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20:35 05.01.2015
Gute Vorsätze einzuhalten, ist manchmal ziemlich schwer. Quelle: Hagemann

In die Tasten 
hauen

Grinsend schließt mein Vater seine E-Gitarre an den Verstärker an. Schwungvoll fährt er mit seiner Hand über alle Saiten. Der Verstärker dröhnt – und unterbricht das ruhige Geklimper meiner Tante, die Klavier spielt.

Es ist der erste Weihnachtsabend. Meine Familie sitzt zusammen und spielt „Happy Xmas“ von John Lennon. Als ich ein Kind war, habe ich Weihnachten auch noch etwas auf dem Klavier vorgespielt. Das ist über zehn Jahre her. Aber jetzt, während wir zusammen Musik machen, finde ich es schade, dass ich zu dem Konzert nicht mehr beitragen kann als meinen schrägen Gesang. Und nehme mir vor, wieder mehr Klavier zu spielen.

Ein paar Tage später setzte ich mich an das Instrument. Bei den ersten zaghaften Tönen merke ich: Es sind tatsächlich noch einige Melodien hängen geblieben. Aber vor zehn Jahren waren meine Finger noch beweglicher. Genervt mache ich erst einmal ein paar Übungen, um die Finger aufzuwärmen. Das war früher nie nötig. Dann hole ich das Blatt mit den Noten zu „Happy Xmas“ raus. Die schwarzen Punkte und Striche sagen mir nichts mehr. Bis ich den ersten Akkord herausgefunden habe, ist eine gefühlte Ewigkeit vergangen. Zu lange für mich, die ich ziemlich ungeduldig bin. Frustriert schließe ich den Klavierdeckel wieder. So einfach geht es also nicht. Ich muss wohl doch Geld in Klavierunterricht investieren. Oder ich frage meine Tante. Sie kann mir sicher was zeigen. Und vielleicht spielen wir nächstes Jahr dann ein Duett.

Maike Brülls

Fit nach dem 
Fest

Die Weihnachtstage sind vorbei. Was bleibt, sind nicht nur Geschenke und Erinnerungen an schöne Stunden mit der Familie. Auch die Waage zeigt zwei zusätzliche Kilos an. Das war kaum zu umgehen: Weihnachten folgten Geburtstage und die alljährliche Jahrgangsfete – keine Chance auf einen Fastentag zwischen den Festtagen.

Für das neue Jahr habe ich mir fest vorgenommen, mehr Sport zu machen und wieder fit zu werden. Bevor ich nach Hannover gezogen bin, habe ich mindestens dreimal pro Woche einen Sportkurs in meinem damaligen Studio besucht. Mit dem Umzug vor sechs Monaten ist das weggefallen – und damit auch meine Fitness. Jetzt wieder ganz von vorne anzufangen und beim anstrengenden Steppkurs keine Puste mehr zu haben – darauf habe ich keine Lust. Ich nehme mir vor, erst mal wieder joggen zu gehen. Das ist ein guter Start, um meine Grundfitness zu verbessern. Aus diesem Vorhaben wird in den ersten Tagen des neuen Jahres wegen des schlechten Wetters und des kaputten MP3-Players dann doch nichts. Trotzdem bin ich motiviert. Obwohl ich wohl im Steppkurs als Erste eine Pause brauchen werde.

 Kira von der Brelie

Endlich 
mitreden

Alle reden darüber, alle haben sie geguckt und alle lieben sie: Die US-Serie „Breaking Bad“. Vor jeder Vorlesung drehten sich die Gespräche meiner Kommilitonen eine Zeitlang nur um den Chemielehrer Walter White und seine Kochkünste. Neben seinem Lehrerdasein kocht White nämlich Crystal Meth – um die teure Behandlung seines Lungenkrebses bezahlen zu können.

Während meine Freunde also über nichts anderes mehr sprachen, konnte ich nicht mitreden. Denn ich habe „Breaking Bad“ nicht verfolgt. „Das musst du gucken!“, sagte ein Kumpel. Dafür sprachen auch 16 Emmys und zwei Golden Globe Awards. Also gab ich der Serie eine Chance – genau 20 Minuten lang. Ein schnarchiger Chemielehrer feiert seinen Geburtstag. Wie öde! Auch die fast 3000 Minuten, die alle Staffeln „Breaking Bad“ dauern, schreckten mich ab. Schließlich musste ich auch Klausuren bestehen. Nach und nach verlor ich die Lust, Walter White beim Drogenmischen zuzuschauen – auch weil meine Freunde mir eh immer die Handlung vorerzählten. Mittlerweile habe ich zum Glück aber fast alles wieder vergessen. Und meine Timeline kann ich wieder ohne Spoileralarm durchscrollen. Die Neugier auf das Phänomen „Breaking Bad“ ist aber geblieben: Ich will wissen, warum die Serie diesen Hype ausgelöst hat. Denn das konnte mir bisher noch niemand so richtig erklären. Ich werde es also in den knapp 3000 Minuten selbst rausfinden müssen.

Sarah Seitz

Wollener 
Geduldsfaden

Mein Kleiderschrank ist groß. Darin sind viele Klamotten – nur nichts für die kalten Wintertage. Ich brauche einen neuen, warmen Pullover! Allerdings möchte ich keinen kaufen. Ich möchte stricken lernen und den Pulli selbst machen. Also bestelle ich mir Wolle und Stricknadeln.

Faden um den Finger wickeln, Nadel durchstecken, Faden festziehen: Schnell habe ich die ersten Maschen fertig. Ohne Wollknäuel auf dem Schoß trifft man mich nirgendwo mehr. Ich stricke nicht nur allein zu Hause vor dem Fernseher. Auch während Uni-Vorlesungen hört man die Nadeln leise klappern. Mein Freund nennt mich nur noch „Omi“. In der Uni schauen einige Kommilitonen skeptisch zu mir und tuscheln „Ökotante“. Das alles bringt mich nicht vom Stricken ab. Ökotante? Ist doch toll, wenn meine Kleidung von mir und nicht von unterbezahlten Arbeitern in Südasien hergestellt wird.

Diese Euphorie verschwindet schnell. Immer wieder muss ich große Teile des Pullovers aufribbeln, weil ich eine Masche übersprungen habe. Das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Bis der Pulli fertig ist, ist es garantiert Sommer. Vielleicht sollte ich beim Topflappenhäkeln bleiben. Die kann man das ganze Jahr über gebrauchen.

Sarah Franke

Lektüre im Leerlauf

Ganz oben in der linken Ecke meines Bücherregals befinden sich zwei Stapel gelber kleiner Heftchen: Weltliteratur in Reclam-Büchern. Unter anderem setzen da Schillers „Kabale und Liebe“, Shakespeares „Romeo und Julia“, Goethes „Faust“ und die gesammelten Werke von Kleist Staub an.

Einige der Exemplare sehen nahezu unberührt aus. Bei ihrem Anblick klingt mir regelmäßig der Ratschlag meines damaligen Deutschlehrers in den Ohren: „Lest die Klassiker, das bildet!“ Damals hatte ich mir voller Euphorie und Tatendrang einige Heftchen zugelegt. Bei Goethes „Iphigenie auf Tauris“ war aber schon beim Monolog auf Seite fünf Schluss – weil ich einfach nichts verstand. Ohne die gemeinschaftliche Unterrichtsdiskussion über den Inhalt und dessen Aussage machte so eine Lektüre gar keinen Spaß. Ich gab auf.

In diesem Jahr möchte ich den Klassikern eine weitere Chance geben und krame sie wieder heraus. Damit ich diesmal nicht nur auf mich gestellt bin, suche ich mir einen Ersatz für meine Deutschklasse. Da kommt das Internet wie so oft sehr gelegen. Dort findet man auf verschieden Seiten Inhaltsangaben, Entstehungsgeschichten und Interpretationen zu über 100 Büchern. Auch Iphigenie begegnet mir dort! Diese Seiten helfen, die Zusammenhänge zu verstehen. Einzelne veraltete Wörter werden einem hier aber nicht erläutert. Die muss ich wohl doch alle einzeln googeln.

Sophie Leyh

Fleisch ist kein Gemüse

Eigentlich sind Karotten ganz lecker. Und wenn sie in kleine Streifen geschnitten zusammen mit Kräuterquark auf dem Tisch stehen, dann greife ich auch gerne zu. Mir ist schon im vergangenen Jahr aufgefallen, dass ich eigentlich gar kein Fleisch brauche. Vegetarisches Essen schmeckt mir genauso gut. Nur bin ich oft einfach zu faul, um Gemüse zu schnippeln. Außerdem wohne ich noch bei meinen Eltern. Da kommt fünfmal die Woche Fleisch auf den Tisch.

Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) empfiehlt maximal 300 bis 600g Fleisch pro Woche. Das entspricht ein bis zwei Steaks. Allein durch meinen Konsum von Wurst liege ich momentan schon deutlich drüber. Laut DGE nehme ich dadurch viele tierische Fette auf. Das erhöht meinen Cholesterinwert und die Wahrscheinlichkeit der Gewichtszunahme steigt. Zu viel Fleisch kann also dick machen. Dabei ist es eigentlich gar kein großer Aufwand, auch mal nur Gemüse zu essen. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen, meine Ernährung umzustellen: Weniger Fleisch und weniger Süßes. Bis zum Sommer habe ich dann eine schöne Bikinifigur.

Das wird nicht einfach. Vor stressigen Klausuren greife ich gerne zu Schokolade. Außerdem habe ich manchmal einfach Lust auf einen fettigen Burger mit Pommes. Das krieg ich wohl auch nicht so schnell aus mir raus. Zwei- statt fünfmal Fleisch in der Woche essen wäre aber schon mal ein Anfang.

Sina Sommerfeld

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