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Auto & Verkehr Alles neu: Ford hat die Welt im Focus
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16:28 11.02.2011
Das neue Weltauto: Der Focus III - hier der Fünftürer - soll Kunden rund um den Globus ansprechen.
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Der neue Focus ist wahrlich ein Allerweltsauto – jedenfalls für Ford: In 120 Ländern soll die dritte Auflage des kompakten Mittelklässlers praktisch baugleich verkauft werden. Die Idee vom „Weltauto“, vor längerer Zeit von mehreren Herstellern verfolgt und zumeist als untauglich ad acta gelegt, soll der US-amerikanischen Firma positive Skaleneffekte bringen – das heißt: weniger Kosten je produziertem Auto.

Da der Focus III wahrlich kein Billigheimer ist, kann es dem Autokäufer eigentlich egal sein, wenn Ford Kostenvorteile einfährt. Vielmehr mag er sich darüber freuen, dass Ford sein Weltauto in Deutschland konzipiert und entwickelt hat. Das klingt ganz nach made in Germany und ist es auch: Der Focus läuft in Saarlouis vom Band. Parallel aber auch in Michigan (USA) sowie, später im Jahr, im russischen St. Petersburg.

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Mindestens zehn verschiedene Modellreihen und Varianten sollen auf der neuen, für den Weltmarkt konzeptionierten C-Segment-Architektur basieren. Den Anfang haben bereits die Modelle C-Max und C-Max Langversion gemacht. Der neue Focus (Händlerpremiere: 9. April) steht jedoch stückzahlmäßig klar im Mittelpunkt. Zum Fließheckmodell gesellen sich am 21. Mai noch der sehr viel gefragtere Kombi „Turnier“ sowie der viertürige Stufenheck-Focus. Als Zweitürer gibt’s den Fokus III nicht mehr.

Rein äußerlich ist der neue Focus gut als solcher zu erkennen. In der jetzt vorgestellten viertürigen Fließheckversion – Ford spricht vom Fünftürer und zählt dabei die Kofferraumklappe mit – spricht die Seitenansicht ganz klar Ford-Formensprache. Der alte Focus lässt ebenso grüßen wie der aktuelle Fiesta. Mit einer Höhe von 1484 Millimeter ist er 16 Millimeter flacher als Focus Nummer zwei, aber auch um das gleiche Maß schmaler.

Wer möchte, kann die Focus-Linie durchaus als sportlich empfinden. Jedenfalls unterscheidet sich der Kölner mit seiner Karosserie klar und deutlich vom Klassenprimus Golf. Für manchen Interessenten mag das ein Kaufgrund sein. In jedem Fall sollte sich der Focus-Freund mit dem Anzeigen- und Bedienkonzept gut anfreunden können. Was nicht heißt, dass die Bedienung des Focus ein Buch mit sieben Siegeln wäre – aber so zwei bis drei sind es schon.

Jedenfalls bei Vollausstattung, wie sie Testwagen gern aufweisen. So auch beim ersten Kennenlernen mit dem Ford Focus Nummer III. Da gibt es nämlich zusätzliche Herausforderungen. Fahrerassistenz ist das Stichwort, das jetzt erstmalig in der kompakten Autoklasse Einzug hält.

Wie bei einem Audi, BMW oder Mercedes-Benz aus der Oberklasse können Focus-Kunden in drei unterschiedlichen Paketen Hilfseinrichtungen ordern, die ihnen das Autofahrerleben erleichtern sollen. Zu den Neuerungen des neuen Ford Focus zählt zum Beispiel das neue Low Speed Safety System. Die Technik kann bei Stadt-Tempi bis 30 km/h von ganz allein eine Vollbremsungen einlegen, wenn’s nötig wird. Hinzu kommen Fahrer-Assistenzsysteme wie Einpark-Assistent, Spurhalte-Assistent mit Spurhalte-Warnung, Verkehrsschild-Erkennung, Fernlicht-Assistent, Müdigkeitswarner, Toter-Winkel-Überwacher und die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnsystem „Adaptive Cruise Control“.

Auf den ausgesprochen bergigen Sträßchen Südspaniens, wo wir den neuen Fokus erstmals ausprobieren konnten, hat sich die Sache mit der Geschwindigkeitsregelanlage allerdings erledigt: Kurve an Kurve. Dafür glänzt der Neuling dort mit seinem feinen Fahrwerk. Trotz flacher 17-Zoll-Bereifung und ohne variable Dämpfer erfreut der Focus mit satter Straßenlage und einem hohen Maß an Fahrkomfort. Besonders beeindruckend: Die neue, rein elektromechanisch agierende Lenkung im Schulterschluss mit einem modifizierten ESP. Beide zusammen erlauben Kurvenräubereien auf einem für einen Fronttriebler hohen Niveau.

Da spielt auch das breit gestaffelte Motorenangebot gut mit – solange man sich bei Otto oder Diesel für die Topversion entscheidet. Insgesamt reicht das Spektrum bei den Selbstzündern 95 bis 163 PS und bei den Benzinern von 105 bis zu 182 PS. Die Kraftübertragung zu den Vorderrädern obliegt Fünf- oder Sechsgang-Handschaltgetrieben. Automatikfahrer bekommen ein Doppelkupplungsgetriebe, allerdings vorläufig nur in Verbindung mit einem der stärkeren Dieselaggregate. Klar gestaltet sind die Instrumente und die Klima-Bedieneinheit, das Multifunktionslenkrad hingegen wirkt überladen. Die Navigations-Infotainment-Einheit von Sony ist mit ihren unzähligen winzigen Tasten und dem zu kleinen Bildschirm ein Musterstück an Unübersichtlichkeit.

H.J. Wildhage

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