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Auto & Verkehr BMW 7er bietet Luxus pur
Mehr Auto & Verkehr BMW 7er bietet Luxus pur
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00:48 11.08.2012
Außen wurde der BMW 7er nur in Nuancen verändert. Quelle: Hersteller
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Hannover

Das Flaggschiff der Bayern verkauft sich besonders in den Ländern gut, in denen Luxus noch gern zur Schau gestellt wird. 79 von 100 Fahrzeugen werden deshalb inzwischen in der Langversion ausgeliefert. Zwar gibt es keine konkreten Zahlen, doch geht man bei BMW davon aus, dass nahezu alle Besitzer dieser Fahrzeuge bequem im Fond sitzen und sich chauffieren lassen.

Premium verpflichtet. Wenn man das Auto schon nicht neu erfinden kann, so muss man das Bestehende doch ständig ein bisschen besser machen. Edle Materialien, höchster Komfort, jede Menge Unterhaltung und Leistung satt - das sind die Bausteine, aus denen Fahrzeuge der Luxusklasse gebaut werden. Denn vor allem in China und Amerika erwarten die Menschen etwas für ihr Geld. „Von außen haben wir kaum etwas verändert“, sagt BMW-Vorstand Klaus Draeger, „aber unter dem Blech ist vieles neu.“ Tatsächlich erkennt man den gelifteten 7er nur bei genauem Hinsehen: neue LED-Hauptscheinwerfer, eine Niere mit jetzt neun statt der bisherigen zwölf Streben, in den unteren Teil des Außenspiegels integrierte Blinker und ein dezentes Chromband zwischen den Heckleuchten. Das war’s. Die sportlich-elegante und auch etwas wuchtige Linie hat man ansonsten so belassen.

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Bei den inneren Werten hat man vor allem das Geräuschniveau nochmals gedämpft und, was wichtiger ist, den Fahrkomfort verbessert. „Ohne Einbußen an der Dynamik“, wie Draeger beteuert. Vor allem die serienmäßige Luftfederung mit Niveauregulierung an der Hinterachse soll dafür sorgen, dass die Passagiere im Fond sänftengleich dahinrollen. Denn in den Wachstumsmärkten sitzen die wichtigen Leute - siehe oben - eben hinten.

Natürlich wurden auch alle Antriebe überarbeitet und etwas sparsamer gemacht. Wer die Luxusklasse kauft, erwartet eben auch, dass er technisch das Beste bekommt, was der Markt hergibt. So geht der neue 7er nicht nur vor Ampeln von alleine aus und wieder an, er gewinnt auch Energie zurück und kann in dem Geschwindigkeitsbereich von 60 bis 160 km/h segeln - also losgelöst vom Schleppmoment der Maschine dahingleiten. Weil aber in diesem Segment Sparsamkeit nicht wirklich den Ausschlag gibt, wurde bei der Leistung nicht geknausert. Zwar fangen die Maschinen bei moderaten 190 kW/258 PS an, doch BMW bietet auch einen Zwölfzylinder mit 400 kW/544 PS an. Der beschleunigt wie ein Spaceshuttle und wuchtet die zwei Tonnen schwere Fuhre in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit man auch am Lenkrad seinen Spaß hat, lassen sich über den Fahrerlebnisschalter diverse Fahrprogramme anwählen - von sparsam bis dynamisch. Dann wechseln Farbe und Darstellung der digitalen Armaturen von verhalten bis bissig aggressiv - ein modernes Ausstattungsdetail, das man eigentlich eher an einer Spielkonsole als an einem Luxusauto erwartet. Fahrdynamisch hält der große Schlitten, was der Hersteller verspricht. Ein typischer BMW eben.

Hierzulande dürfte der Zwölfzylinder kaum eine Rolle spielen, dafür ist das Wissen um die Wichtigkeit einer sauberen Umwelt einfach schon in zu vielen Köpfen angekommen. Anders dagegen in einem Land wie China. Dort stört es kaum jemanden, wenn die Maschine pro Kilometer 300 Gramm Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst. Die Luft ist ja eh schon giftig, zumindest in den Millionenmetropolen.

Doch zurück zu den Menschen im Fond: Vom XS-Format bis zur XXL-Person können sie es sich in den edlen Ledersitzen bequem machen und, bevor es langweilig wird, über das ConnectedDrive-Portfolio von BMW mit der Welt rings um sie herum Kontakt aufnehmen, E-Mails schreiben, im Internet surfen oder die Mobilitätsdienste von BMW in Anspruch nehmen und zum Beispiel anfragen, was es für Fährverbindungen von Helsinki nach St. Petersburg gibt. Weil es bei langen Fahrten auch mal dunkel werden kann und der Fahrer eventuell müde wird, sorgt ein ganzes Paket an Sicherheitssystemen dafür, dass möglichst nichts passiert - inklusive einer Personenerkennung bei Nacht.

Das alles funktioniert in der Praxis reibungslos und ist - wen wundert’s - nicht billig. Der günstigste 7er beginnt bei 80700 Euro. Selbstverständlich kann er noch nach Lust und Laune aufgerüstet werden, beispielsweise mit einer Sonderlackierung „Pure Metal Silver“ für 8000 Euro. „Das Luxussegment ist für uns wichtig“, betont Vorstandsmann Klaus Draeger, „es hat großes Potenzial.“

Gerd Piper