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Auto & Verkehr Der VW XL1 ist ein echtes Spritsparmobil
Mehr Auto & Verkehr Der VW XL1 ist ein echtes Spritsparmobil
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00:26 02.03.2013
Optimiert bis ins kleinste Detail: Der neue XL 1 von Volkswagen.
Optimiert bis ins kleinste Detail: Der neue XL 1 von Volkswagen. Quelle: Hersteller
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Osnabrück

Dort entstehen vorerst 50 XL 1 mehr oder weniger in Handarbeit. Inoffiziell heißt es, man werde auf alle Fälle vierstellig produzieren. Außerdem werde das Fahrzeug noch in diesem Jahr auf den Markt kommen - und es soll bezahlbar sein. Genaue Zahlen will VW auf dem Genfer Auto-Salon nennen, der am 7. März beginnt.

Für Volkswagen ist der Produktionsstart des Ein-Liter-Autos ein historischer Moment. Piëch war 2002 mit einem Konzeptfahrzeug von Wolfsburg nach Hamburg gefahren und hatte damals nur 1,0 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbraucht. Technisch war die Umsetzung der ehrgeizigen Spritspar-Idee nicht das Problem. Schwieriger war es, maximale Effizienz und Alltagstauglichkeit unter einen Hut zu bekommen - zwei Gegensätze, die lange unlösbar schienen. Trotzdem erklärte Piëch damals, VW werde es schaffen, dieses Auto zu bauen.

VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg sagte zum Produktionsstart, die dritte Evolutionsstufe des Projekts sei serienreif, weil man jetzt ein vollwertiges, alltagstaugliches Auto präsentieren könne. Der XL 1 verbraucht auf 100 Kilometern 0,9 Liter Diesel, was einem CO2-Ausstoß von 21 Gramm pro Kilometer entspricht. Angetrieben wird er von einem Plug-in-Hybrid mit Heckantrieb. Dahinter verbergen sich ein TDI-Motor mit zwei Zylindern und 800 cm3 Hubraum, der 35 kW/48 PS leistet, sowie ein Elektromotor mit 20 kW/27 PS. Zusammen ergibt das eine Systemleistung von 51 kW/69 PS. Die reicht aus, um das Auto in 12,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Die Spitzengeschwindigkeit ist elektronisch auf 160 km/h begrenzt. Die Reichweite beträgt rein elektrisch 50 Kilometer, reicht also aus, um sich in urbanen Räumen emissionsfrei zu bewegen. Insgesamt soll das Fahrzeug mit einer Tankfüllung von zehn Litern 500 Kilometer weit kommen.

Möglich werden diese Fahrleistungen durch Maßnahmen, die in der Summe in der Autowelt einzigartig sein dürften: So wurde der XL 1 aerodynamisch so weit optimiert, dass der Strömungswiderstandskoeffizient, der sogenannte cw-Wert, 0,189 beträgt. Das ist Weltrekord und wird von einem konventionellen Serienfahrzeug wohl nie erreicht werden. Erzielt wird dieser Wert durch glatte Oberflächen und Kunstgriffe wie verkleidete Hinterräder und den Wegfall der Außenspiegel. Letztere werden durch Kameras ersetzt, die ihre Bilder auf Monitore in den Flügeltüren übertragen.

Mit einer Höhe von 1,15 Metern ist der XL 1 außerdem niedriger als ein Porsche. Das Monocoque, eine ursprünglich aus dem Rennsport stammende Schalenkonstruktion, die die leicht versetzt nebeneinander sitzenden Insassen schützt, und die Karosserieaußenteile werden aus karbonfaserverstärktem Kunststoff gefertigt, die den Wagen 795 Kilogramm schwer machen. Zum Vergleich: Ein Fahrzeug aus der Golf-Klasse wiegt durchschnittlich 1300 Kilo. Trotzdem erfüllt der XL 1 sicherheitstechnisch die aktuellen Anforderungen.

Für Volkswagen ist die Plug-in-Hybrid-Technologie von strategischer Bedeutung. Hackenberg: „Der Antrieb funktioniert auch im modularen Querbaukasten und wird als Erstes bei Audi eingesetzt.“ Audi-Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer skizziert die Wichtigkeit so: „Diese Technologie ist für den Konzern mehr als eine Übergangstechnologie. Sie wird uns lange begleiten.“ Dürheimer sieht den Konzern mit seinem Know-how auf diesem Gebiet ganz vorn. Eingebaut wird der Antrieb zuerst in den Audi A3 e-tron, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und in Großserie produziert werden soll.

Gerd Piper