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HAZ-Autotests Der Kleine will ein Großer sein
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14:04 21.02.2015
Quelle: Hersteller
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Beim Blick in den Rückspiegel dürfte sich mancher Autofahrer demnächst verwundert die Augen reiben. Auf den ersten Blick sieht der neue Mazda2 dort nämlich wie ein Großer aus. Die lang gestreckte Motorhaube, der große Kühlergrill und nicht zuletzt die Voll-LED-Scheinwerfer lassen den Vorausfahrenden glauben, der große Bruder Mazda6 hinge einem dort fast im Kofferraum. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass hier ein Neuling aus dem B-Segment gedrängelt hat. Gegenüber seinem Vorgängermodell ist der Mazda2 um 14 Zentimeter gewachsen, hat einen verlängerten Radstand sowie eine weiter nach hinten versetzte A-Säule.

„Wir haben uns über Konventionen hinweg gesetzt und im Kleinwagensegment auch gute Langstreckeneigenschaften geschaffen“, erklärt Ayumi Doi, Produktmanager für den Mazda2. Mit ihren Skyactiv-Technologien wollen die Japaner die Klasse der Stadtflitzer auf den Kopf stellen. Dabei beginnt der Einstieg in die neue Mazda2-Welt ganz banal in der Basisausstattung Prime-Line mit einem Modell ohne Klimaanlage ab 12    790 Euro. Für 1000 Euro Aufpreis ist auch das Kühlungsaggregat zu bekommen, doch darüber hinaus sind keine weiteren Extras erhältlich, sodass die Einstiegsversion eher für das Kleingewerbe vom Pflegedienst bis hin zum Pizza-Lieferservice infrage kommt.

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Der Großteil der potenziellen Käufer wird daher in einer der drei höherwertigeren Ausstattungslinien (Center-Line, Exclusive-Line, Sports-Line) suchen müssen – und fündig werden. So gehört beispielsweise in der Exclusive-Line das MZD-Connect-System mit Sieben-Zoll-Farbdisplay als Komfortextra ebenso serienmäßig dazu wie ein Spurhalteassistent für ein höheres Sicherheitsniveau. In der Sports-Line schließlich ist unter anderem auch der City-Notbremsassistent ohne Aufpreis an Bord. Apropos City: Zwar hebt Mazda die Langstreckenqualitäten seines neuen Einstiegsmodells hervor, das bevorzugte Terrain wird trotzdem der Stadtverkehr sein. Und da stellt sich die Frage nach der  richtigen Motorisierung.

Drei Benziner (55–85 kW/75–115 PS) sowie einen Diesel (77 kW/105 PS) wird es für das ab sofort bestellbare Fahrzeug geben, wobei die Produktion des Selbstzünders erst im Mai beginnt. Noch einfacher fällt die Entscheidung bei der Karosserievariante aus. Es wird nur eine geben. „In Europa werden wir ausschließlich den Fünftürer anbieten“, sagt Produktmanager Ayumi Doi. Eine Stufenheckversion, wie sie im asiatischen Raum erhältlich ist, hat in Deutschland keine Nachfrage. Auch einen Kombi wird es nicht geben. „Diese werden ohnehin mehr und mehr von den Crossover-Modellen abgelöst“, meint Josef A. Schmid, Geschäftsführer Mazda-Deutschland, und verweist auf die Markteinführung des neuen Mazda CX-3 Ende Juni dieses Jahres.

„Vom Mazda2 planen wir 11   000 Verkäufe im Jahr 2015“, fügt Geschäftsführer Schmid an, wobei rund 44 Prozent der Einheiten auf den 90-PS-Benziner und 40 Prozent auf den 75-PS-Benziner entfallen dürften. Der Diesel und der leistungsstärkste Benziner werden nach Ansicht der Mazda-Verantwortlichen im Verkauf nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Im Stadtverkehr erweisen sich die Benziner allesamt als gefällige Motorisierungen. Erst bei der Fahrt ins Gebirge trennt sich die Spreu vom Weizen. Dort hat der 115-PS-Benziner die Nase vorn, möchte allerdings nicht zu untertourig bewegt werden. Fleißiges Schalten im Sechs-Gang-Getriebe ist dann angesagt. Eine Sechs-Gang-Automatik ist ausschließlich für den Skyactiv G-90 (mit Automatik ab 17    790 Euro), also den 90-PS-Benziner, erhältlich.

Auf den Autobahnetappen bewahrheitet sich das Versprechen vom Langstreckenkomfort, was auch auf den verlängerten Radstand zurückzuführen ist. Durch einen erhöhten Anteil ultrahochfester Stähle hat Mazda das Gewicht des Kleinen um sieben Prozent verringert. Das soll sich beim Blick auf die Tankanzeige bemerkbar machen. Denn dort will der neue Mazda2 dann doch lieber bei den Kleinen mitspielen.

Von Markus Beims