im Ort. Der Festcampingplatz hat 109 Zeltplätze. 4 Personen können pro Platz untergebracht werden
Besonders geeignet für: Wind– und Wetterfeste
Eintritt: 59 Euro plus 15 Euro für Camping

ZiSH Interview mit Julia Engelmann - „Mir fällt es leicht, echt zu sein“
15.05.2015
ZiSH Reisen nach dem Abi - Ab ins Ausland
13.05.2015
08.05.2015