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Auto & Verkehr BMW 3er Touring: Praktisch, sportlich, gut
Mehr Auto & Verkehr BMW 3er Touring: Praktisch, sportlich, gut
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00:37 14.07.2012
Der 3er Touring ist dank seiner neuen Außenmaße deutlich erwachsener geworden. Quelle: Hersteller
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München

BMW setzt seine Modelloffensive fort: Mit dem neuen 3er Touring, dem ActiveHybrid 3 und dem dreitürigen M 135i (über den wir noch berichten werden) haben die Bayern jetzt gleich drei neue Fahrzeuge auf einen Streich vorgestellt. Und das Flaggschiff, der neue 7er, steht bereits in den Startlöchern. Wie ist es nur möglich, dass nahezu perfekt entwickelte Autos in der nächsten Generation noch einmal einen Tick besser werden? Der Kunstgriff, den nahezu alle Hersteller anwenden, ist einfach: Sie machen das jeweilige Fahrzeug größer. Mehr Länge bedeutet in der Regel einen längeren Radstand, der wiederum der Fahrdynamik zugutekommt. Mehr Länge bedeutet aber auch mehr Kniefreiheit im Innenraum auf allen Sitzen, was wiederum den Insassen zugutekommt. Wenn man dann das Auto noch mit modernster Motoren- und Sicherheitstechnik bestückt, kommt unterm Strich ein besseres Auto heraus. Wie das auf hohem Niveau funktioniert, zeigt BMW jetzt mit dem neuen 3er Touring: Der Kombi ist nicht nur fast zehn Zentimeter länger als der Vorgänger, er schlägt ihn auch in anderen Disziplinen.

Vor 25 Jahren haben die Bayern mit dem ersten 3er BMW Touring das Segment der sportlichen Kombis begründet. Seitdem wurden 1,25 Millionen Fahrzeuge verkauft. Nahezu 40 Prozent aller Touring fanden in Deutschland einen neuen Besitzer. Damit ist der Kombi hierzulande eines der wichtigsten Autos überhaupt.

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Basis für die neue fünfte Generation ist die 3er-Limousine, die im Februar auf den Markt kam und inzwischen in ihrem Segment die Verkaufslisten anführt. Von den Ausmaßen her ist der Kombi mit der Limousine identisch, das heißt auch das Fahrwerk stammt von der extrem sportlich ausgerichteten Limousine. Aber es ist nicht nur die Form, sondern es sind die vielen kleinen Details, die den Kombi im Vergleich zum Vorgänger deutlich erwachsener machen: Obwohl der Touring mit der optisch extrem breiten Front zumindest von vorne die gleiche Aggressivität wie die Limousine ausstrahlt, besticht er vor allem durch seine Praxistauglichkeit. So lässt sich die Heckklappe elektrisch öffnen und schließen. Die Beladung ist bei der nur62 Zentimeter hohen Ladekante mit Edelstahlblende und der breiten Heckklappe auch für schwächere Personen kein Problem. Und wie beim Vorgänger kann die Heckscheibe für kleinere Beladungen separat geöffnet werden. Ein großer Vorteil in engen Parklücken. Das Ladeabteil ist35 Liter größer geworden und misst jetzt 495 Liter, die sich bei umgestellten Rücksitzen auf 1500 Liter erweitern lassen. Zum Marktstart im September gibt es mit dem 338i, dem 320d und dem 330d einen Benziner sowie zwei Diesel ­- moderne Motoren von 135 kW/184 PS bis 190 kW/258 PS, die trotz eines Plus an Leistung sparsamer als ihre Vorläufer unterwegs sind.

Optional sind Annehmlichkeiten wie Head-up-Display oder ein adaptives Fahrwerk zu haben. Und natürlich kann das Fahrzeug, das in drei Ausstattungslinien angeboten wird, mit Connected-Drive, also der Internetanbindung von BMW, ausgerüstet werden, die es für das iPhone, aber je nach Verfügbarkeit entsprechender Apps auch für Smartphones im Android-Format gibt. Auf der Straße hinterlässt der Touring - wir sind ihn in der 328i-Version mit 180 kW/245 PS ge-fahren - einen ähnlich sportlichen Eindruck wie die Limousine. Der Wagen geht sauber um die Kurven und zeigt auch bei hohen Geschwindigkeiten keinerlei Anflug von Nervosität. Zudem liegt er dank der präzisen Lenkung und des griffigen Lenkrads gut in der Hand. Hier muss man es fahrtechnisch schon auf die Spitze treiben, um blass zu werden. Das wird man dann aber ganz leicht, wenn man einen Blick in die Preisliste wirft: Bei den Sonderausstattungen, zu denen sämtliche Fahrerassistenzsysteme zählen, kennen die Bayern kein Pardon. Da gehen sie dann so rigoros vor wie der bayerische Ministerpräsident in der Bundespolitik.

Technisch noch interessanter als der Touring ist der ActiveHybrid 3 (52300 Euro), der ebenfalls auf der 3er-Limousine basiert. Mit einer Systemleistung von 250 kW/340 PS stellt er die konventionellen Antriebe mit Leichtigkeit in den Schatten - bei einem Einsparpotenzial von bis zu 25 Prozent im Vergleich zu konventionellen Antrieben. Wie weit die Verzweigung der Elektronik inzwischen geht, zeigt ein Detail: In Verbindung mit dem entsprechenden Navigationssystem kann der Hybrid sein Energiemanagement vorausberechnen ­- das Navi erkennt Steigungen und Gefälle auf der Strecke, die für den Antrieb entsprechend verarbeitet werden. In Deutschland als typischem Dieselmarkt in diesem Segment spielt das Fahrzeug allerdings keine Rolle. Sein Spielfeld sind die Benzinermärkte in den USA und Asien. Schade eigentlich.

Gerd Piper