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Auto & Verkehr Ein starker Auftritt
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10:55 02.12.2013
Der Jaguar F-Type soll in der Coupéversion anderen Sportwagen ernsthaft Konkurrenz machen.
Der Jaguar F-Type soll in der Coupéversion anderen Sportwagen ernsthaft Konkurrenz machen. Quelle: Thomas Geiger
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Los Angeles

Kalifornien ist für die deutschen Automobilhersteller ein dankbares Pflaster. Vor allem die großen Autos verkaufen sich an der Westküste gut. Auf der Autoshow in Los Angeles machten Mercedes und Co. den Schönen und Reichen aus den Hollywood Hills verlockende Angebote, wie sie sich in den kommenden Jahren auf der Straße in Szene setzten könnten. Dass in dem amerikanischen Bundesstaat mit den strengsten Abgasvorschriften ausgerechnet die leistungsstarken Fahrzeuge nachgefragt werden, scheint dabei niemanden zu stören. Doch auch die alternativen Antriebe nehmen am Pazifik langsam, aber sicher an Fahrt auf.

  • Mercedes-AMG

Mercedes hat in L. A. das Ende einer kurzen, aber intensiven Ära eingeleitet: Nach nur fünf Jahren wird die Produktion des Supersportwagens SLS AMG Ende 2014 eingestellt. Ein wesentlich günstigerer Nachfolger, der gegen den Porsche 911 antreten soll, steht dann bereits in den Startlöchern. Doch zum Schluss gibt es noch einmal eine auf 350 Fahrzeuge limitierte „Final Edition“ des Flügeltürers. Das 435 kW/591 PS starke Auto, das seine Kraft aus einem mächtigen 6,3-Liter-V8-Motor schöpft, ist mit attraktiven Sichtkarbonkomponenten ausgestattet und kann auf Wunsch sogar mit Cupreifen geliefert werden. Motorhaube und Heckflügel wurden aerodynamisch noch einmal verbessert, um den Auftrieb an Vorder- und Hinterachse weiter zu reduzieren. Der Wagen beschleunigt in 3,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h, bevor elektronisch abgeregelt wird.

Mit dem stärksten Vierzylinder der Welt (265 kW/360 PS) wird das kompakte SUV GLA 45 AMG auf den Markt kommen, das der neue AMG-Geschäftsführer Tobias Moers als Konzeptfahrzeug präsentierte. „Wir setzen mit dem Fahrzeug ein Ausrufezeichen in dem stark wachsenden Segment der kompakten SUV“, sagt Moers. Zielgruppe sind vor allem junge Leute, die bei ihrem Auto Wert auf Styling und Dynamik legen. Allerdings trifft das Auto auf eine harte Konkurrenz, wie beispielsweise den neuen Porsche Macan, der in der Turboversion 400 PS in die Waagschale wirft und ganz auf Sportwagen getrimmt ist.

  • BMW

Bei BMW standen in Los Angeles das Elektroauto i3 und der Plug-in-Hybrid-Sportwagen i8 im Fokus. Der ganz auf Leichtbau getrimmte i8, der im Frühjahr 2014 auf den Markt kommt, schafft im reinen Elektromodus zwar „nur“ 35 Kilometer, doch wenn sich der Verbrenner zuschaltet, sind Reichweiten bis zu 500 Kilometern möglich - und das bei einem Verbrauch von durchschnittlich 2,5 Litern Super Plus, das gibt zumindest der Hersteller an. Das Elektroauto i3 dürfte dagegen hervorragend in eine smogverseuchte Stadt wie Los Angeles passen: Der Wagen bietet bei Reichweiten bis zu 160 Kilometern alle Vorzüge, die aus konventionellen Fahrzeugen bekannt sind, und wird außerdem weitestgehend umweltschonend produziert.

  • Land Rover/Jaguar

Von den ausländischen Herstellern setzte vor allem Land Rover/Jaguar deutliche Zeichen: Jaguar präsentierte die Coupéversion seines neuen Roadsters F-Type, der seit seiner Markteinführung vor einem halben Jahr Furore macht. Geschlossen soll der Sportwagen, der im Frühjahr 2014 bei uns auf den Markt kommt, von 67.000 Euro an zu haben sein. Drei Motorvarianten von 250 kW/340 PS bis 405 kW/ 550 PS machen den kompromisslos auf Sportlichkeit ausgelegten Zweisitzer zu einem ernsthaften Konkurrenten für den Porsche 911, der vom Einstiegspreis (ab 88.037 Euro) deutlich teurer ist.

Aus demselben Unternehmen wie die flotte Raubkatze stammt mit dem Range Rover ein weiteres Auto, das auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Erstmals seit zwanzig Jahren wird es von dem Luxusgeländewagen wieder eine um zwanzig Zentimeter gestreckte Langversion geben, die sich in erster Linie an Kunden im asiatischen Raum wenden dürfte. Doch auch die Amerikaner hat man wohl als Zielgruppe ausgemacht. Wie sich der Wagen preislich einsortiert, ist noch nicht bekannt, doch Schätzungen gehen von mehr als 150.000 Euro aus.

  • VW

So viel werden Fahrer eines Golf GTI niemals investieren müssen. Denn auch die gibt es in Amerika reichlich: Nirgendwo auf der Welt setzen die Niedersachsen mehr von der Edelversion ihres Klassikers ab als in Kalifornien. Kein Wunder also, dass VW das Fahrzeug auf die Bühne schob, auch wenn es nicht mehr ganz so neu ist.

Gerd Piper