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Auto & Verkehr Der Yeti ist Skodas großer Wurf
Mehr Auto & Verkehr Der Yeti ist Skodas großer Wurf
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00:21 01.08.2009
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Skoda yetiMit dem überdiminsionierten Eismenschen hat dieser freundliche kleine Kompakt-SUV eigentlich nichts gemeinsam. Nur eins vielleicht: Sein niedriger „CO2-Footprint“ kann nachhaltig positive Spuren zum Thema der verbrauchsintensiven Geländewagen hinterlassen.

Der neue Skoda überzeugt als Kastenwagen im besten Wortsinn: quadratisch, praktisch, gut. Außen freundlich gerundet und mit einigen Accessoires angereichert, die eine gewisse Geländetauglichkeit suggerieren. Innen mit freundlichem Ambiente, übersichtlich in der Bedienung und vor allem reichlich praktisch bei der Raumausnutzung. So lassen sich die drei hinteren Einzelsitze getrennt umklappen und/oder vergleichsweise einfach ganz herausnehmen. Das Heckportal öffnet weit und gibt den Weg frei zu einem gut nutzbaren Laderaum.

Doch damit ist der Nutzcharakter der fünften Skoda-Baureihe noch nicht erschöpft. Denn der Yeti trägt nicht nur Off-Road-Accessoires, er kann auch Gelände. Wir waren beim ersten Kennenlernen durchaus überrascht, was dieser zarte, und nicht bullig wirkende Geländewagen zu leisten im Stande ist. Steile Berge werden von ihm souverän erklettert, bei Böschungen setzt er trotz des langen Radstandes nicht auf, sondern meistert sie bei angepasstem Tempo vorbildlich.

Das Hightlight aber ist seine grandiose Fähigkeit Bergabfahrten zu meistern. Hier wird nur der Leerlauf eingelegt und die Geländetaste gedrückt, und ab dann der Technik blind vertraut. Der Kleine zockelt nun sehr langsam und bedächtig die steilsten Berge hinab. Während der Fahrer oder die Fahrerin sich ausschließlich auf das Lenken konzentrieren kann, werden die einzelnen Räder vollautomatisch abgebremst, sodass der Wagen weder ins Rutschen geraten kann, noch sein Tempo verändert.

Sollte einem das sehr langsame Fahren in diesem Modus zu beschaulich sein, gibt man Gas, der Wagen hält dann die höhere Geschwindigkeit. Bremst man wegen einer Geländeschwierigkeit wieder ab, zockelt er in dem Tempo weiter. Das Ganze ist für ungeübte Geländefahrer sehr einfach zu fahren, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, der Technik zu vertrauen, und halt einfach nichts zu machen. Die Geländegängigkeit des Skoda Yeti kann zwar nicht mit dem mithalten, was großkalibrige Geländewagen à la VW Touareg zu leisten im Stande sind. Aber es ist allemal mehr als ausreichend für Fahrer, die wirklich nur ab und zu die Geländetauglichkeit ihres Wagen nutzen wollen, um vielleicht eine entfernte Weide zu besichtigen, oder aus anderen Gründen mal eben fix in mittelschwerem Gelände unterwegs seien müssen. Der Skoda Yeti wird einen dort ganz sicher nicht im Stich lassen.

Und das bei einem Normverbrauch von weniger als sieben Litern je 100 Kilometer. Aber aufgepasst: Der kleinste Motor, ein brandneuer 1,2-Liter-Turbobenziner, wird zwar mit erfreulich niedrigen 6,3 Litern Verbrauch je 100 Kilometer angegeben, aber das kleine Sparmobil gibt’s nur mit Frontantrieb. Der taugt dann nur für Asphalttouren oder kleine Feldwegritte, nicht aber fürs Gelände.

Will man tatsächlich häufig feste Pfade verlassen, muss man sich für einen der stärkeren Motoren entscheiden. Wir fuhren sowohl den stärksten Benziner als auch den 2-Liter-Diesel. Schon bei dem Selbstzünder meldete der Reiserechner off-road um die 32 l/100 km. „Echte“ Geländewagen hingegen begnügen sich auch damit längst nicht.
Zurück zu dem kleinen Geländewunder Skoda Yeti, das, wie alle Off-Roader, meistens On-Road unterwegs sein wird. Dem überwiegenden Einsatz entsprechend, erkauft sich der Neuling seine Geländefähigkeit nicht zu Lasten der Strassentauglichkeit. Sämtliche Motoren agieren auf Asphalt spritzig, und das gute Fahrwerk sorgt für eine ausgezeignete Strassenlage. Spurtreu, durch die hohe Sitzposition entspannt, ist der Skada Yeti als Langstreckenfahrzeug durchaus tauglich einen ermüdungsfrei und sicher ankommen zu lassen.

Zur Wahl stehen fünf Motoren, die sich sich ausnahmslos als moderne Euro-5-Triebwerke präsentieren. Die bereits erwähnte Basisversionen mit dem brandneuen Downsizing-Triebwerk (1,2-l-Vierzylinder mit Benzindirekteinspritzung und 100 PS) gibt es zwar nur mit Frontantrieb, dafür aber mit DSG. Im Zusammenspiel aus kleinem Turbomotor und Siebengang-Vollautomatik ergibt sich eine rundherum harmonische Antriebseinheit, die den Wunsch nach mehr Leistung ganz schnell hinten an stellt. Die günstigste Diesel-Version ist ein 2,0-l-Common-Rail-Sebstzünder mit 110 PS, der jedwelche lärmigen Pumpe-Düse-Allüren der Vergangenheit angehören lässt. Zwei weitere Leistungsstufen (140/170 PS) der selben Maschine runden das Dieselspektrum ab. Als zweiten Benziner gibt es einen 1,8-Liter-TSI mit 160 PS.

Von Christiane Wildhage

25.07.2009
18.07.2009