Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
HAZ-Autotests Ein ordentlicher Bums
Mehr Auto & Verkehr HAZ-Autotests Ein ordentlicher Bums
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:11 20.12.2014
Flott unterwegs: Lang und schlank – der Volvo D4 macht auch von außen eine gute Figur. Quelle: Volvo
Anzeige
Hannover

Die Wikinger bauten tolle Boote, ihre Nachfahren endlich wieder gute Autos: Eine überschaubare Modellpalette, ein klares Design und eine neue Motorengeneration sorgen dafür, dass Volvo nach sorgenvollen Jahren seit einiger Zeit wieder Geld verdient. Was mit daran liegt, dass die Marke den Begriff Premium richtig interpretiert. Wir sind jetzt den neuen D4 im Volvo V40 gefahren ­ und waren begeistert.

Das Design

Anzeige

Darüber braucht man nicht viele Worte zu verlieren: V40 ist ein Lifestylekombi, ein Shooting-Brake, im Kompaktsegment. Wobei das Auto tatsächlich die Grenzen zur oben angrenzenden Mittelklasse zerfließen lässt. Der Auftritt ist durchaus sportlich, ohne dabei etwas vorzutäuschen, was man nicht ist. Trotz der trendigen hohen Schulterlinie wird dieses Auto wohl auch noch nach Jahren zeitlos und modern aussehen.

Der Innenraum

Typisch Volvo. Oder besser gesagt: typisch skandinavisch. Wo andere Hersteller alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um mittels Luftausströmern, Klavierlackoptik und allem möglichen Zierrat einen möglichst unverwechselbaren Innenraum zu erschaffen, setzt man bei Volvo auf glatte Flächen und klare Linien. Und schafft damit genau das: einen unverwechselbaren Innenraum. Es wird nur höchste Zeit, dass man die Autos mit einer neuen Generation von Navigationsgeräten bestückt. Denn deren Bedienung ist, nun ja, umständlich.

Der Motor

Der D4 ist einer Vertreter der neuen, von den Schweden in Eigenregie entwickelten Drive-E-Generation von Vierzylindern. Keine Ahnung, warum das so ist, aber im V40 hat der 2,0-Liter-Turbodiesel 7 kW/9 PS mehr als in anderen Modellen. Uns sollte es recht sein. Mit einem Drehmoment von 400 Newtonmetern, das zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen anliegt, lässt sich doch einiges machen. Zumal sich der Beschleunigungswert von 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h verheißungsvoll anhören - bei gerade einmal 4,2 Litern Spritverbrauch oder einer CO2-Emission von 109 Gramm pro Kilometer. Die Realität, das weiß man inzwischen, sieht ein bisschen anders aus.

Der Fahreindruck

Klasse! Zwar ist der Motor deutlich zu hören, solange die Maschine noch kalt ist, doch dann geht es flott voran. Gefühlt ist der Wagen viel schneller als auf dem Datenblatt. Wer das Gaspedal durchtritt, meint, in den Sitz gedrückt zu werden. Erst im oberen Drehzahlbereich wird die Maschine in ihrer Leistungsentwicklung etwas zäher. Wenn es sein muss, putzt man auf der Überholspur alles weg, was sich lästig in den Weg stellt. In Kombination mit der präzisen, leichten Lenkung und dem sehr schönen Fahrwerk macht dieses Auto im Alltags sehr viel Spaß.

Das Fazit

Keine Frage: Der D4 gehört in die Top Ten unserer Lieblingsmotoren. Ein Triebwerk, das alle Vorzüge eines modernen Diesels in sich vereint: Ein ordentlicher Bums unten herum bei vernünftigen Verbrauchswerten, auch wenn der Wert aus dem Prüfzyklus natürlich im ganz normalen Alltagsbetrieb nicht erreicht wird. Der Volvo V4 mit dem D4 zeigt, dass nicht nur die Deutschen gute Autos bauen können. Die Preise für unseren Testwagen, einen VolvoD4 in der Ausstattungslinie Ocean Race, beginnen bei 32 550 Euro.

Plus

sehr schöner Diesel in einem modernen und zeitlosen Design

Minus

spendiert den Modellen bald ein anderes Navigationssystem