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Auto & Verkehr Der BMW 4er Coupé: Tiefer, breiter, schöner
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Der BMW 4er Coupé: tiefer, breiter, schöner

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13:23 06.12.2019
Elegant: Das neue 4er Coupé bedient sich ganz klassischer Linien, die modern interpretiert wurden. Quelle: Hersteller
München

Ist das 4er Coupé von BMW ein aufgemotzter 3er oder doch ein ganz neues Auto? Die Wahrheit liegt mal wieder in der Mitte: Der jüngste Spross aus Bayern basiert zwar auf dem 3er - beispielsweise stammen die Motoren oder der Armaturenträger aus dessen Regal -, doch ansonsten ist fast alles neu. Denn die Vorgabe war klar: Wenn das Auto am 5. Oktober auf den Markt kommt, muss es in allen Disziplinen besser sein als der 3er.

Mit der Markteinführung des neuen Mittelklassecoupés haben die Münchener die Gelegenheit genutzt, Ordnung in ihre Nomenklatur zu bringen: Die ungeraden Zahlen stehen künftig für Limousinen, Kombis (Touring) und Gran Turismo (GT), die geraden Zahlen bezeichnen die Lifestylemodelle, also Coupés und Cabriolets. Wobei sich die geraden Modellreihen deutlich von den Autos abheben sollen, von denen sie abstammen. Beim 5er und 6er ist dies bereits geschehen, nun ist die 3er-Familie an der Reihe.

Um das 4er Coupé nicht als Mogelpackung, sondern als eigenständiges Modell positionieren zu können, haben die Ingenieure tief in die Substanz des 3ers eingegriffen: Die gesamte Karosserie ist neu, das Gleiche gilt - mit Ausnahme der Achsen - auch für das Fahrwerk. „Das Auto muss atemberaubend aussehen und fantastisch fahren“, erklärtein BMW-Ingenieur, worum es bei der Neuorientierung geht.

Breiter und flacher als der Vorgänger

Das Coupé ist deshalb breiter und flacher als der Vorgänger, die Karosserie liegt tiefer, die Überhänge wurden kürzer, das Fahrwerk hat einen längeren Radstand. Die Spur ist hinten breiter als vorne, außerdem verfügt das 4er Coupé über den momentan tiefsten Schwerpunkt im gesamten BMW-Portfolio. Der breiteste Punkt des Wagens sind die hinteren Radläufe, ein Designelement, das Konstrukteure für Sportwagen gerne anwenden. Wobei die Bayern das Auto eher als sportliches Coupé denn als Sportwagen betrachtet wissen wollen - wegen seiner Alltagstauglichkeit. Denn das Coupé soll in jeder Lebenslage funktionieren, nicht nur, wenn es mit Gewalt um Kurven getreten wird. Dass man von einem reinen Sportwagen trotzdem nicht allzu weit entfernt ist, zeigen kleine Details wie die Airbreather hinter den vorderen Radläufen: Die Luftausströmer sorgen dafür, dass sich der Fahrtwind nicht in den Radhäusern verwirbeln kann und verbessert so die Aerodynamik, auf die man sehr großen Wert gelegt hat. Auch der Auftrieb an Vorder- und Hinterachse wurde verringert. Also doch ein Sportwagen?

Nein, denn im Innenraum werden sich Besitzer eines 3er sofort zurechtfinden.Konstruktionsbedingt sind die Türen zwar neu, auch die Plätze im Fond sind ganz bewusst als Zweisitzer ausgelegt, doch vorne ist alles wie gehabt. Bedienelemente und Instrumente wurden eins zu eins von dem Mittelklasse-Klassiker übernommen. Das gilt auch für die Motoren, von denen es zum Marktstart drei geben wird: Den 420d-Diesel (ab 39 200 Euro) sowie den 428i (ab 41 100 Euro) als Vier- und den 435i (ab 47 800 Euro) als Sechszylinder-Benziner. Drei moderne, leistungsstarke Maschinen, die, wie heute üblich, relativ genügsam im Verbrauch sind. Ob das BMW-Fahrer tatsächlich interessiert, sei einmal dahingestellt. „Für uns ist das aber fast schon ein Hygienefaktor“, meint ein BMW-Mann.

Präzises Fahrwerk

Auf der Straße hält das Fahrzeug, was sein Aussehen verspricht: Das Coupé liegt satt auf der Straße, geht präzise und wieselflink durch Kurven jeder Art und gibt dem Fahrer die notwendige Rückmeldung - wenn er über das aufpreispflichtige adaptive Fahrwerk verfügt, das sich im Sportmodus anständig verhärten lässt. Zum richtigen Sportwagen fehlt allerdings das letzte Quäntchen Härte. Was wiederum die Bandscheiben schont. Das ESP (im Sport-Plus-Modus deaktiviert) langt erst zu, wenn es heftig wird. Dafür könnte die Gasannahme den Bruchteil einer Sekunde schneller sein.

Aber das sind Kleinigkeiten, die den absolut überzeugenden Gesamteindruck dieses Fahrzeugs nicht beeinträchtigen.

Leider gibt es da noch die Preisgestaltung. Zwar geht das 4er Coupé bei 35 750 Euro los (wenn der 420i voraussichtlich im November des Jahres auf den Markt kommt), doch dafür gibt’s nicht sonderlich viel. Und weil die Bayern wissen, dass die Kunden ihre Fahrzeuge gerne individualisieren - beispielsweise mit dem neuen ConnectedDrive mit seinen Mobilitätsdiensten und Fahrerassistenzsystemen -, halten sie in der Aufpreisliste gleich richtig die Hand auf.

Trotzdem muss man kein Hellseher sein, wenn man prophezeit, dass die neue Modellreihe ein Erfolg wird. Denn nach dem 4er Coupé folgt im Frühjahr kommenden Jahres die Cabrio-Variante. Zwar wird noch nicht darüber gesprochen, aber über ein viertüriges Coupé in der 4er-Familie macht man sich in München ebenfalls ernsthafte Gedanken.

BMW 4er Coupé

Motor: 2 Benziner, 1 Diesel

Benziner: 180/245-225/306 kW/PS

Diesel: 135 kW/184 PS

Max. Drehmoment: 350-400 Nm

CO2-Emission: 124-178 g/km

Beschleunigung (0-100km/h): 4,9-7,5 s

Höchstgeschwindigkeit: 240-250 km/h

Länge/Breite/Höhe: 4,64/1,83/1,38 m

Verbrauch :6,7/7,7 l Super, 4,7 l Diesel

Kofferraum: 445 l

Preis: ab 39.200 Euro

Fazit:

+ superschönes Coupé mit vorzüglichen Fahreigenschaften

- hinten wird es eng, bei den Aufpreisen hört der Spaß auf

Gerd Piper

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