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Auto & Verkehr Abzocke beim Abschleppen ist verbreitet
Mehr Auto & Verkehr Abzocke beim Abschleppen ist verbreitet
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17:16 23.05.2011
Ärgerlich: Der Wagen hängt am Haken Quelle: dpa
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Sein Auto auf dem Parkplatz eines Supermarktes abzustellen, kann teuer werden. Oft stehen dort Schilder: „Nur für Kunden. Parkzeit 1,5 Stunden, nur mit Parkscheibe.“ Wer länger dort steht oder gar nicht erst einkauft, kann abgeschleppt werden. Viele Supermärkte haben Verträge mit Abschleppdiensten, deren Leute auf der Lauer liegen und die parkende Kundschaft beobachten. Wer an den Haken genommen wird, muss oft kräftig zahlen: 300 Euro und mehr – ein lukratives Geschäft.

Manche Firmen machen es sich besonders leicht und klemmen nur einen Zettel mit Überweisungsformular unters Wischerblatt: „Ein Abschleppwagen wurde gerufen. Falls Sie Ihr Auto rechtzeitig wegfahren, kostet es 60 Euro für die Leerfahrt.“ Das ist oft Abzockerei, meint die Stiftung Warentest. Da wird gar kein Wagen gerufen, sondern nur für eine Leerfahrt kassiert, die es nie gab. Bei so viel Dreistigkeit ist der Fall klar: Der Parker muss nicht zahlen.

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Anders ist das, wenn tatsächlich abgeschleppt werden soll. Für einen abgebrochenen Einsatz oder eine Leerfahrt muss der Verkehrssünder zahlen. Lässt die Polizei abschleppen, bleiben die Kosten eher moderat, in Berlin zum Beispiel 97 bis 129 Euro plus Bußgeld. Mancherorts kommt noch eine Verwaltungsgebühr hinzu, oft 50 oder 100 Euro.

Doch bei privaten Auftraggebern, wie etwa Supermärkte, schlagen viele Firmen Kosten auf: Suchen nach dem Fahrer, Prüfen von Vorschäden, Beweissicherung, Zuordnung in eine Fahrzeugkategorie, Wahl eines geeigneten Abschleppwagens, Fahrtkosten und vieles mehr.

Wer solche Aufschläge zurückfordert, hat häufig Erfolg. Viele Richter erkennen nur die reinen Abschleppkosten an, das Übrige sei im Preis enthalten. Gerichte in Berlin, Hamburg und München deckeln den Preis oft auf etwa 100 bis 120 Euro.

Betroffene sollten kontrollieren, ob auf dem Parkplatz ein Hinweisschild steht. Manchmal kommt es auch vor, dass die Abschleppfirma gar keinen Auftrag vom Grundstückseigentümer hat. Dann muss der Autofahrer natürlich nicht zahlen.

Tipp: Manche Firmen liefern keine Rechnung oder nur auf Anfrage. Oder es wird nur der Gesamtbetrag genannt. Der unfreiwillige Kunde hat aber Anspruch auf Schlüsselung der einzelnen Positionen.

Ob überteuert oder nicht: Sein Auto bekommt der Falschparker erst zurück, wenn er die Rechnung begleicht. Die Abschlepper haben ein Zurückbehaltungsrecht. Sobald gezahlt wird, müssen sie aber sagen, wo das Auto steht.td

Die komplette Analyse ist im Maiheft der Zeitschrift „Test“ nachzulesen.