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Auto & Verkehr Der Raumriese mit dem kleinen Durst
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00:56 13.06.2009
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Fahrspaß, Luxus und geringer Kraftstoffverbrauch müssen sich bei einem SUV nicht ausschließen. Das beweist der neue Lexus RX 450h mit seinem Hybridantrieb aus einem Verbrennungstriebwerk und zwei Elektromotoren, von denen der schwächere ausschließlich die Hinterachse antreibt. Mit dem Hightechantrieb verfügt das Luxus-SUV über eine Gesamtleistung von 220 kW/299 PS. Für 59 690 Euro steht der Allrader ab sofort beim Händler.

Sparsamer als die Wettbewerber

Lediglich 6,3 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer gibt der Hersteller als Verbrauch an. Damit stößt der 4,77 Meter lange Fünfsitzer 148 Gramm CO2 pro Kilometer aus, 45 Gramm weniger als sein bereits sparsamer Vorgänger, der Lexus RX 400h. Das sind Werte, die sonst nur Kompaktfahrzeuge erreichen und die deutlich unter denen der dieselbetriebenen Wettbewerber Mercedes-Benz ML, BMW X5 oder VW Touareg liegen. Damit ist der Lexus RX 450h das sparsamte Fahrzeug seiner Klasse.

Bei ersten Testfahrten ist dieser Spitzenwert allerdings nur schwer zu erreichen. Nach und nach kann man sich an einen Durchschnittsverbrauch von sieben Litern Super auf 100 Kilometer heranarbeiten. Das erfordert eine konzentrierte Fahrweise: Den Lexus muss man gleiten lassen, ungelenkes Wechselspiel zwischen Gas und Bremse wird mit deutlichem Mehrverbrauch bestraft. Wesentlich mehr als zehn Liter Sprit genehmigt sich das SUV dennoch auch bei wenig ökonomischer Fahrweise nicht.

Lautlos und ausschließlich von einem unter der Motorhaube platzierten Elektromotor mit 123 kW/167 PS Leistung angetrieben setzt sich der Hybridwagen beim Anfahren in Bewegung. Bis zu Tempo 40 kann das SUV ohne jegliche Abgasentwicklung gefahren werden, je nach Ladezustand der Batterie sind bis zu drei Kilometer Reichweite möglich. Danach schaltet sich leise und nahezu unmerklich der V6-Benziner mit 183 kW/249 PS zu. Er übernimmt dann allein die Arbeit, oder er lässt sich vom Elektromotor beim Beschleunigen unterstützen. Von dieser Arbeitsteilung bekommt der Fahrer nichts mit. Nur ein Piktogramm im Instrumentenblock informiert auf Wunsch über das Spiel der Kräfte, den klassischen Drehzahlmesser gibt es nicht.

Allradantrieb bei Bedarf

Im Normalbetrieb fährt das SUV mit Frontantrieb. Erst wenn die volle Beschleunigungskraft verlangt wird, Traktionsverlust droht oder die Kurvenstabilität nachlässt, schaltet sich ein zweiter Elektromotor mit 50 kW/68 PS Leistung an der Hinterachse zu und macht den RX so zum Allrader. Auch das geschieht unbemerkt vom Fahrer. Als Stromspeicher kommen wie beim Vorgänger Nickel-Metallhydrid-Akkus zum Einsatz, die leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Akkus sind nach Ansicht von Toyota noch nicht zuverlässig genug. Trotz des geringen Verbrauchs fehlt es dem Lexus nicht an Temperament. In 7,8 Sekunden sprintet das SUV von null auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Das ruckfreie und geräuscharme Fahren im RX 450h ist nicht nur auf die Hybridtechnik zurückzuführen, sondern wird auch von einem komplizierten Getriebesystem unterstützt, das sich wie eine stufenlose Automatik fährt.

Unbemerkt wechselt es die Gänge und erkennt zudem Bergauf- und Bergabfahrten.
Äußerlich ähnelt der Neuling seinem Vorgänger und setzt statt auf kantige Offroad-Optik eher auf sportliche Linienführung. Diese wurden hier und da etwas nachgeschärft, sodass die neue Generation etwas eleganter und windschnittiger wirkt. Im Innenraum ist die Armaturentafel nun wesentlich ansprechender gestaltet, die geschwungene Mittelkonsole verleiht dem Cockpit eine gewisse Leichtigkeit. Die Platzverhältnisse für die fünf Insassen sind nach wie vor gut, kaum ein Mensch dürfte hier aufgrund seiner Größe anecken.

Von Silke Koppers