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Rechtstipp Fußgänger kann trotz Grün bei Unfall mit Radler mithaften
Mehr Auto & Verkehr Rechtstipp Fußgänger kann trotz Grün bei Unfall mit Radler mithaften
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14:17 17.08.2018
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Überqueren Fußgänger an einer grünen Ampel die Straße, haben sie nicht automatisch Vorrang vor Radfahrern, die den Radweg neben dem Gehweg benutzen. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm.
Überqueren Fußgänger an einer grünen Ampel die Straße, haben sie nicht automatisch Vorrang vor Radfahrern, die den Radweg neben dem Gehweg benutzen. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm. Quelle: Caroline Seidel
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Hamm

Fußgänger, die bei Grün über die Straße gehen, müssen die Rechte von Radlern auf dem Radweg der gegenüberliegenden Seite beachten. Nach einem Unfall müssen sie ansonsten mithaften. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm, auf das der ADAC hinweist (Az.: 26 U 53/17).

Fußgängerin fordert Schadensersatz

 Eine Frau ging zu Fuß bei grüner Ampel über die Straße. Nachdem die Fußgängerin den Gehweg an der anderen Seite erreichte, wollte sie auch den daneben laufenden Radweg queren. Dieser führte dort in einer Rechtskurve um die Ampel herum. Dabei stieß sie mit einem Radler zusammen. Von diesem forderte die Fußgängerin Schadenersatz. Er sei zu schnell gefahren, weswegen sie nicht reagieren konnte. Außerdem habe sie Vorrang gehabt, da der Radler abgebogen sei.

Fußgänger oder Radler - Wer hat Recht?

 Die erste Instanz gab ihr Recht. Nach einer Berufung des Radlers kassierte jedoch die zweite das Urteil und legte eine hälftige Teilung des Schadens fest. Der Vorrang der Frau habe nur für das Überqueren der Straße bei grünem Licht gegolten. Als sie den Radweg kreuzte, hätte sie wieder auf den Radverkehr achten müssen. Dieser sei an der Ampelanlage vorbeigeführt worden. Daher sei der Radler auch nicht abgebogen, sondern dem Verlauf einfach gefolgt. Allerdings fuhr er angesichts der Örtlichkeiten und Witterungsbedingungen zu schnell, wodurch er ebenfalls zur Hälfte haften musste.

dpa

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